Das All-Barmherzige in der Welt

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Beginnen wir unsere Reise durch das Weltall mit einem Blick auf unsere Umgebung – wo immer wir gerade sein mögen. Wir sind in einer Umgebung, so viel ist sicher. Wir sind umgeben von Energie, die unsere Sinne als ‚solide’ wahrnehmen lassen. Da sind wir inmitten von etwas, das wir im Detail benennen können, und das ist ein ‚Wunder in sich’.

Damit will ich beginnen und unsere Reise fortsetzen in jene Sphären, die wir nicht sehen können, nicht hören können, nicht spüren können. Das mag uns zunächst irritieren, aber nicht lange. Denn wir sind darauf angewiesen, dass es in uns etwas gibt, was uns Stärke, Geduld und Barmherzigkeit empfinden lässt – das ist innen, ist in uns, ist sonst wo, aber nicht außerhalb von uns selbst. Wir nennen es schlicht das ‚Innere Selbst’. Nun gut.

Das ist so gut nicht, denn wir können es nicht objektivieren. Wir können niemandem beweisen, dass ein solches Etwas in uns ist. Könnte man meinen, doch es ist nicht so. Warum sollten wir nicht zeigen können, und das zumindest, dass wir über Stärke verfügen, das wir Geduld üben, und dass wir barmherzig sind oder es sein können, wenn wir es wollen? Und diese drei, die ich zu den Grundeigenschaften des Inneren (des) Menschen rechnen möchte, sind nur Beispiele und man möge sie stellvertretend für viele andere nehmen.

Damit habe ich gesagt, dass wir das, was in uns ist, in die Tat umsetzen können, irgendwie. Und doch so, dass es anderen Menschen auffallen kann, wenn sie belieben darauf zu achten. Doch das müssen sie nicht, und daher könnte man davon absehen, es objektiv zu nennen.

Andererseits könnte ich auch jeglichen Beweis, der sich vorstellen lässt, anführen für mein Inneres, und es würde ihn keiner annehmen oder für gültig halten, wenn er beliebt ihn zu missachten. Wir sind also bis zu einem gewissen Grad darauf angewiesen, dass Andere unsere Beweisführung annehmen und nachvollziehen wollen. Doch das ist ausschließlich ihre Sache und Angelegenheit, nicht die meine.

Warum sage ich so umständlich, was ich doch ganz anders auch und einfacher sagen könnte?

Nun, ich sage es so, weil ich es so in mir finde, jetzt, in diesem Augenblick. Und damit habe ich einen weiteren Beweis dafür geliefert, dass es in mir etwas gibt, was sich ausdrücken und so in die Welt bringen lässt. Das ist barmherzig noch nicht, aber es kann dazu werden.

Nun möchte ich fortfahren und begründen, warum ich mir das Barmherzige solchermaßen in den Mittelpunkt meiner Betrachtungen zu stellen. Mag sein, dass es dafür Gründe gibt, doch ich fürchte, dass ich auch hier darunter leiden werde, dass mir jemand die Gründe abnehmen und sie anerkennen muss, wenn ich sie als Gründe anerkannt sehen möchte.

Wir kommen also nicht umhin zu glauben, dass wir gewisse Fähigkeiten haben, die wir alle empfinden können, die wir aber nicht empfinden müssen. Und solche Fähigkeiten nennt man gemeinhin ‚die ethischen Grundsätze’ eines Menschen. Also das, was ihm im Grunde wichtig ist, so wichtig, dass er es nach außen bringen möchte, und zwar so, dass es erkannt und anerkannt wird. Oder sie bleiben in ihm und haben sich nicht völlig ausdrücken lassen, und das wäre schlecht.

Denn dann könnten wir zwar sagen, wir seien kraftvoll, geduldig und barmherzig – es merkt nur keiner. Und das käme uns selbst wie Heuchelei vor. Oder wie ein Aufgesetztes, das nicht wirklich ist, sondern nur auf inwendigen Vorgaben beruht, die wir geheim halten möchten. Oder wie ein Huhn, das sich selber rupft und in die Pfanne legt.

Wir haben es also mit etwas zu tun, was wir einer potentiellen Wahrnehmung anlasten müssen, und darauf möchte ich hinaus. Aber nicht nur, denn wenn wir nun draußen sind, könnten wir weiter überlegen, wie es dazu kommt, dass ‚es’ (also beispielsweise Stärke, Geduld und Barmherzigkeit) in uns allen angelegt ist. Denn das will ich wohl sagen und ausdrücken mit dem Wort ‚potentiell’. Und dass es nur dann real werden kann, wenn es auch in unserer Wahrnehmung auftauchen kann, das versteht sich von selbst.

Damit sind wir nun ein Stück weiter, denn wir haben gesehen, dass etwas in uns, das wir nicht weiter bezeichnen können (oder möchten), einen Anteil hat in allen Menschen. Das zumindest, doch wir wollen oder können nicht ausschließen, dass es auch in anderen Subjekten enthalten ist. Und wenn wir nun noch einen Schritt weitergehen, sind wir bei dem angekommen, was ich mir als Ziel vorgestellt habe: wir können nicht ausschließen, und wollen es vielleicht auch nicht, dass es in Allem ist.

Das, was in allem ist, möchte ich All-Es nennen. Oder in der Kurzschreibweise, die wir gewohnt sind, „Alles“.

Damit habe ich nun Alles definiert, also bestimmbar gemacht, aber nicht so, wie man es gewohnt ist. Denn am Anfang habe ich gesagt, und dafür sprechen die Beispiele, dass es nicht nur auf das beschränkt sein kann, was unsere Sinne auf alle Fälle wahrnehmen können, sondern auch anwendbar ist auf das, was in uns ist, was wir aber weder sehen noch hören noch spüren können. Und was wir doch nach außen bringen und in die Wahrnehmung rücken können, wenn wir es wollen.

Damit ist auch der Wille definiert als ein etwas, das unsere Freiheit einschränkt und leitet. Denn sobald ich etwas will, verzichte ich auf die Freiheit, es nicht zu wollen, weil ich mich in dieser Weise oder auch Richtung entschieden habe. Freiheit ist also nicht, sich nichts vorzunehmen, sondern das Gegenteil. Das bedeutet in etwa, sich alle Optionen (Wahlmöglichkeiten) offen zu halten. Wer sich aber alle Optionen offen halten will, hat nichts getan, das ihm zeigen könnte, dass er frei ist. Er könnte wiederum sich nur vormachen, er habe die Freiheit, dies oder das zu tun, da er aber nichts tut, kann er es nicht ins Außen bringen und also auch nicht bemerkbar machen. Ich lebe also in der Freiheit nur dann, wenn ich mich hin und wieder entscheide, und zwar so, dass es andere wahrnehmen können.

Das ist nun eine Stufe schwieriger als es unsere ersten Beispiele waren, denn wir können nicht darauf bauen, dass andere unser Freisein erkennen, selbst wenn sie unsere Handlungen wahrnehmen und kritisch beäugen mögen. Das kommt daher, dass wir unsere Definition nicht mehr in dem allein rechtfertigen können, was wir tun – es könnte ja eine Zwangshandlung sein -, sondern auch in dem, was wir nicht tun.

Das ist nun nicht erhebend und ich möchte daher noch ein anderes Beispiel machen, das uns die Verbindung von Willen und Freiheit demonstrieren kann.

Nehmen wir an, ich befinde mich auf dem Mond, und keiner weiß es. Ich weiß es wohl selber, aber ich habe keine Möglichkeit, es anderen mitzuteilen. Was kann ich tun, um anderen Menschen zu beweisen, dass ich auf dem Mond bin? Ich fürchte, ich kann nichts tun, das mir garantiert, als Beweis abgenommen zu werden. Mit anderen Worten, ich bin auf den Glauben und das Vertrauen meiner Mitmenschen angewiesen.

In diesem Fall würde es also nicht genügen, dass ich um die Aufmerksamkeit (einiger) meiner Mitmenschen bitte. Es würde auch nicht genügen, dass ich wohlwollend prüfen, was sie in Augenschein nehmen – denn sie können mich nicht in Augenschein nehmen, wenn ich auf dem Mond bin. Es braucht also etwas, das darüber hinausgeht – man muss mir glauben.

Das sage ich nun mit Bedacht, denn es scheint so, als sei es das Selbstverständlichste auf der Welt, dass man einen Glauben besitzt. Oder die Fähigkeit zu glauben, besser gesagt. Ich kann daher auch meinen Glauben nur beweisen, indem ich ihn in Handlungen demonstriere. Und selbst dann hätte ich sicher Probleme, meine Handlungen so zu gestalten, dass sie als Beweis für meinen Glauben angesehen werden können.

Das heißt nun praktisch, dass ich im Vertrauen darauf, dass man mir glaubt, sagen könnte „Ich war auf dem Mond.“ Das ist nun viel verlangt, dass man mir das glaubt. Denn wir wissen in etwa, welche Astronauten auf dem Mond waren, und mir würde man sicher nicht abnehmen, dass ich zu diesen Astronauten gehöre. Es sei denn, ich könnte das wenigstens beweisen.

Das ist nun auch nicht erhebend, aber es könnte inzwischen klar geworden sein, dass es nicht im ES und auch nicht im All-Es ist, dass ich auf dem Mond war – weil ich wirklich nicht auf dem Mond gewesen bin, es sei denn in Gedanken.

Da fragt sich nun, ob das nicht ausreicht, in Gedanken auf dem Mond gewesen zu sein, um alle Zweifler und Skeptiker zu überzeugen. Ich fürchte, dass es nicht ausreicht. Denn ES ist nicht so gemacht, dass es ausreicht, an den Mond intensiv zu denken, um als Mondfahrer anerkannt zu werden. Es werden die Menschen schon erkennen, dass ich es nicht gewesen sein kann.

Es ist also ein Gegenstand – nicht. Ein Sachverhalt? Ja, aber schon …

Aber schon ist es uns wieder entglitten, denn wie es sich damit verhält, dass ich auf dem Mond war, ist nicht gesagt, wenn ich es mir nur vorstelle.

Ich spreche also im Augenblick darüber, was wir (gegenwärtig) als real ansehen und versuche so eine Art ‚Grenze’ zu finden, die das Reale vom Unrealen trennt. Ich suche die Grenze im ES, wie es Freud genannt hat, doch ich will etwas anderes darunter verstehen als jener große Lehrmeister der Psychoanalyse.

Es ist also wohl eine Grenze zu finden, die nicht im Gegenständlichen sein kann. Aber doch …

Aber doch ist sie im Gegenständlichen, denn wenn ich wirklich auf dem Mond war, so ist das ES ein ganz anderes, als wenn ich mir nur vorstelle, ich sei auf dem Mond gewesen.

Nun wollen wir dieses dumme Beispiel beiseite lassen und von etwas anderem sprechen, das es uns ermöglichen soll, das ES sichtbar zu machen. Das stelle ich mir folgendermaßen vor.

Ich bin im Es und Du bist im Es und wir sind im Es … weil das Es in uns allen ist, weil es ein Teil von uns allen ist. Und wenn es in uns allen ist, dann ist es All-Es, und wir können es als real betrachten. Oder auch nicht, denn wir sind heutzutage wählerisch, und mehr als früher. Wir möchten es anfassen können. Oder zumindest messen können. Denn wir können heutzutage Dinge messen, die man nicht anfassen kann. Allerdings können wir auch Dinge anfassen, die man nicht messen kann. Beispielsweise, wie sich eine Rosenblüte anfühlt.

Wir sind also darauf angewiesen, eine gemeinschaftliche Ansicht über das herzustellen, was man jedem Menschen zumuten kann zu glauben. Das schränkt die Realität im ES ein auf das, was wir heutzutage als real ansehen – beispielsweise das, was man in einem Labor messen kann. Und natürlich das, was man mit den normalen Sinnen erfassen kann, aber das versteht sich von selbst.

Das Allgewaltige im menschlichen Herzen

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Ein Welt-Text über das Innerste Selbst

Ich versuche mir hier also in Gedanken über das Innerste Selbst, und ich gebe zu bedenken, dass Aussagen über die tiefsten Tiefen, die menschliches Erkennen zu erreichen vermag, notwendigerweise verzerrt sind - es sein müssen, wenn man die Struktur unserer Welt, wie sie sich in unserem Denken abbildet, als eines Raum-Zeit-Systems in Betracht zieht.

Dennoch will ich mich nicht scheuen, wenigstens einen Versuch zu machen, da wir in unseren Gedanken ohnehin weit über das hinausgreifen, was uns unser Bewusstsein als wünschenswert und verständlich erscheinen lässt – und beides. Das ist nun einmal so, ich habe es nicht erfunden, sondern in mir entdeckt.

Das Innerste unseres Wesens ist nicht im Zeitlichen. Es ist im Unzeitlichen nicht, und damit habe ich schon alles gesagt. Zumindest habe ich eine Andeutung gemacht, in welche Richtung wir streben müssten, wenn wir Auskunft über das erheischen, was uns nicht unmittelbar ‚angebunden’ ist. (Das ist eine Formel, die ich gleich erklären werde.)

Bedenken wir zunächst folgendes – und hier beziehe ich mich auf das Bild, das ich in anderen Texten schon verwendet habe (siehe dazu die Graphik am Ende des Textes):

  1. In unserem Wachbewusstsein sind wir auf das beschränkt, was uns die Äußeren Sinne als Welt vermitteln. Das schließt nicht nur das Sinnlich Erfahrbare ein, es umfasst auch alle Gedanken, Ideen, Konzepte, Schlussfolgerungen, die unser Verstand im Umgang mit der ‚Welt als solcher’ zu handhaben gelernt hat. Das ist ein gewaltiger Stoff, eine Unmenge von Daten und eine unüberschaubare Anzahl möglicher Verknüpfungen (die wir auch Konnotationen nennen). Damit habe ich anzudeuten versucht, was Menschen zu einer Zeit denken, was sie an Geschichte für sich in Anspruch nehmen und als mögliche Zukunft präjudizieren.
  2. Darüber hinaus – und ich meine ‚darüber’ – reicht der unermessliche Bereich des ‚Unbewussten’, der all das umfassen mag (hier muss ich undeutlich werden!), was sich ins menschliche Denken nicht umsetzen oder konkretisieren lässt. Das ist der größte ‚Teil’ unserer Gefühle, Ahnungen und Träume. In dem Begriff des ‚Träumenden Selbst’ habe ich anzudeuten versucht, welch unermessliche Dimension in uns ‚schlummert’ (von unserem Wachbewusstsein aus gesehen) – oder wach ist, wenn man es richtig bedenkt. Und ‚wach sein’ heißt hier wörtlich, Wirkungen hervorruft, die wir in ihrem Werdegang in unseren Träumen nur unvollständig erfassen können, und das ist schon stark untertrieben. Eigentlich sind wir noch nicht in der Lage zu erkennen, wie wir die Erscheinungswelt auf einer ‚Ebene’ hervorbringen, die uns nahezu verschlossen ist. Das heißt nun nicht, dass sie wirklich verschlossen ist, denn wir könnten sie sehr wohl betreten und dort Erkenntnisse sammeln, wenn wir es nur für möglich hielten – und uns dieses zu ermöglichen, bemühe ich mich nach Kräften in meinen Texten und Büchern.
  3. Hätten wir nun so weit begriffen, dass wir um ein Vielfältiges größer sind als uns die Sinne dieser Welt (unsere eingeschlossen) vermitteln, und damit meine ich auch alles, was wir nur vom Hörensagen kennen (was manche auch das ‚kollektive Unbewusste’ nennen), dann könnten wir uns an die Aufgabe wagen, einen Blick auf das ‚Innere Selbst’ zu werfen. Das entspricht etwa dem Versuch, sich sehenden Auges auf die Sonne zuzubewegen, und das würde kein Mensch wagen, der bei Sinnen ist – mich eingeschlossen. Weil das so unmöglich ist, und auch die größten Propheten aller Zeiten nur in undeutlichen Tönen von einem ‚unerträglich gleißenden Licht’ sprachen, können wir einen solchen Versuch nur beginnen, wenn uns das Innere Selbst (und ich meine ‚Innere’ – nicht das INNERSTE!) dabei zu Hilfe kommt und uns eine ‚geschwärzte Scheibe’ schickt, wie wir sie benutzen, wenn wir eine Sonnenfinsternis beobachten wollen. Doch das ist wirklich ein schwaches Beispiel, und ich maße mir nicht an, mir das Pendant zu einer ‚geschwärzten Scheibe’ im Unbewussten auch nur annähernd vorstellen zu wollen. Dennoch habe ich in der Vergangenheit erfahren, dass es in uns so genannte ‚Vermittler’ gibt, die uns einen ‚Eindruck’ von dem ‚herüber reichen’ können, was unserem (inneren) Auge zu sehen völlig unmöglich ist. Diese Vermittler sind im ‚Unzeitlichen beheimatet’ – ich bediene mich hier bewusst einer Formelsprache! – und lenken uns in unserem menschlichen Bemühen, ein ‚fruchtbares und allen wohlgefälliges’ Leben zu führen. Was uns diese Vermittler an Eindrücken ‚herunter transformieren’ ist so stark noch immer, dass ich kein Verlangen verspüre, es allzu oft zu erfahren. Ich fürchte, dass so mancher, der es dennoch versuchte und sich dabei über ‚gewisse Grenzen’ (ich weiß nichts darüber, Gott sei Dank!) wagte, zu denen gehört, die in unseren Psychiatrischen Anstalten die Therapeuten zur Verzweiflung bringt. An dieser Stelle möchte ich mich jenen Mahnern anschließen, die vor allzu kühnen Versuchen, in dieser Richtung zu forschen, eindringlich warnen – und dabei zähle ich mich allenfalls zu den Kühnen und beherzige meine eigene Mahnungen, wenn auch nicht immer.
  4. Was nun folgt, kann ich nur noch symbolisch auszudrücken versuchen, weil sich Konkretes nicht denken lässt, weil ich selber Konkretes nicht weiß, und weil ich dennoch etwas mitteilen möchte, was in allen esoterischen Schriften in irgendeiner Weise verschlüsselt wiedergegeben wird. Dabei habe ich nicht den Ehrgeiz, es besser als unsere Vorfahren aus allen Kulturen zu machen, sondern begnüge mich mit ganz bescheidenen Aussagen, die dem einen oder anderen einen Hinweis geben mögen, um welche Größenordnung es hier gehen mag. So will ich nur, und wieder einmal mehr, vorausschicken, dass ‚es nicht in den Worten ist’. Ich spreche noch immer vom ‚Innersten Selbst’ als dem Undenkbaren und Unnennbaren, das doch in uns allen ist und ist und ist …

Bei hinreichender ‚Selbstspiegelung’ könnten wir uns einen Eindruck davon verschaffen, wovon jetzt die Rede ist. Mit ‚Selbstspiegelung’ meine ich eine Analogie zu jenem einfachen Experiment, das ich in dem Buch ‚Ganzheitlich Systemische Bioenergetik’ beschrieben habe. Man stelle zwei Spiegel einander so gegenüber, dass man noch einen Blick in einen von ihnen werfen kann – also fast parallel, aber nicht ganz. Man sieht dann einen Spiegel im Spiegel im Spiegel und so fort. Stellt man sich nun vor, dass jeder Spiegel ein Vergrößerungsspiegel ist (praktisch geht das nicht mehr!), so hat man eine Vorstellung davon, was bei fortgesetzter ‚Spiegelung in sich’ herauskommen mag – ein unendlich großer Spiegel, der alle Größenordnungen sprengt, die ‚Ausdehnung’ des uns bekannten Universums eingeschlossen.

Wie gesagt, das ist eine äußerste dürftige Analogie, die ich sogleich korrigieren werde. Denn wir müssten nun versuchen, die ‚räumliche’ Dimension in eine ‚Qualitätsdimension’ zu übertragen und kämen so der Wirklichkeit ein wenig näher. Und mit Qualität meine ich alles, was uns bei dem Wort Qualität einfallen mag – die Tiefe unserer Gedanken, die Schönheit unserer Künste, die Liebe unserer Kinder, die … bitte fahren Sie selber fort, mir gehen die Worte aus. Es ist, kurz gesagt, das ‚Gute im Unendlich Guten’. (Wer nun nach dem ‚Bösen’ fragt, möge sich noch einen Moment gedulden!).

Ich möchte noch ein anderes Beispiel machen. Stellen wir uns vor, wir (also ich zum Beispiel) seien so groß wie die Erde und würden uns in stetem Umlauf um die Sonne bewegen. Das wären wir in höchster Vollendung – in Wirklichkeit sind wir aber (gegenwärtig) nur ein Stein auf dieser Erde, vielleicht gar ein Fels, mehr aber nicht. Stellen wir uns dann vor, die Sonne wäre wie das INNERE SELBST, das sich in Entwicklung befindet und bestrebt ist, ‚eines Tages’ so zu werden wie die Milchstraße, der es angehört. Dann ‚wäre’ das INNERSTE Selbst das Universum, das alle Milchstraßen umfasst und auf dem Weg ist, eines Tages alle möglichen Universen hervorzubringen, von denen ES heute noch keine Ahnung hat – wir schon gar nicht.

Wie gesagt, das ist auch wieder nur ein Beispiel, und ein dürftiges sowieso. Wer nun seiner Phantasie freien Lauf lässt, kann sich noch einige Beispiele dazu denken, doch mehr als ich jetzt angedeutet habe, wird er oder sie in Gedanken wohl kaum fassen können. Wer darüber hinaus möchte, muss sich notwendigerweise auf jene Wege wagen, die von den Mystikern aller Zeiten beschritten worden sind, und von denen sie uns nur in dürftigen Worten, allenfalls, haben berichten können. Zu diesen rechne ich mich nicht und kann daher niemandem weiterhelfen, der sich um Kenntnisse über das INNERSTE SELBST bemühen möchte.

Nun mag so mancher fragen, wo er oder sie in diesen Beispielen wohl sein ‚Gottesbild’ ansiedeln soll. Diese Frage wage ich nicht zu beantworten, weil sie eine persönliche Frage ist und keine allgemeine Antwort duldet.

Dennoch hoffe ich, dass es mir gelungen ist, in den Lesern eine Andeutung von dem zu machen, was sich hinter dem schlichten Begriff ‚das Innerste Selbst’ verbergen mag. Wir nennen es in anderen Worten ‚das Allgewaltige’ - und das ist mehr als das Allgegenwärtige oder das Allumfassende, denn das ist im Inneren Selbst wohl inbegriffen.

Über das Allgewaltige habe ich mich an anderer Stelle schon geäußert (in dem Buch ‚Heilung kommt von Innen’) und will hier nur kurz wiederholen, was ich mir so denke.

Ich meine zu erkennen, das in uns ein Kern im Kern ist, der uns mit ALLEM verbindet. Man mag ihn den ‚Göttlichen Funken’ nennen oder anderswie, es ist nicht in den Worten. Es ist ein Streben in uns eingepflanzt, das uns dazu drängt, das zu werden, was unser aller Schöpfer (und dessen Schöpfer) auch geworden ist. Dieses Streben ist so umfassend, dass wir es nicht ertragen könnten, wenn es sich voll entfalten würde – es hätte eine Sprengkraft, die die Welt zerreißen würde.

Eine Spur davon haben wir Deutschen erlebt – zumindest aber unsere Eltern oder Großeltern – als sich ein Drittes Reich in Deutschland etabliert hat, das sich in einer unfassbaren Selbstübersteigerung daran machte, die Welt zu verändern und ein ‚Tausendjähriges Reich’ zu schaffen. Man mag es Größenwahn nennen oder sonst wie, es ist nicht in den Worten. Hier haben Menschen versucht, dem Allgewaltigen auf die Spur zu kommen und etwas davon ins Dasein zu bringen, was ihnen wie eine ‚allgewaltige Vision’ erschienen sein mag. Gewaltig war sie wohl, als gewalt-tätig hat sie sich erwiesen, und mehr brauche ich darüber nicht zu sagen.

Andere Spuren dieses Strebens nach dem Allgewaltigen entdecke ich auch in der Welt unserer Gegenwart, und möchte nur in Andeutungen darauf hinweisen, um niemanden zu verunglimpfen. Ich rechne dazu Versuche, die Erbanlagen des Menschen zu manipulieren. Ich rechne dazu Versuche, den Menschen vorzuschreiben, auf welche Weise sie glücklich werden müssen. Ich rechne dazu auch alle Versuche, durch Angst und Schrecken andere Menschen zu belehren oder zu bekehren. Ich rechne dazu auch jene Versuche, die uns die Militärmaschinerie in allen Ländern beschert haben – als ein notwendiges Übel oder eine segensreiche Einrichtung, denn auch hier gibt es gewaltige Unterschiede.

Ich will, wie gesagt, niemanden persönlich ansprechen und niemandem unterstellen, dass er sich bewusst in jene Sphäre des Allgewaltigen vorwagt und sie in die Welt bringen will – ich spreche nur von einem Streben in uns, das man früher als wahrhaft ‚dämonisch’ bezeichnet hätte. Das Streben selbst ist wahrhaft göttlich in seinem Ursprung und ist es in seinem Kern – und das möge jeder bedenken, der sich dem Bösen entgegenstellen will.

Es ist unser aller Schicksal als Mensch, das Allgewaltige oder auch das Allmächtige nicht begreifen zu können. Und es ist wohl unsere Aufgabe zu lernen, dass wir es besser dort belassen, wo es gut und geborgen ist – in unserem innersten Kern.

Das Bild der Welt im Entstehen

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Wir sind nun zwar einen Schritt weiter als bisher, doch wir haben noch immer nicht verstanden, warum wir diesen Schritt tun müssen. Es könnte noch immer so aussehen, als käme es nicht so genau darauf an, wie wir die Welt entstehen lassen, zumindest unserer Vorstellung nach. Warum soll sie sich nicht aus einer Art ‚Urmaterie’ heraus entwickelt haben, getrieben von jenem unbekannten Impuls, den wir heute ‚Zufall’ nennen. Das impliziert doch auch, dass sie irgendwie ihren eigenen Impulsen folgte und es ihrem Geschick (oder Schicksal) überlassen hat, welche Konstellation sich daraus ergibt. Oder ergeben hat, denn wir leben heute in der Konstellation, die wir rückblickend als eine ‚zufällig entstandene’ zu erkennen vermeinen.

Mit ‚wir’ meine ich sehr viele Menschen, solche, die sich Experten nennen und hauptberuflich mit Evolutionstheorien befassen – und die große Masse jener Menschen, die noch nie richtig darüber nachgedacht haben und sich dem allgemeinen Dafürhalten anschlossen. Natürlich schließe ich mich selbst dabei aus, denn ich glaube nicht, was man mir als Evolutionstheorie auftischen will. Ich ahne dahinter noch jenen alten Geist, der die Wissenschaft in die Neuzeit getrieben hat, und dabei seinen Weg durch die Dickichte der religiösen Überzeugungen ihrer Zeit freikämpfen musste.

Auch die Wissenschaften hatten ihre Märtyrer, und sie möchten sie wohl nicht dadurch entehren, dass sie ihnen posthum das antun – einen zielbewussten Geist oder gar göttlichen Willen hinter jenem Antrieb zu vermuten, der die Evolution in Gang gebracht hat und noch in Gang hält. Denn sie, die Evolution, geht weiter, und wir stecken mitten drin.

Nun sind seit jenen unseligen Zeiten, als man die Wissenschaftler in die Knie zwingen und zum rechten Glauben bekehren wollte, längst verflossen und gehören der Geschichte an. Und diese Geschichte, die unser aller Geschicke enthält oder umfasst, geht weiter ihren Gang. Und auf ihrem Weg möchte sie uns neue Einsichten vermitteln in das, was ‚die Welt im Innersten zusammenhält’.

Genau dieser Satz hat mich vor vielen Jahren dazu gebracht, Physik zu studieren, weil ich erwartete, dass die Physiker es am ehesten wissen könnten. Diese Erwartungen sind bis heute unerfüllt geblieben, und ich habe längst verstanden, dass ich mir einen eigenen Weg suchen muss, wenn mich solche fundamentalen Fragen bewegen. Diesen eigenen Weg bin ich gegangen und gehe in weiter, und ich bin immer wieder und aufs Neue gespannt, wohin er mich führen wird.

Das ist nun das Eine. Und das Andere ist neu hinzugekommen. Ich bin nicht mehr so sehr daran interessiert, was ich in den Tiefen meiner selbst – oder meines Selbst – entdecken könnte, denn das habe ich getan und tue es auch jetzt. Vielmehr möchte ich aus den unzähligen Wahrheiten, die sich dort einfinden, jene heraussuchen, die nicht nur mir das Leben spannender machen, sondern auch noch anderen Menschen dabei helfen können, mit ihrem Leben anders umzugehen. Zu dieser Auffassung hat mich wahrscheinlich die Beschäftigung mit dem Krebsproblem gebracht. Und dabei haben mir die vielen Gespräche geholfen, die ich mit solcherart Kranker führen durfte. Das war vielleicht die schwierigste, aber auch die schönste Zeit meines bisherigen Lebens.

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass wir das Heilen und Heilwerden nicht mehr den Ärzten allein überlassen dürfen. Es ist weiterhin meine ebenso tiefe und feste Überzeugung, dass wir die Heilung nur in uns selbst finden – wenn wir danach suchen. Doch andererseits weiß ich, dass die meisten Menschen noch nicht dafür bereit sind, diese Überzeugung zu teilen. Und so werden sie sich in einer Frage, die ihre tiefsten Ängste und Befürchtungen anspricht, weiterhin an die Experten wenden, die ihnen von Rechts wegen als ‚Therapeuten’ zugewiesen werden.

Daher ist es mir ein Anliegen, jenen Menschen zu helfen, die an Leib und Seele erkrankt sind. Denn das eine kann ohne das andere nicht sein. So halte ich an dem Satz fest, dass ‚der Körper das Spiegelbild’ der Seele ist. Und daraus folgt, dass wir alle unsere körperliche Gebrechen nur in den Tiefen der Seele heilen können. Und das möge Gott für uns tun, denn wir können es nicht.

Wenn ich hier so ungeniert ‚Gott’ sage, so tue ich es in der Auffassung, dass jeder einen ‚göttlichen Kern’ in sich trägt – und ich lasse offen, worin dieser besteht, wie er angebetet sein will oder was er mit dem Einzelnen beabsichtigen mag. Diese Aufzählung der ‚unbekannten Eigenschaften’ könnte ich noch fortsetzen, doch auch dann trügen sie nichts weiter aus als das, was in dem uralten Satz enthalten ist: „Mache Dir kein Bild von MIR.“ Punkt.

So ist also gesagt, was ich als den Herkunftsort unserer ‚lebendigen Formen’ ansehe. Und damit ist auch gesagt, dass wir ihn weder ansehen noch verstehen können. Nun mag ich es nicht einfach in den Nebel eines religiösen ‚Das verstehst Du nicht, mein Kind!’ abschieben, denn auch das Suchen und Forschen, das wir in uns spüren, stammt als eine der Formgebenden Kräfte aus jener Quelle, die im Dunkeln (oder dem ‚Allerheiligsten’) zu suchen ist.

Wir stehen hier also wieder vor einem Dilemma, das hinreichend bekannt ist – und dennoch will ich es der Vollständigkeit halber aufführen. Wir suchen nach den letzten Wahrheiten auch dann, wenn sie uns verborgen bleiben müssen. Und in diesem Suchen machen wir nicht Halt vor dem, was unseren Vätern heilig war.

So war einstens der Leib des Menschen ein Heiliges und Heiligtum vor Gott, wie es damals wohl hieß, oder ein ‚Tempel des Herrn’ – und er durfte nicht verletzt noch betreten werden. Oder anders gesagt, dem Menschen wurde geraten, ihn nicht zu verletzen und nicht zu betreten, um seiner selbst willen. Das hat er, der Mensch, nicht eingesehen, und so hat er ihn verletzt und er hat ihn betreten, und davon legt die Medizin der Neuzeit Zeugnis ab, bis in unsere Tage. Und nicht genug damit, wir haben es uns angetan, auch den letzten Schleier jenes Geheimnisses lüften zu wollen, der bisher auf dem ‚Erbe der Menschen’ gelegen hat. Sie wissen was ich meine. Wir grübeln mit modernsten Geräten und ausgefeilten Programmen in unseren Labors darüber nach, wie den wohl die molekulare Struktur der Gene mit unserem spezifisch menschlichen Eigenschaften zusammenhängen könnte.

Nun, ich stehe nicht an, die Antwort auf diese Frage zu geben: Wir werden genau das materialisiert finden, was wir zu finden hoffen. Den Beweis bleibe ich schuldig, weil er mir nicht geglaubt würde, ganz gleich, wie stringent er sich anhört. Weil wir nur das glauben, was wir glauben wollen. Und so dreht sich das Rad der Geschichte weiter, und im Augenblick haben die Materialisten das Sagen.

Doch das Fragen bleibt mir unbenommen, und so bemühe ich mich weiterhin, die richtigen Fragen zu stellen. Und eine dieser Fragen war, wie die lebendigen Formen aus dem innersten Kern, der mir verborgen ist (und bleibt) wohl aufsteigen in unsere Welt, so dass wir sie sehen, hören, riechen, schmecken und ertasten können.

Anders gefragt: „Wie materialisieren sich die lebendigen Formen, nachdem sie in unsere Welt gelangt sind?“ und „Wie gelangen sie überhaupt in unsere Welt?“ und „Was bringt sie dazu, sich in unsere Welt zu begeben?“ und … das soll einstweilen an Fragen genügen.

Es ist mir und wohl jedem Anderen klar, dass wir solche Fragen nur spekulativ beantworten können. Anders gesagt, wir bewegen uns in einem Bereich, den wir irgendwo zwischen Religion, Philosophie und Esoterik vermuten dürfen. Oder sehen Sie das anders?

Ich werde mich also entscheiden müssen, auf welchem Gebiet, oder auf welchem Weg ich meine Antworten suchen will. Ich entscheide mich (vorläufig) für den ‚esoterischen’ Weg. Was nichts anderes bedeutet als dies: ich suche in mir nach meinen eigenen Antworten.

Materie im Vergänglichen

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Das materielle Universum, das uns als ‚Bild der Welt schlechthin’ erscheint, ist eine Gedankenkonstruktion (‚idea construction’), sagt Seth in den Büchern, die von Jane Roberts verfasst worden sind. Mit dieser Auffassung von Materie und Welt möchte ich mich in diesem Kapitel beschäftigen.

Was wissen wir von Materie heute? Diese Frage ist an die Physiker unter den Wissenschaftlern zu richten, wenn wir uns den Gepflogenheiten unserer heutigen Zeit anschließen. Das möchte ich tun und dann darüber hinaus gehen.

Materie ist für uns eine Ansammlung von Atomen, die sich zu größeren Verbänden zusammenschließen. Das tun alle Atome mit Ausnahme der Edelgase. Diese können ‚für sich sein’. Anders gesagt, Atome gelten als mikroskopische Bestandteile der Materie, aus denen sich Stoffe unterschiedlichster Art zusammensetzen: Metalle ebenso wie Steine, menschliche Körper ebenso wie Sterne. Wir glauben, dass es keine andere Art von Materie gibt als die, die man im Labor untersuchen kann. Deshalb bedienen sich Biologen und Mediziner ebenso der gängigen physikalischen Vorstellungen über die Materie wie die Astronomen und die Astronauten. Das Erstaunliche an diesen Vorstellungen ist, dass sie nicht hinterfragt werden. Man tut einfach so, als sei dies klar und es könne nicht anders sein als so.

Andererseits könnten wir wegen der heute geltenden Paradigmen der Naturwissenschaft kaum auf andere Gedanken kommen – und falls doch, könnten wir sie nicht beweisen. Weil wir nur solche Beweise gelten lassen, die mit den gültigen Paradigmen übereinstimmen. Zu diesen gehören immer noch die Grundannahmen, die auf Galileo Galilei zurückgehen: Eine Theorie muss im Experiment geprüft werden. Sie ist nur dann zu akzeptieren, wenn Experimente an allen Orten und zu allen Zeiten diese Theorie bestätigen. Das ist das Kriterium für Allgemeingültigkeit. Falls es erfüllt ist, wird die Theorie akzeptiert und für alle Naturwissenschaftler als verbindlich deklariert.

Das läuft praktisch darauf hinaus, dass ein Ergebnis ‚messbar’ sein muss. Unsere Vorstellungen von einer gültigen Messung legen fest, dass diese nur mit einem ‚geeichten Maßstab’ vorgenommen werden kann. Damit die Bedingung der Allgemeingültigkeit – auch Objektivität genannt – erfüllt werden kann. ‚Geeichte Maßstäbe’ sind Messgeräte mit der besonderen Auflage, dass sie bei a) allgemein akzeptierte Messmethoden verwendet werden können und b) als kleinste Einheit einer Messung den internationalen Standards genügt.

Das ist etwas pauschal ausgedrückt, aber ich möchte verständlich bleiben.

Entscheidend ist nun, dass diese naturwissenschaftliche Methodik ausschließlich für ‚tote’ Materie gilt. Das ist nun ein Kreisschluss, denn wir kennen in der Naturwissenschaft nur ‚tote Materie’. Anders gesagt, nach der naturwissenschaftlichen Denkweise sind die Bausteine jeglicher Materie nicht mit der Eigenschaft ‚Leben’ versehen. Wenn wir also bei makroskopischen Körpern feststellen, dass sie leben – und auch dafür gibt es wissenschaftliche Kriterien – dann kann die Eigenschaft ‚Leben’ nur durch eine irgendwie geartete und noch nicht verstandene Kombination von ‚toten’ Bausteinen entstanden sein.

Daraus ergeben sich einige Konsequenzen, die ich nur als unglücklich bezeichnen kann. Dazu gehört die Auffassung, dass man gültige Aussagen über die Materie (die dann als wissenschaftlich gelten) nur mit Messmethoden erhalten kann, die den Paradigmen der Physik entsprechen. Das gilt in zunehmenden Maß auch für die Biowissenschaften, insbesondere für die Molekularbiologie.

Tote Materie hat aber nach dieser Auffassung weder Leben noch Bewusstsein. Für uns Menschen ist aber gerade das ‚bewusste Leben’ die Anfang und Ende unseres Selbstverständnisses. Wir geraten daher mit dieser Art von ‚wissenschaftlichem Denken’ in unlösbare Widersprüche. Und nicht nur das, wir negieren das, was uns Menschen auszeichnet. Wir reduzieren geradezu den Menschen (von Tieren ganz zu schweigen) auf jene Funktionen oder Qualitäten, die wir als ‚messbar’ ansehen – messbar nach den bekannten Kriterien. Das entspricht annähernd der Vorgehensweise in anderen Bereichen, wenn man ein lebendes Individuum auf eine Nummer reduziert – und das geschah nicht nur in Konzentrationslagern und Zuchthäusern, es geschieht auch noch in modernen Verwaltungsbetrieben.

Zu den unglücklichen Konsequenzen gehört, dass wir damit ‚von Anfang an’ – das heißt, von den Grundannahmen her – nicht nur die geistigen Qualitäten des Menschen vernachlässigen, sondern auch seine ethischen. Wer sich dann noch wundert, dass wir einen zunehmenden ‚Werteverlust’ beobachten müssen, sollte sich an die Wissenschaftler wenden und sie bitten, ihr Weltbild zu hinterfragen. Oder an die Medien, die so ungeniert dieses Weltbild in die Öffentlichkeit tragen.

Wie aber könnten wir diesem Dilemma entgehen. Ich möchte zwei Vorschläge machen, die einen Physiker nicht überfordern und auch nicht ‚brotlos’ machen, erstens. Und die uns zweitens ein Bild von Materie schöpfen lassen, das unserem Bedürfnis nach einer lebendigen Welt mit Lebensqualität besser entspricht.

1. Vorschlag

Wir gehen von dem gängigen Weltbild der Physik aus und nehmen an, dass die elementaren Bestandteile der Materie kein Leben im üblichen Sinn tragen. Wir schließen uns weiterhin der Auffassung der Modernen Physik an, dass diese elementaren Bausteine ‚kommen und gehen’, dass sie als eine sehr kurze Lebensdauer haben. Möglicherweise kürzer, als wir sie bisher annehmen und akzeptieren. Das ist kein schwerwiegender Eingriff, weil wir schon lange vor Entstehen der eigentlichen Quantenmechanik die Annahme akzeptierten, dass wir die Identität von elementaren Bausteinen nicht feststellen können. Anders gesagt, wenn wir zwei mal hinschauen, können wir nicht wissen, ob wir noch den gleichen Baustein vor uns haben oder seinen ‚Zwillingsbruder’, bildlich gesprochen. Man sprach bei der Entwicklung der Quantenstatistik im Neunzehnten Jahrhundert deshalb von der ‚Ununterscheidbarkeit von (elementaren) Teilchen. Genau genommen, führt uns diese These auf ein schwerwiegendes philosophisches Problem, das die Physik umgangen hat, weil mit der neuen Annahme der Ununterscheidbarkeit die Ergebnisse der vorliegenden Experimente (es ging um die Lichtforschung!) theoretisch gedeutet werden konnten. Nun gut. Wir halten uns daran – oder bleiben einstweilen dabei.

In meinen Worten ausgedrückt, lautet die These jetzt so: Elementare Bausteine – oder Elementarteilchen – kommen in unser Raum-Zeit-System und verschwinden wieder. Es handelt sich dabei um rasch pulsierende (‚flackernde’) Lichter, die wir als ‚materiell’ erkennen können. Wiederum nach den gängigen Kriterien.

Beispielsweise verstehen wir heute Atome, die einstens als ‚unteilbar’ galten (daher der Name!) als eine geschickte Synthese von Elementarteilchen wie Protonen und Neutronen. Diese wiederum könnten sich aus noch kleineren Elementarteilchen zusammensetzen – doch welche diese auch sein mögen, sie sind kurzlebig. Was aber beständig ist, das ist der Bauplan, in den sie (die flüchtigen Elementarteilchen) eintreten. Damit haben wir den entscheidenden Begriff eingeführt, um den es uns nun gehen muss.

Nehmen wir den Bauplan eines Atoms. Wir akzeptieren heute folgendes Bild: Ein Atom besteht aus einem Kern, der nahezu die gesamte Masse enthält, und aus einer Hülle, in der sich die Elektronen befinden. Der Kern ist positiv geladen und enthält ebenso viele Ladungseinheiten wie die Elektronenhülle, die negativ geladen ist. Was immer nun der Bauplan eines Atoms sein mag, wichtig ist die neue Annahme, dass er lebendig ist und Bewusstsein hat. Oder, bioenergetisch formuliert: der Bauplan ist ein lebendiges Wesen.

Damit haben wir bereits den entscheidenden Schritt getan, der uns aus dem obengenanten Dilemma herausführen kann. Weil es so wichtig ist, will ich es noch einmal formulieren.

Jede Form ist nur als lebendige Form denkbar. Oder noch einmal gesagt: Eine Form kann nicht tot sein und mit lebendem Inhalt gefüllt werden. So, als würde man eine lebendige Katze in einen toten Sack sperren.

Wir können aber eine lebendige Form mit Materie füllen. Genau genommen, können wir das nicht, denn das macht sie selbst, wenn sie es will. Da wir die Materie in ihren elementaren Bausteinen als extrem kurzlebig annehmen, stellt sich die Frage, ob diese Elementarteilchen lebendig sind, erst gar nicht. Materie befindet sich also in einem extrem lebendigen Austausch mit sich selbst. Dieser Austausch findet innerhalb einer lebendigen Form statt und muss daher die Qualität der Form annehmen – ist also lebendig. Oder lebhaft. Oder dynamisch. Das ist jetzt nicht mehr so wichtig. Weil wir das Problem ‚lebendig oder nicht’ von der Materie auf die Form verlagert haben.

Bevor wir diesen Gedanken weiter folgen, will ich noch meinen zweiten Vorschlag unterbreiten, also eine Alternative zum ersten Vorschlag anbieten. Der lautet dann, verkürzt, so:

2. Vorschlag

Wir nehmen an, dass jedes Elementarteilchen eine minimale lebendige und bewusste Einheit darstellt, in der sich Energie in dieses Raum-Zeit-System hinein begeben kann. Danach hätte also jedes Elementarteilchen ein vollbewusstes Eigenleben – und ist selbst in der Lage, Formen nach inhärenten Plänen zu bilden. Und nicht nur das, es entspricht geradezu einem inneren Bedürfnis oder Antrieb (nach Jane Roberts/Seth: Werterfüllung), sich in Formen zu organisieren.

Auch an diesem Gedanken wollen wir zu gegebener Zeit weiterarbeiten. Ich neige dazu, beide Vorschläge zu kombinieren, wobei mir für die meisten Probleme unserer Zeit das Elementarteilchenproblem als zweitrangig erscheint. Weit wichtiger finde ich den im ersten Vorschlag geäußerten Gedanken einer ‚lebendigen Form’.

Nun dürften alle Physiker auf den Barrikaden ihrer Selbstbehauptung sein, wenn sie diese Sätze lesen. Das scheint allem zu widersprechen, was ein Physiker bisher gelernt hat. Dann wäre also ein Atom, das doch zweifelsfrei eine Form im obigen Sinn darstellt, als lebendig zu bezeichnen! Und noch dazu als bewusst? Wo kämen wir dahin?!

Das will ich sagen, wenn auch in einigen Schritten, also der Reihe nach. Das Ziel jedenfalls ist klar: wir brauchen eine andere Auffassung von Materie, wenn wir unsere Welt nicht in einen ‚toten Planeten’ verwandeln wollen. Ich schlage als Lösung vor, dass wir der Materie das lassen, was sie immer hatte – Leben und Bewusstsein. Und versuchen, von unserer gängigen Naturwissenschaft so viel wie möglich zu retten. Und wenn jetzt ein Physiker sagt: „Was geht mich der Planet an, wenn nur meine geliebten Theorien erhalten bleiben!“. Ja, was dann? Wir könnten dann zurückfragen, auf welchem Planeten er dann künftig seine Theorien vor der endgültigen Vernichtung bewahren will.

Nun könnten wir noch einen Schritt weitergehen und ein weiters Schisma auflösen, das uns schon lange quält, und nicht nur uns Menschen, es quält auch die Tiere und die Pflanzen. Wir könnten fragen, warum wir die Spaltung von Leben und Bewusstsein aufrechterhalten wollen. Wollen wir es denn? Welche Beweise haben wir dafür, dass nicht jedes Lebewesen dieser Erde auch Bewusstsein hat? Zugegeben, die Art des Bewusstseins kann so unterschiedlich sein, dass wir es nicht mehr als Bewusstsein erkennen können. Ich kann mir die Art des Bewusstseins bei einer Spinne oder bei einer Schnecke auch nicht vorstellen. Oder bei einem Baum, einer Rose, oder bei Algen und Bakterien. Aber müssen wir ihnen, diesen uns so fremden Lebensformen, deshalb jegliche Art von Bewusstsein absprechen?

Ich sage, wir müssen es nicht. Und wir sollten es sein lassen. Das Bewusstsein bei jeglicher Lebensform. Es ist letztlich keine wissenschaftliche Frage, sondern eine Frage der Ethik, die wir haben wollen.

Das führt uns in letzter Konsequenz dahin, dass wir die Ethik nicht mehr aus dem wissenschaftlichen Denken eliminieren können. Das heißt, dass wir nicht von Wissenschaftlern verlangen, dass sie eine Ethiklose Wissenschaft betreiben – selbst aber ihren Ethos hochhalten. Beseitigen wir also das dritte Schisma, das sich die neuzeitliche Wissenschaft auferlegt hat.

Zusammengefasst heißt dies:

  1. Wir geben das erste Schisma auf und teilen nicht weiter Materie in solche, die lebt und solche, die tot ist.
  2. Wir geben das zweite Schisma auf und teilen nicht weiter die Lebewesen in solche, die bewusst sind und solche, die es nicht sind.
  3. Wir geben das dritte Schisma auf und lassen jeder Wissenschaft das Ethische als Bestandteil ihrer Methodik.

Damit habe ich nun den Weg vorgezeichnet, wie ich mir eine neuzeitliche Naturwissenschaft vorstellen könnte. Und diese Vorstellungen sind so neu nicht, denn sie werden in anderer Form schon lange propagiert. Beispielsweise mit der Vorstellung von einer Erde, die im Ganzen lebt. (Siehe beispielsweise die Gaia-Hypothese). Und im Ganzen heißt, dass sie auch in ihren Teilen lebt. In allen ihren Teilen, ohne Ausnahme. Es gibt keinen leblosen Raum zwischen lebendigen Teilen. Das eben war der unerträgliche Widerspruch, in den die moderne Naturwissenschaft hineingeführt hat.

Wenn wir also etwas teilen, das lebt, dann verändern wir zweifellos die lebendige Form – beispielsweise wenn wir ein Lebewesen ‚töten’ – aber eliminieren auch die Form? Kann eine lebendige Form zerstört werden?

Das geschieht doch dauernd, irgendwo. Eine Tasse geht zu Bruch, unser Auto wird zum Wrack. Menschen werden alt und sterben. Alles Leben ist vergänglich, sagt man. Das lehrt uns der Augenschein, und zwar zweifelsfrei. Wohin wir auch blicken, es gibt keine materielle Form, die unendlich lange lebt. Auch die Form, so scheint es, kommt und geht.

Nun sind wir an einem weiteren entscheidenden Punkt angelangt. Denn wir müssen nun fragen, woher die (lebendigen) Formen kommen, die wir beobachten – und wohin sie gehen, wenn sie zerstört werden oder altern und sterben. Diese Frage müssen wir stellen, und zwar um unserer selbst willen. Es ist die uralte Frage nach Zeit, Vergänglichkeit und Ewigkeit.

Dieser Frage gehen wir im nächsten Kapitel nach.

Über das Weltall

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Das Weltall, wie wir es kennen, ist eine Zusammenziehung aus ‚Welt’ (Zeit) und ‚All’ (Alles). Letzteres erklärt sich von selbst, denn wir verstehen darunter noch immer (welch ein Wunder!) das All-Eine. Also das, was alles ist, war und sein wird, zusammenfasst.

Damit sind wir bereits beim Thema, denn wir wissen, dass wir nicht alles in der Gegenwart erfassen können. Denn zu Alles gehört doch wohl das, was gestern und vorgestern war, also die Vergangenheit und die Vorvergangenheit. Und es gehört das, was morgen und übermorgen sein wird, auch dazu. Also unsere ganze Geschichte auch. Und Geschichte verstehen wir als etwas, was in einem Zeitbogen Alles zu umfassen scheint. Zumindest theoretisch.

Das ist nun eine etwas naive Fiktion, denn wir können schon die Gegenwart nicht allumfassend erkennen. So beschränken wir uns zumeist auf das, was in der Gegenwart als ‚faktisch’ bekannt wird. Das ist ein gehöriges Filter, denn wir erfahren individuell weit mehr, als die Allgemeinheit erfährt. Und auch das, was in der Allgemeinheit bekannt wird – denken wir nur an die vielen Nachrichten, die uns täglich erreichen – verschwindet alsbald in den ‚Aktenordnern der Geschichte’.

Doch selbst wenn wir alles Faktische in einem gigantischen Datenspeicher aufzeichnen könnten, wären damit nicht die zahllosen Gedanken erfasst, die sich die einzelnen Individuen dieser Gesellschaft bzw. aller Gesellschaften in allen Ländern gegenwärtig erlauben. Und selbst wenn wir diese wüssten und aufzeichnen könnten, dann wären damit noch nicht die Gefühle und Empfindungen erfasst, die in zahllosen empfindenden Wesen einhergehen. Und selbst wenn wir dieses alle wüssten und aufzeichnen könnten, so hätten wir keine Angaben über die zahllosen Bewegungen von Materie und Materiebruchstücken, die gerade zu Gange sind – wir hätten also von unserer Gegenwart nichts weiter als das aufgezeichnet, was im Menschlichen, allenfalls noch im Tierreich, an Informationen (modern ausgedrückt) erschaffen wurde. Nichts über das Flüstern der Blätter an den Bäumen im Wind, nichts über das Seufzen der Wolken im Sturm, nichts über die ‚Gedanken’, die sich in den Wellen des Meeres auszudrücken versuchen. Und selbst wenn wir dieses alles wüssten und aufzeichnen könnten, wie stünde es dann um die Gegenwart von gestern oder von morgen?

Wir reden von Allem in einem umfassenden Sinn, und haben doch so wenig Kenntnis über das, was Alles ist eigentlich umfasst. Und das ist gut so und ich habe nichts daran auszusetzen als die menschliche Unbescheidenheit, wenn wir von Allem so daher reden, als hätten wir eine Ahnung, wovon wir sprechen.

Und wenn wir gar daran gehen, unsere Träume zu untersuchen und die Welten entdecken, die sich darin auftun, dann wäre uns das ‚Alles verstehen können’ endgültig verleitet. Möge es jemand versuchen, ich bin längst davon abgekommen und mit dem zufrieden, was mir ‚ins Auge springt’ oder im Ohr klingt – oder was mich, wie jetzt, in den Fingern juckt, es aufzuschreiben.