Das Zeitbedungene am System

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Gesunde Systeme

Das 'Zeitbedungene' ist ein unschönes Wort für diejenigen, die sich unter 'Zeit' etwas vorstellen, das die Zeit nicht ist, noch jemals so sein wird, wie sie es sich vorstellen. Und das wiederum ist falsch, denn unsere Vorstellungen von 'Zeit' und 'der Zeit als solcher' und von 'Zeitlichkeit' und 'Zeitlichkeit als solcher' sind prägend und maßgebend für die Zeit in ihrem Wesenscharakter und in ihrem Wesen und in ihrer Wesensart, und das alles zusammen.

Das ist nun nicht das, worüber ich sprechen wollte, als ich über das Sterben von Systemen zu sprechen mir vorgenommen hatte, und doch ist es das, was dem Sterben zugrunde liegt. Denn im Sterben tritt uns die Zeitendlichkeit eines Systems und die Zeitunendlichkeit eines anderen Systems entgegen und tritt uns gegenüber und lässt uns daran erinnern, dass die beiden Systeme ineinander verwoben sind.

Und so es das eine System ist, das wir betrachten, tritt uns die Zeitunendlichkeit entgegen und schiebt sich in den Vordergrund. Und so wir das andere System betrachten, ist es umgekehrt und wir mögen es so sehen oder anders, es läuft auf dasselbe hinaus. Und dieses 'es läuft auf dasselbe hinaus' meint oder soll meinen und uns bedeuten, dass es ein und dasselbe ist und uns doch als Getrenntes erscheint in unserer Anschauung der Welt, die wir 'Weltanschauung' nennen.

Und so es das ist, ist es dem Einen wichtig, die Zeitendlichkeit zu betonen, und dem Anderen mag es wichtig sein, die Zeitunendlichkeit hervorzuheben, und es mögen beide Recht haben und in ihrer Umgebung als rechtens anerkannt sein, und sich doch nicht darüber verständigen können, dass sie beide im Recht sind.

Und so ist das mit dem Verwobensein von Systemen, wie wir leicht an den Kirchen und Sekten und religiösen Glaubensgemeinschaften sehen können, so wir es wollen und in Augenschein nehmen wollen und es im Auge behalten wollen und uns nicht weiter Gedanken darüber machen, wie es zusammen hängt. Und so ist das Zusammenhängende und das 'Wie es zusammenhängt' das eigentliche Problem, das einen Wissenschaftler dazu treibt, sich auf die eine oder andere Sichtweise festzulegen, denn im Logischen lässt es sich nicht anders anschauen und behandeln und als ein Handelndes in die Welt setzen und zur Tat werden lassen.

Und so es das Logische ist, das uns führt und leitet und uns verleitet und uns leiden macht an uns selber, so wir uns mit solchen Fragen beschäftigen, und wir uns mit der Frage des Sterbens im Besonderen beschäftigen mögen, so ist es leicht einzusehen, dass wir zu verschiedenen Ergebnissen gelangen werden und dies auch tun, und es getan haben in unserer Vergangenheit, die wir die Geschichtliche nennen. Nun ist es das Geschichtliche des 'So geworden seins', und das 'So geworden sein' ist das Element, das uns die Geschichte all so betrachten lässt und Es im 'All so' sein lässt und es nicht weiter untersucht, ob es rechtens ist, dass wir an diesem So geworden sein (dem Geschichtlichen also) festhalten und es nicht verändern gemäß den Möglichkeiten, die in uns liegen und die sich in uns erheben, und die sich immer wieder anbieten und darstellen als ein Geschichtliches geworden sein und ein Ungeschichtliches insofern, als die Geschichte sich ständig verändert und im Sich Verändern begriffen ist, wenn sie in unsere Erinnerung und in unser Erinnern, und in beides, 'einfällt'.

Und so möchte ich mich zunächst mit dem Erinnern und dem Sich Erinnern und dem Gedenken und Sich Gedenken und dem Sich Gedenken machen befassen und es anfassen ganz so, als ob es lauter verschiedene Dinge wären. Und so ist es auch, und so ist es gemacht in unserer Anschauung, und ist doch ein und dasselbe, und als System voneinander zu unterscheiden, und als Begriff voneinander abzuheben, und doch ineinander verwoben und führt uns zum selben Ergebnis, wenn wir der einen Spur folgen und die andere nicht aus dem Auge verlieren.

Und so ist die Zeitgeschichtlichkeit nicht das Besondere an der Zeit, sondern das Besondere und Augenfällige an unserer Auffassung von der Zeit, und sie ist es insofern, als sie ein Systematisches ist und ein System darstellt, das in sich geordnet ist und zu einer Ordnung im Denken führt und uns dazu verleitet anzunehmen, es sei so gemacht in dieser Welt. Und ist es doch so gemacht, dass wir dies denken sollen und es im Denken bewegen sollen, bis wir einsichtig werden und zu der Einsicht gelangen, dass es so nicht ist , sondern uns so erscheint, um in der menschlichen Ausdrucksweise zu bleiben.

Und das sage ich, weil ich weiß, dass das So Erscheinen im Ist inbegriffen ist und in diesem enthalten ist, und daher ist es richtig zu sagen: Es ist uns so erschienen. Und so wir es so sagen, ist es die richtige Formulierung und wir haben ausgedrückt, was uns im Erscheinen erinnerlich ist, und was wir aus unserer Erinnerung nehmen und aus ihr entnehmen können und in ihr angeordnet haben nach jenen Zeitbegriffen, die wir uns als Menschen erworben haben, und können es daher ausdrücken in einem Davor und Danach.

Und so wir das Davor und das Danach einig tun, und ein jeder es auf seine Weise tut, was er ohnehin tut, und uns darüber einigen, es so zu sehen, dass es ein jeder verstehen kann, so ist es keine Streitfrage sondern eine Vereinbarung und ist uns gegeben als ein Kalender oder Zeitsystem in der Anordnung von Tagen und Jahren und Jahrzehnten und Jahrhunderten und so fort. Und so wir in 'Äonen' denken, sind wir außerhalb des geschichtlichen Zeitsystems, auf das wir uns geeinigt haben und befinden uns im Niemandsland von Zeitausdrücken, die wir gar reichlich haben und die jedem etwas sagen mögen und doch nicht das Genaue, das eine Zeitangabe ausmacht.

Und so ist die Angabe 'es war vor Jahrmillionen' eine ungenaue in sich und kann nicht genauer gemacht werden, denn es entspricht nicht unserer Erinnerung, denn keiner erinnert sich an das, was vor Jahrmillionen war, sondern es ist ein übergezogenes und aufgestülptes System insofern, als es unserer wissenschaftlichen Denkweise entspricht, die wir erlernen müssen und als Kinder erlernen und in Erfahrung bringen und gelehrt werden und alles zusammen genommen.

Denn das Erlernen ist ein Vielschichtiges und ordnet sich in uns an nach Zeitbegriffen und nach anderen Kategorien, und nach einiger Zeit wissen wir nicht mehr, wann wir es gelernt haben, sondern erinnern uns bestenfalls daran, dass wir es gelernt haben und tun uns zugute, dass wir es wissen und es dem Wissen unserer Zeit entnommen ist. So weiß es ein jeder und kann es wissen, so er es wissen möchte. Und doch greift keiner auf seine Erinnerung anders zurück, als dass er sich daran erinnert, es gelernt zu haben.

Und so ist die Zeitangabe von Jahrmillionen eine gelernte und eine geschichtete insofern, als es einem Ordnungssystem entspricht, das wir das erdgeschichtliche nennen und auch Evolutionstheorie, wie sie uns heute gegeben ist und als wahr erscheint und als glaubhaft versichert wird, und ist doch nichts weiter als ein Vereinbarung darüber, wie wir die Fakten unseres Wissens in ein Ordnungssystem bringen können, das ein eingängiges ist und uns eingängig gemacht wird, und das beides zusammen.

Denn das Eingängige an diesem Ordnungssystem ist nicht, dass es glaubhaft ist, noch dass es glaubhaft gemacht wird, sondern dass es im Es verankert ist und ein Gültiges ist insofern, als es einer Vereinbarung entspricht und viele daran glauben, und es leichter ist daran zu glauben, als an ihm zu zweifeln.

Und so es im Es ist, ist es ein Element der Stärke und ein Überwältigendes und ein Element des Allgewaltigen. Und doch will ich daneben stellen, dass es ein anderes Zeitsystem gibt und zu anderen Zeiten ein wissenschaftliches Zeitsystem ein anderes war, und das Wissenschaftliche selbst eine andere Methodik verwendet hat, die zu ihrer Zeit die Gültige war und sich ebenso verhalten hat wie die unsere zu unserer Zeit.

Und so das Wissenschaftliche ein gültiges Ordnungssystem ist, mag es uns gefallen, sich ihm anzuschließen und als ein Anhänger der 'wissenschaftlichen Denkweise' zu gelten und sich im wissenschaftlichen Denken zu üben, und das ist ein Gültiges und eine allgewaltige Aufgabe insofern, als sich ihrer viele verschrieben haben und sich verpflichtet fühlen, diese zu bewältigen und in ihrer Bewältigung ihre Lebensaufgabe sehen, und sich darin nicht vertun und es ernsthaft betreiben bis zu ihrem Tode.

Und so sie es in dieser Weise betreiben und nicht als ein Vorgegebenes vor sich halten und vorschützen, es betreiben zu wollen, und andere Ziele dabei verfolgen - und sei es ein betrügerisches und sich selbst täuschendes Ziel - so mag es seinen Zweck erfüllen und den Menschen glücklich machen und ihn zufrieden zurück lassen als solchen, wenn er gestorben ist. Denn dann ist er als Mensch in die Erinnerung eingegangen und ist ein geschichtliches Faktum, das man erinnern kann als solches, und er mag in der Erinnerung Einzelner noch einige Zeit bestehen oder auch nicht, ganz wie es seinem Bekanntheitsgrad entspricht.

Und so es nicht bekannt ist, dass dieser Mensch gelebt hat, und sich keiner daran erinnert, so mag er ein geschichtliches Wesen gewesen sein und es geworden sein und es verleugnet haben, und hat sich davon gemacht, ohne seine Spuren zu hinterlassen. Und so er dies getan hat, hat der doch seine Spuren gesetzt und ein Minimales erreicht insofern, als er das Ziel erreicht hat, das seinem Bestreben entsprach, und es bestrebt hat, ein Es zu werden und ein Es zu entwickeln und im Es sich wohl zu tun und ein Gängiges zu werden in dieser Welt.

Und ist diese Welt doch nicht unsere Welt, denn unsere Welt ist größer und ist die Welt eines Jeden - und dieses 'eines Jeden' schließt ein, was jeder in der Tiefe ist.

Und dieses 'in der Tiefe sein' schließt ein seinen Seinszustand, und den Seinszustand eines Jeden, und dieser Zustand ist nun ganz und gar nicht in dieser Welt. Und so ist 'diese unsere Welt' eine Welt im Großen, und das mag jeder sehen, der sich im Großen aufhält und eine Ebene erreicht und zu erreichen versucht, auf der er sich im Ganzen sieht. Und dieses 'sich im Ganzen sehen' ist ein unmögliches Ding für uns Menschen, denn es ist uns nicht gegeben, sich im Ganzen zu sehen und ein Ganzes in sich zu werden, es sei denn, dass wir abgeschlossen haben mit dieser Welt.

Und so wir mit dieser Welt abgeschlossen haben, sind wir nicht mehr in dieser Welt, und doch sind wir Teil von dieser Welt insofern, als unsere Erinnerung in dieser Welt 'schwebt' und ein Schweben verursacht, das wir nachvollziehen können, wenn wir uns derer erinnern, die vor uns gegangen sind und die in unserer Erinnerung noch anschweben und anklingen und im Anklingen uns ihre Namen nennen, und wir uns ihrer Namen erinnern und mit ihren Namen etwas verbinden, das in uns ist und in unserem Gedächtnis verblieben ist als ein Erinnertes. Und es im Erinnern ein Gedenken gibt an sie und an das, was sie geschaffen haben zu ihrer Zeit.

Und dieses 'zu ihrer Zeit' ist nicht unsere Zeit und ist doch in unserer Zeit inbegriffen, und so mag es uns gefallen, uns an das zu erinnern, was ich über die Zeit und die Zeitlichkeit eines Systems gesagt habe. Und so ist das System ein Zeitliches und ist ein Gestorbenes insofern, als es zum Sterben verurteilt ist durch seine bloße Existenz, und in seiner bloßen Existenz ist es ein Kommen und ein Gehen und ein 'im Werden Begriffen sein', und das mag jeder verstehen, der sich an das erinnert, was er gestern war und was er morgen sein wird.

Und dieses 'morgen sein werden' ist in unserer Vorstellung kein Erinnern, sondern ein Sich Vorstellen, und so es das ist, mag man sich damit begnügen und es bei dem Verstehen belassen, das uns bisher gegeben war und als ein Verstehen verfügbar ist.

Und so man sich damit nicht begnügen will, sondern ein Zusätzliches anstrebt, so wie ich es tue, so mag man sich in ein Übermorgen versetzen und sich im Übermorgen vorstellen, dass man sich an Gestern erinnert, das, von uns aus gesehen, ein Morgen ist. Und so man diese Beweglichkeit im Geiste erlangt hat, mag man sich vorstellen, dass es ein Erinnern im Großen gibt, das ein Erinnern an die Vergangenheit ist, wie wir es kennen, und ein Erinnern an die Zukunft ist, wie wir es nicht kennen, und man mag sich vorstellen, dass dies ein erstrebenswertes Ziel ist, so wir es uns verfügbar machen und ein Verfügen darüber erlangen, und im Verfügen darüber ein mehr Tun als wir bisher getan haben, so wir es uns bisher versagt haben, dergleichen zu tun.

Und so ist es uns gegeben und ist in unserer Vorstellung möglich und als ein Mögliches ist es in uns angelegt und kann uns verfügbar werden und ist nur eine Schranke, die wir uns selbst setzen und die wir durchbrechen können, so wir sie im Vorstellen zu durchbrechen versuchen.