Das System und seine Mitte

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Gesunde Systeme

Wenn ich denke und an das Systematische denke, so denke ich in Begriffen der Systemtheorie auch, aber nicht nur, denn ich will von Anderen verstanden werden, als nur von 'Systemtheoretikern' oder solchen, die sich dafür halten.

Und so mag ich mich zu Systemen äußern und Begriffe verwenden, wie sie gang und gäbe sind und den Gepflogenheiten entsprechen, und mag mich damit doch nicht begnügen, denn es drängt mich, das Wesentliche zu suchen und den Kern einer Sache zu erfassen, und so ich den Kern einer Sache treffe, bin ich mitten im System.

Und das ist das Besondere an der Systemtheorie, dass es kein 'Mitten' gibt, denn jedes System hat ein Untersystem, und jedes Untersystem ein 'Mitten im System', und so mag man daraus erkennen, wie das Teilen des Systems ein Teilen des Kerns und ein Unauffindbar machen des Kernigen ist, denn so ich im Teilen fortfahre, teile und spalte ich die Kerne der Systeme, und fahre fort im Teilen von Kernen, und endige in der Kernspaltung, und das ist der Punkt, an dem wir nun angelangt sind.

Da nun die Kernspaltung als Spaltung der 'atomaren Kerne' gelungen ist, und wir die Kerne von Atomen als ein Denksystem erfasst haben und uns überzeugt haben, dass darin viel Energie enthalten ist, und dass dabei Energie freizusetzen möglich ist, und wir diese Energie zu mancherlei Zwecken benutzt haben und sie weiter benutzen, und sei es dazu, ein großes Zerstörungswerk zu vollbringen und ein noch größeres Zerstörungspotenzial einzulagern, und damit das Allgewaltige nachzuempfinden, wie ich es zuvor beschrieben habe, so mag es nun genug sein, und die Einen oder Anderen mögen sich damit befassen, Kerne zu verschmelzen und daraus ein Übersystem zu bilden und damit noch mehr Energie freizusetzen, und wissen dennoch nicht, woher die Energie kommt.

Denn was immer sie berechnen, berechnen sie in ihrem Kopf, und sie rechnen mit der Natur, und sie berechnen die Natur, wie sie glauben, dass sie beschaffen sei, und ist doch die Natur es, die sie berechnen macht.

Und so sie dieses Berechnen nicht aufgeben, werden sie nichts weiter werden als ein berechnendes Wesen und werden sich im Berechnen schulen, doch die Natur werden sie nicht bergreifen, denn die Natur ist nichts Berechnetes noch ein Berechnendes nur.

So sie das Berechnen aufgeben und das Kernverschmelzen aufgeben und die Natur belauschen und ihr ablauschen, woher sie ihre Energie nimmt, wie es manche schon begonnen haben, so werden sie ein großes Energiereservoir entdecken. Und man kann es bereits nachlesen und lesen, wie es manche bezeichnen als 'Energie aus dem Nichts' [1], und ist es doch nicht das Nichts, sondern ist es nur nicht das, was die Physiker als 'die Natur' in ihr Begreifen nehmen.

Und so sie es in ihr Begreifen nehmen, haben sie es begriffen, und so sie es nicht in ihr Begreifen nehmen, haben sie es nicht begriffen, und so sie die Natur begreifen wollen, müssen sie das Rechnen einstellen. Denn die Natur ist es nicht, die rechnet, sondern es ist der Mensch, der solches tut, und er ist der Rechenstab für alles. Und so er das Rechnen einstellt, gibt es nichts Berechnendes mehr in dieser Welt.

Denn die Natur ist ein Überschäumendes und ein Verschwenderisches und ein 'Aus Sich Hervorquellendes'. Und mag man sie loben als ein Etwas, oder ein Vieles, oder ein Manches, so ist es doch das Allgewaltige selbst, das sich in ihr ausdrückt und zu erkennen gibt in Blitz und Donner und Erdbeben und Vulkanausbrüchen und selbst in der minimalen Bewegung des Meeres und der Winde.

Und so wir das Minimale erkannt haben, und nach dem Minimalen streben, haben wir ein Prinzip (wieder-)entdeckt, und ein Prinzip am Wickel, das zu entwickeln sich lohnt. Und die Physiker haben es als 'Minimalprinzip'[2] während ihrer klassischen Periode vor mehr als hundert Jahren schon entwickelt, und als Minimalprinzip erkannt und als Minimalprinzip gehandelt, und doch hat es sich nicht durchgesetzt und sich nicht zum Maßstab gesetzt für das Handeln des Menschen, noch für das Unternehmen und seine Unternehmungen, noch für das Gestalten seiner Werke[3].

Denn er hat sich dem Maximieren verschrieben und sich das Maximale zum Ziel gesetzt, und den maximalen Effekt auf seine Fahnen geschrieben, und wer das nicht glaubt, der mag sich an das Getöse der Atombomben erinnern, als sie detoniert sind.

Und so wir das Maximale anstreben, bleiben wir in unseren Effekten minimal, und bleiben in unserem Erreichen von Zielen minimal, und maximieren nur das, was wir auf unserer (Werte-) Skala als 'ganz oben' angesiedelt haben.

Und so mag man es Energieverbrauch nennen, oder Profit oder Umsatz oder Bruttosozialprodukt, oder was es der Maße noch geben mag, es ist ein minimaler Effekt, wenn man im Ganzen denkt, und im Ganzen handelt, und im Ganzen empfindet und das Ganze unter sich sieht, und den Schaden einschließt in sein Beschauen, den wir in unserem Wirken und Werken anrichten.

Und 'unter sich sehen' will ich so verstehen, dass man sich in ein Übersystem begibt als ein Gedachtes, und in ein Untersystem begibt als ein Fiktives, und sich hin und her schwingt und dazwischen pendelt wie einer, der auf der Schiffschaukel sitzt, und der das Schwingen von oben nach unten und von unten nach oben geübt hat. Und so man sich geübt hat in seinem Geist und das Schwingen gut beherrscht, mag es gelingen, das Unten und das Oben zusammen zu sehen, und sich ein Bild zu machen von Oben und von Unten. Und so man dieses Bild in sich festhält, hat man einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit Gottes.

Und ist die Wirklichkeit Gottes doch nichts als das, was in uns angelegt ist, dass wir es benutzen, wenn wir nicht die Augen zukneifen, und den Hintern offen lassen, sondern umgekehrt: das Auge weit geöffnet halten, sodass uns alles Licht der Welt erblickt.

Und so wir im Erblicken des Lichtes der Welt ein Gutes tun und ein Gutes bewirken wollen an uns und den Anderen, so ist das Licht reichlich, und es wird sich uns öffnen und wird sich uns darstellen als eine Energie, die minimal Schaden anrichtet, und maximal Gutes bewirkt.

Und was wollen wir mehr?



1.) Jürgen Heinzerling: "Energie aus dem Nichts: Macht, Magie und Wissenschaft", Kopp Verlag, Rottenburg, 2008.

2.) Minimalprinzipien wurden schon im Altertum (direkt oder indirekt) von griechischen Philosophen verwendet. In neuerer Zeit sind sie wieder in der Optik (Strahlenbrechung) und der Thermodynamik aufgetaucht. Allgemein bekannt geworden sind sie jedoch erst durch Quantenmechanik, als Max Planck 1899 das Elementare Wirkungsquantum in die Physik einführte.

3.) Dies scheint nicht auf das ökonomische Minimalprinzip zuzutreffen. Doch bedenke man, dass man auch dabei den größtmöglichen Nutzen oder Effekt als Ziel setzt.