Gesundheit an sich

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Gesunde Systeme

Das System, das ich hier beschreiben will, ist die 'Gesundheit an sich'. Gesundheit ist keine Eigenschaft des Körpers, noch eine Eigenschaft des Menschen, obwohl wir sie uns gegenseitig wünschen und das zu Recht, wie man noch sehen wird, sondern es ist die Gesundheit 'ein Vermögen des Menschen aus sich heraus'.
Ein 'Vermögen aus sich heraus' soll beschreiben (denn erklären kann ich es nicht), was im Menschen als möglich angelegt ist und in seinem Vermögen liegt, so er dieses Vermögen akzeptiert und für sich beansprucht.

Hier ist es wie mit einer Erbschaft, die man annehmen oder ablehnen kann, und ist sie ein Erbe doch insoweit, als derjenige, der es vermacht hat, dies aus gutem Grund als seine Hinterlassenschaft betrachtet und in die Welt gesetzt hat. Das 'In die Welt setzen' ist ein anderer Ausdruck, den ich auch gebrauche, und der nichts mit 'Kinder kriegen' zu tun hat, obwohl es auch dabei ein 'In die Welt setzen' gibt. Oder geben mag, wie wir noch sehen werden. Denn in die Welt setzen kann ich nur, was sich in die Welt setzen lässt, und das erfordert zweierlei: zum einen Platz, an dem es aufgenommen wird und aufgenommen werden kann und sich als ein Werdendes in der Welt befinden kann.

Das Andere ist, dass es die Welt im Ganzen zulässt und nach ihren Eigenschaften und Bedingungen ermöglicht, dass ein 'Auf die Welt kommen' auftreten kann.

So ist jeder Gedanke, der uns durch den Kopf schießt, ein 'In die Welt Gesetztes' und hat als solcher die Bedingungen erfüllt, die ihm abverlangt werden, und die Hindernisse passiert, die am Eingang dieser unserer Welt aufgebaut sind. So ist die Welt ein gar enger Schlauch, und nicht jeder Brocken kann sich darin bewegen noch sich darin befinden noch ein- und ausgehen.

Das Ein- und Ausgehen ist das, was wir betreiben, wenn wir geboren werden und auf die Welt kommen, was korrekt ausgedrückt ist insofern, als wir auf der Welt sind, so wir in die Welt gekommen sind, und auf der Welt uns befinden und in der Welt zugleich.

Das mag eine Andeutung dafür sein, dass wir nicht in 'voller Statur' in sie eintauchen, sondern einen Teil für uns behalten und bewahren im Außerhalb, und so im Jenseits und im Diesseits zugleich sind und existieren.

'Existieren' ist ein anderer Ausdruck dafür, dass wir in der Welt sind und ihr angehören und unsere Existenz in ihr begründen, was soviel heißt wie, dass wir im Diesseits und im Jenseits sind, und dass das Diesseits wesentlich ist für unser Fortkommen im Jenseits und umgekehrt. Das mag man nun verstehen, wie man will, und ich werde es an passender Stelle erklären, wenn es Zeit ist, darüber zu sprechen.

Ich will mich hier nicht vertun und nicht das System der Welt in Gänze erklären, denn das will und kann ich nicht insofern, als es mir nur einen Ausschnitt zeigt, und ich in meinem Ausschnitt nur das Ganze in sich aufleuchten sehe als Aspekt dessen, was das Ganze als solches sein mag. So ist es mir verwehrt, und es ist jedem verwehrt, das Ganze zu sehen, oder es zu erschauen, wie wir sagen.

Denn das Sehen mit dem 'Inneren Auge' ist ein Schauen, und Schauen ist das, was unsere Weltanschauung begründet. Es ist nicht unsere Weltsicht, die wir in der Welt finden, und die wir in der Welt finden sollen, sondern unsere Weltanschauung im ureigenen Sinn. 'Ureigen' soll bedeuten, dass sie uns zu eigen ist und des Ursprungs bedarf, den wir
'S e e l e' nennen, und der im Ursprung zu Hause ist und nicht in dieser Welt.

Und so mag man sich damit erklären, warum die Seele ein gängiger Begriff ist, der jedem geläufig und doch von keinem verstanden wird. So ist die Seele 'eine Auffassung des Selbst von sich selber' und man mag daraus erkennen, dass es eine Selbstanschauung ist und der Weltanschauung bedarf, damit sie sich als solche klärt.

Denn das ist das Geheimnisvolle an der Weltanschauung, dass sie nichts besagt, so man nicht eine Seelenanschauung danebenstellt und die Seelenanschauung als das Wesentliche begreift, und das 'Auge der Seele' als das eigentliche Organ des Schauens entdeckt, wie wir das ausgedrückt haben. Obgleich wir es nun Inneres Selbst nennen und damit den Klippen und Fährnissen aus dem Wege gehen, die es im Begriff der Seele und der Seelenanschauung seit Urzeiten gibt.

Denn nicht nur die Griechen, sondern auch ihre Nachfolger und andere, die sich auf sie beziehen, haben ein gutes und brauchbares Bild von der Seelenanschauung entwickelt und von sich gegeben, und es ist uns überliefert worden oder tradiert worden (wie man heute sagt), und ist doch nicht ein Gängiges geworden.

So mag man daraus ersehen, dass die Seele nichts ist, was sich uns aufprägt und aufdrückt, wie man gemeinhin annimmt, sondern ein Individuelles und ein Allgemeines insofern, als es jeden betrifft, doch jeden auf seine Weise (ich will mich hier kurz fassen und mich nicht im Einzelnen darüber auslassen, was ich an anderer Stelle tun werde).

Das ist nun nicht erhebend insofern, als es nur einen Tatbestand zitiert und nichts erklärt, und ist doch nötig, es an den Anfang zu stellen.

Denn wir können kein System erklären und keine Systemtheorie begründen, die umfassender ist als das bisher Gebotene und heute Gängige, wenn sie der Grundlage entbehrt, die in der Seelenanschauung enthalten ist. So mag man es Klassizismus nennen, oder Idealismus, oder neoklassizistischer Idealismus, oder welche Kategorien auch immer sich bilden und finden lassen, wenn man etwas abtun will, das einem nicht passt und das man zum Wegwerfen bestimmt hat.

So ist das Wegklassifizieren nicht mein Teil, und ich will mich wohl bewahren vor solcherlei Tun, denn es ist im Tun und gängig und üblich geworden, und es mag sich nun wenden und zurückfinden in eine Sprache, die des Klassifizierens nicht bedarf. Denn das Klassifizieren ist das Überstülpen einer Ordnung und Systemtheorie insofern, als es eine Unterteilung und damit eine Unterscheidung möglich macht, und das ist gut so.

Doch wenn man die Grenzen zu eng zieht und sie zuzieht und nicht durchlässig hält, sodass man Facetten des Einen im Anderen wiederzuerkennen vermag, so ist es unbrauchbar, weil es ein Teilen ohne Verbinden und ein Trennen ohne Zusammenfügen ist. Und so es das ist, habe ich nichts dazu zu sagen, denn ich habe es bereits gesagt und abgelehnt und abgelegt für mich selber.

Das ist nun nicht das Eigentliche an einem System, dass es des Teilens bedarf, denn das Teilen ist ihm eingebaut, sonst wäre es kein System, und die klassische Einteilung in Systeme, Subsysteme und Suprasysteme mag übernommen werden und es bleiben, wenn man sich klar macht, dass jedes Suprasystem im Subsystem enthalten ist, und dass so der Bogen sich schließt und das Kleine das Große auch umfasst[1].

Das läuft nun voll und ganz dem zuwider, was wir im Einteilen gewöhnt sind und was uns zum Handeln befähigt und was unsere Weltordnung errichtet und aufrichtet zugleich. Und doch ist es das, was die Systemtheorie komplett macht, wenn man von der heute bestehenden rudimentären Form ausgeht.

Und so man die Systemtheorie nicht völlig neu erfinden will, was ich nicht vorhabe, so mag man sich an dem orientieren, was ich sage, damit es zu einem Fortschritt kommt, und der Größenwahn ein Ende findet, der die Menschheit seit Urzeiten 'be-mannt'. Und übermannt dazu, wie man sehen kann, wenn man die Geschichte im Allgemeinen und die des Dritten Reichs im Besonderen betrachtet und sich klar macht, dass es der Größenwahn ist, der die Welt ins Unglück gestürzt hat, und nicht Hitlers Privatvergnügen oder der Deutschen besondere Eigenschaften (obwohl das alles mitgespielt haben mag).

Und an diesem Unglück sind alle beteiligt, und keiner mag sich absondern, der den Größenwahn in sich genährt hat und den Imperialismus in sich gezüchtet hat, und die 'Schlange am Busen trägt', wie es in der alten Sprache heißt, 'bis in alle Ewigkeit'. Das ist nun ein anderer Ausdruck dafür, dass wir noch nicht zur Einsicht gekommen sind in die wirklichen Zusammenhänge und das, was die Zusammenhänge bewirkt hat, und was aus den Zusammenhängen an Wirkungen herausgeflossen ist und sich in die Welt und in das Weltliche ergossen hat.

Und so mag es an der Zeit sein, dass wir innehalten und ein Übriges tun. Was so viel heißt wie, dass wir das, was im Überfluss vorhanden ist, und das ist zuvorderst der Größenwahn, nun abbauen und einfließen lassen in das, was uns am meisten fehlt. Und das ist Bescheidenheit und Zurückhaltung und Gleichmut gegenüber unseren 'technischen Einfällen'.

Das System, das ich beschreibe, ist ein System sowohl innerhalb als auch außerhalb der Welt. Und nur als solches mag es sich als System durchgängig erweisen und lebensfähig sein, und so man dies nicht braucht, mag man sich mit einer verstümmelten Systemtheorie begnügen.

Denn ich habe vor, über lebende Systeme zu sprechen und über lebende Systeme zu arbeiten und an lebenden Systemen zu forschen und nicht an totem Material, wie es die Pathologen tun. Und die sich doch gleichwohl der Lehren bewusst sind, die auch im Abgestorbenen zu finden sind. So mag es daraus klar werden, dass das Abgestorbene nicht tot ist im tieferen Sinne, sondern eine Übergangsform darstellt in einen anderen Zustand, denn es 'kehrt zur Erde zurück' und zerfällt und bildet sich neu. Und im Entstehen begreift es sich als ein Werdendes (das ist ein philosophischer Ausdruck von mir) und im Begreifen des Werdenden wird es ein Neues, und im Erneuern erhält sich die Welt.

Denn die Welt erhält sich und hält sich am Leben als ein 'Durchflussgebiet', das sie ist und schon immer war und sein wird, solange es sie gibt. Denn sie ist ein Durchfluss von Leben und ein Lebensfluss, der uns durchdringt und leben macht, und es ist Leben niemals aus totem Material erstanden.

Und so mag man die Auferstehung der Toten begrüßen und sie herbei sehnen noch und nöcher, und doch ist es das Leben selbst, das sich zum Leben erweckt hat, und sich zum Leben erweckt in jedem Augenblick dieser Welt.

Denn das 'Auge der Welt' blickt auf uns, und wir blicken ihm entgegen, und wer in das Auge blickt, der mag erkennen, 'was die Welt im Innersten zusammenhält', wie Goethe[2] formuliert hat.

Und im Innersten ist nicht das, was die Biologen in den Molekülen und die Physiker in den Elementarteilchen sehen, denn sie kehren sich nach außen und zertrümmern das Kleine und murksen im Großen, und wer den Zusammenhang begriffen hat, der mag erkennen, dass die Maschinen immer größer werden, mit denen wir das (angeblich) Kleine erblicken.

Denn dass das Kleine dem Großen umfassend ist und überlegen zumal, habe ich gesagt und beschrieben in meiner Formulierung einer ganzheitlich-systemischen Bioenergetik. Denn dieses Kleine, von dem sie meinen, dass es elementar sei, macht Menschen sich bewegen und sich organisieren, und es vereinigt Physiker zu ihrem Tun und zieht ihr Interesse auf sich und lässt sie handeln in seinem Sinn.

So mag es das Elementarteilchen sein, das die Physiker sich organisieren lässt in den Kernforschungszentren dieser Welt und in anderen Laboratorien und Instituten, und nicht umgekehrt die Physiker, die das Kleine in ihren Durchgangsstationen einzufangen suchen. Und so gleichen sie einem Bahnhofsvorsteher, der sich befleißigt, den Zug anzuhalten, der durch den Bahnhof braust. Und ob er nun anhält oder durchbraust, das ist ihm gleich, denn er hat sein Signal gegeben und so mag es verstanden werden. Und solange es in Ordnung ist mit den Zügen, funktioniert es wunderbar.

Und ebenso wunderbar funktioniert es mit den Durchgangsstationen der Physiker und nicht anders in den Reagenzgläsern der Biologen (die sich heute gerne Molekularbiologen nennen), denn sie richten ihr Signal auf und warten darauf, dass der Zug anhält. Doch im Unterschied zum Bahnhofsvorsteher kennen sie den Fahrplan der Züge nicht und haben nur Wahrscheinlichkeiten davon, ob der Zug halten mag oder nicht.

Und so ist es eingerichtet, und so ist es in Ordnung und lässt sich nicht ändern, und so mögen sie an ihren Bahnhöfen stehen und den Zug erwarten oder abpassen oder anhalten oder ihm in die Schienen springen oder was immer sie tun mögen. Denn das ist dasselbe, und der Zug braust heran und der Zug fährt hindurch, und ob sie etwas erkannt haben oder nicht, das liegt bei ihnen.

Nun, so drastisch habe ich es gesagt, und so habe ich es gemeint, und ist doch milde ausgedrückt im Vergleich zu dem, was die Natur ist. Denn da sie willfährig ist und sich gerne in die Karten blicken lässt, gibt es hin und wieder eine Erkenntnis, die dem Menschen gefällig ist, und die ihn am Leben erhält, was so viel heißt wie, dass sein Interesse wach bleibt und ihn festhält auf der Erde, denn sonst würde es ihm hier nicht gefallen, und er würde sich auf und davon machen.

'Auf und davon machen' tun sich viele - und zu viele, wie ich meine - denn es ist das Interesse aller, das es zu wecken gilt. Das geschieht nicht in der Form, in der es heute möglich wäre und nötig wäre dazu. Denn allzu viele gehen und sind nur am Durchbrausen, und sie sterben als Kinder oder viel zu früh in der Zeit.

'In der Zeit' soll heißen, dass wir zwar eine Lebenserwartung erreichen, die alle Rekorde schlägt, wie wir meinen, und doch nichts anderes schlägt als die Vorstellung, die wir von einem durchschnittlichen Leben haben, wie es heute ist und gestern war und vorgestern vielleicht. Und so mag man sich an der durchschnittlichen Lebensdauer und an der allgemeinen 'Lebenserwartung' hochziehen und sie als einen Erfolg preisen. Und das ist er auch insofern, als es das Interesse ist, das die Menschen festhält und am 'Leben' erhält, obgleich es sich nicht lohnt, all das zu genießen, was wir ihnen vorsetzen.

Und das Vorgesetzte und das 'Vorsätzliche' sind das, was ich bemängle und als Mangel anpreise, denn im Mangel ist es ein Überfluss. Denn wir bieten den Einen so vieles und vielen Anderen so wenig, und so ist es der mangelnde Ausgleich, der mir zuerst ins Auge sticht.

Und so ich als 'Gesundes System' nicht das bezeichne, was die einen darben und Hungers sterben lässt, während die Anderen am Überfluss ersticken - und ist es auch anders herum, denn wir ersticken an unseren eigenen Mängeln und die Anderen sterben am Überfluss, den sie nicht haben, sondern sich nur vorstellen - will ich mich nicht damit begnügen, auf Mängel hinzuweisen, die allenthalben sichtbar sind, und die die Meisten sehen, und Viele sie zur Kenntnis nehmen und darüber schreiben und sprechen in Worten und Texten und Bildern dazu. Und so will ich darlegen,

  • was ein System gesund werden lässt und im Gesunden befördert und am Gesunden erhält und teilhaben lässt an dem, was das Gesundsein ausmacht.

Denn das Gesundsein ist nichts, was wir erreichen können in dieser Welt, solange es auch nur einen Teil gibt, der im Ungesunden verharrt. Und verharren tun wohl viele, wenn man bedenkt, dass die meisten von uns (in der westlichen Zivilisation) des Lesens und Schreibens kundig sind und lesen können, wessen es bedarf, um sich ein Gesunden zu ermöglichen. Denn das ist oft gesagt und darüber ist viel geschrieben worden, und doch hat es sich nicht durchgesetzt in dieser Welt.

So ist es nur ein weiterer Versuch, den ich beginne und wieder damit beginne, dass ich darauf hinweise, was im Argen liegt und im Argen bleibt, wenn wir uns nicht besinnen und uns selbst erkennen. Und dieser Satz ist so alt wie die Welt, die wir kennen. Er steht geschrieben am Tempel des Apollon in Delphi[3], und dort haben es sich die Griechen der Antike in Stein gemeißelt zum Zeichen des Wesentlichen und Wertvollen und Werterfüllenden in dieser Welt.

Und sie haben es gelesen, wann immer sie des Tempels ansichtig wurden, dass sie es nicht vergessen und an ihre Kinder weitergeben.

Und so ist es auf uns gekommen und hat uns erreicht und hat uns belehrt, und doch hat es sich nicht durchgesetzt als das Maßgebliche, sondern ist untergegangen im Profitgierigen. Und dort mag es bleiben, bis ein jeder es herauszieht und sich nutzbar macht.

Und wenn ich lausche in das Getöse der Welt und schaue und frage mich, was ihnen wichtig ist, so höre ich alles Mögliche, doch nicht oder selten den Satz, dass 'ich mich selbst erkennen möge'. Und so sollten wir es in unseren täglichen Gruß einbauen und es in jede Reklame aufnehmen und es in jedes Bewusstsein meißeln, dass es ein Bewusstsein ist, das sich selbst erkennt. Und nur ein Selbst ist es, das sich Bewusstsein nennt und nennen darf, und Bewusstsein und Selbst sind so untrennbar verbunden wie Himmel und Erde, die wir bewohnen.

Und so mag sich der Eine fragen, was ein Selbst ist, und der Andere mag sich fragen, was ein Bewusstsein ist, und der Dritte gar, was ihm ein Selbstbewusstsein bedeutet oder anderes bedeuten mag, als Dünkelhaftigkeit und Stolz und Selbsterhebung und Selbstüberschätzung und Selbstgefälligkeit und sich zur Schau stellen und den Anderen nieder drücken und sich damit gut tun, dass man der Erste ist oder es wird in dieser Welt.

Und solange man es solchermaßen sieht und solcherart betreibt, so ist es nichts, was ich zu schätzen weiß, noch etwas, was nach meiner Einschätzung die Welt am Leben erhält, sondern allenfalls das, was zu Tod und Untergang führt.

Und das meine ich wörtlich, denn so ist es gemacht, dass Tod und Untergang dem Selbst bevorsteht, und es sich wiederholt und abermals wiederholt, bis es am Selbstbewusstsein genug hat. Und so mag es eine erfolgreiche Methode sein, die wir betreiben und auf die Spitze treiben und im auf die Spitze Treiben uns hervortun, um uns möglichst schnell hinweg zu katapultieren von dieser Welt.

Doch ganz so ist es nicht, denn das Leben ist kein Wettrennen, das der Erste gewinnt und der Letzte verliert, oder eine Hasenjagd, bei der nur der überlebt, der sich nicht von den Hunden beißen lässt, denn die Meute ist groß, die uns hetzt, und wir selbst sind die Meute und wir alle sind am Hetzen, und so mögen wir es selber sein, die am Ende zu Tode kommen.

Und zu Tode kommen wir allemal, und so mag es dem Einen oder Anderen egal sein, auf welche Weise. Und ganz gleich, auf welche Weise er und seine Nachbarn zu Tode kommen, er wählt sich sein Grab in der einen oder anderen Weise und ist damit zufrieden.

Doch damit ist es nicht genug, dass wir Grabmale bauen und Mausoleen errichten und Gräber schaufeln und die Friedhöfe vermehren. Denn zwischen den Friedhöfen wächst Gras und wachsen Blumen und gibt es eine Erde und ein Schönes am Himmel und ein Schönes auf der Erde, und dazwischen die Luft, gar mild und lieblich, und wie es sonst so ist im Paradies.

Doch dass es kein Paradies ist, das wir zwischen den Friedhöfen errichten, sondern ein Krematorium viel eher, mag der sehen, der sich eine Vorstellung vom Paradies macht und darauf hinlebt, dass er es findet in dieser Welt. Und dass wir alles dies tun, das möge Gott verhüten, denn im Paradies möchte ich nicht leben, so es sich zwischen Friedhöfen befindet.

Und so ist es gemacht, dass wir das Eine übertreiben und das Andere vernachlässigen und das Leben des Einen das Sterben des Anderen sein lassen. Doch so ist es nicht gemacht in dieser Welt, sondern so machen wir es, und wir haben die Wahl es zu ändern, und wir sollten dies bald möglichst tun. Um nicht zu sagen 'schleunigst', doch schleunigst kann man nichts machen, denn es beschleunigt sich von selbst und wählt seine Richtung.

Und hat sich schon beschleunigt, und ist am Explodieren, und das mag jeder sehen, der sich die Zahlen ansieht, die die Statistiker zusammentragen, oder der die Zeichen am Himmel erkennt, wie es früher üblich war, als man den Flug der Vögel beobachtete.

Denn der Flug der Vögel hat sich verändert, und die Zugvögel sind rarer geworden, und wir sind seltener hinausgetreten an den Himmel, um das zu erschauen, was uns nötig ist. 'An den Himmel treten' ist ein Ausdruck von mir, der besagt, dass wir uns an die Grenze 'zwischen Himmel und Erde' begeben - und das ist symbolisch zu verstehen - und im Diesseits und im Jenseits und gleichzeitig in beiden schauen, was uns möglich ist.

Und dass es uns möglich ist, das weiß ich und das wissen Andere, und das gab es schon früher und wieder und wieder. Und wir können es heute erlernen, und wir können üben und lernen, wie man das Schauen vergrößert und die Weltanschauung vermehrt durch das Schauen der Seele, wie es vordem war.

Und das 'vordem' ist die Zeit, als sie sich geboren hat und sich verändert hat und sich hinein gestürzt hat in dieses Abenteuer, dessen Zeugen wir sind. Und wann immer dies gewesen ist, es ist schon lange her, und keiner kann sich erinnern, der heute noch hier ist. Denn es war vor Urzeiten und man mag es Sündenfall nennen oder anders, ich nenne es anders. Denn es war keine Sünde, denn Sünde ist es allenfalls vor Gott und nicht vor den Menschen, und so ich vor Gott trete, mag er es mir erklären, und vor den Menschen brauche ich mich nicht zu erklären.

Und so ist es unsere Wahl und uns zur Wahl gegeben und entspricht unserer Freiheit und ist in unserer Freiheit geborgen, und mag als solche eine Entscheidung sein. Und es ist das Entscheiden von Vielen und ist die Entscheidung Vieler, die solches hervorbringt und möglich macht.

Und das ist die Freiheit, die wir haben und die alle haben, dass wir wählen in dem, was wir entscheiden, oder dass wir entscheiden, indem wir wählen, und nennen es Wahlfreiheit, und auch dann, wenn es uns nicht bewusst ist.



  1] Siehe dazu auch den Begriff der 'Schachtel in der Schachtel', wie ich ihn in meiner Auffassung einer 'ganzheitlich systemischen Bioenergetik' dargelegt habe: „Feuer und Wasser, Ganzheitlich-Systemische Bioenergetik“, Verlag Books on Demand, Norderstedt, 2008.

   2]  Johann Wolfgang Goethe: "Faust. Eine Tragödie", erstmals erschienen 1908.
Faust zweifelt am Erkenntniswert der Wissenschaft, die weit davon entfernt sei zu erklären, was die Welt im Innersten zusammenhält.

   3]  Gnothi seauton (griechisch:  Γνῶθισεαυτόν) ist eine Aufforderung, die dem gr. Gott Apollon zugeschrieben wurde. Belegt ist er aus einem Fragment des Heraklit (gr. Philosoph). Der Satz steht auf einer Säule des Apollon-Tempels in Delphi (aus Wikipedia).