Der Profit und das Kapital

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Gesunde Systeme

Bevor wir uns dem Profit als Gedankenkonstruktion zuwenden, möchte ich Einiges vorausschicken, das zum Verständnis dieses 'Wesens' (Sie haben richtig gehört!) notwendig ist.

DER PROFIT ist eine Zusammenziehung aus DER und PROFIT, und so mag man daran erkennen, dass es nichts Einfaches sondern ein Zwiespältiges ist. Profit an sich ist uns unbekannt und verborgen und wir können es nicht erkennen, denn es befindet sich im Sein - und ein Seinszustand ist alles, was wir wahrnehmen und in uns aufnehmen und in uns erkennen können. Das Profitgierige ist das eigentliche Thema, dem wir uns zuwenden werden, wenn wir in der Begriffsklärung vorangeschritten sind.

Das Begriffliche spielt in unserem Denken eine 'gewaltige' Rolle und ist 'gewalt-tätig' insofern, als es das Gewaltige in uns hervorbringt und zur Tat werden lässt und uns zur Tat antreibt, und in der Tat schreiten wir voran.

In der Tat ist das TUN am Wirken, und das habe ich an anderer Stelle erklärt. Das Tatsächliche ist das, was die Tat zur Sache macht und in einen Sachverhalt einmünden lässt. Denn keine Sache steht für sich, und eine Sache für sich genommen ist eine Herauslösung aus dem Sachverhalt und damit aus dem Zusammenhang, in den es gestellt ist.

Das ES ist ein weiterer wichtiger und wesentlicher Begriff meiner Philosophie, und ich will es kurz erklären, obwohl es an anderer Stelle[1] besser und ausführlicher dargestellt ist. Um es in aller Kürze zu sagen:

  • Das ES ist ein 'All-Gewaltiges' und ein 'Gewalt-Tätiges' insofern, als es uns machen und handeln lässt. Das Machen ist ein Individuelles, und das Handeln ist ein Gemeinschaftliches, und beides sind Facetten (oder Seiten) des Allgewaltigen, das wir kurz und bündig ES nennen.

Das ES als solches ist uneinsehbar und unbegreiflich und wir können im Begreifen uns ihm nur annähern. Denjenigen, die den Begriff Es aus der Psychoanalyse kennen, möchte ich einen Hinweis geben. Das, was S. FREUD im ES erschaut und niedergeschrieben hat, ist 'Es wie es ist' und als solches sich ihm zeigte in seiner Weltanschauung (die man auch eine Philosophie nennen könnte) - und er hat es zu fassen versucht, so gut es ging.

Nun, ES ist nichts, was einer allein darstellen und umfassend beschreiben könnte, denn ES ist in Allem eingebaut und überall am Wirken. Und so mag man daraus ersehen, dass ES das ALL-ES ist, das (unter anderem) uns bestimmt und handeln lässt in Raum und Zeit.

Und so ist ES ein umfassender Begriff, der nicht alles umfasst, denn sonst bräuchten wir keine Sprache, sondern nur dieses eine Wort. Und so mag man daraus ersehen, dass die Sprache um das Es herumrankt und insbesondere in der deutschen Sprache wird 'es' häufig gebraucht.

So nebensächlich es auch erscheinen mag, Es ist das Allgewaltige, das überall ist und alles bestimmt und in allem enthalten ist, und mehr lässt sich darüber nicht sagen, es sei denn, man gebraucht es in der Sprache und wird sich seiner bewusst und betreibt ein Nachforschen nach dem, was ES sein könnte. Denn ES entschlüsselt sich nur dem, der es zu entschlüsseln versucht, und ist ein Rätsel für jeden, der sich von ES abwendet und ES anders erklärt als im Suchen nach dem Wesen des Dings. Denn im Wesen des Dings ist ES ebenso eingeschlossen und inbegriffen (und das ist ein stehender Ausdruck) wie im Wesen jeder Sache und im Wesen eines jeden Lebewesens. Und so mag man es hierbei belassen und es nicht weiter erklären, denn ich werde es nach und nach klar machen und so darlegen, dass es jeder versteht.

Und das ist nicht Alles, denn Alles ist Es auch, und so mag man daraus ersehen, dass das Profitgierige eine Facette oder Wesensseite oder ein Bestandteil der Wesensnatur von 'Es in uns allen' ist. Und 'Es in uns allen' ist ein Herausgenommenes aus Es und ist insofern etwas Besonderes, als es in uns allen ist und uns zugänglich ist. Und andererseits ist 'Es nicht in uns allen' etwas Besonderes und nicht jedem zugänglich und mag sich diesem und jenem anders darstellen.

Das ist nun nichts Besonderes, denn es ist in uns allen so angelegt, dass wir es erkennen können und erkennen sollen, und im Sollen ist Es enthalten, und so mag jeder daraus ersehen, dass Es ein Gewaltiges ist und zu Gewalttätigem neigt.

Denn das Gewaltige ist in uns allen und ist (in der alten Sprache) als 'Das Walten Gottes' erklärt, und das mag demjenigen etwas sagen, der religiös ist. Und so er es nicht ist, möge er das Walten in der Natur beobachten und sich dem Walten aussetzen und das 'Ver-walten' sein lassen. Und so mag er ein Gefüge erkennen, das ihm einen Aspekt von Walten ergibt. 'Ergeben' meint hier, dass er etwas bekommt und im Bekommen ein Geben sich ihm bildet, und er gibt es weiter, denn Geben kann ohne Nehmen - und Nehmen ohne Geben - nicht sein.

So sind wir eingebunden und einbezogen in ein Wesensgeflecht, das wir das Allgewaltige nennen wollen, und ist es das, was an einem Wirkungsgefüge das Schmerzliche auslöst.

Und so habe ich damit enthüllt und enträtselt, was das Allgewaltige ist und warum es uns wehtut, wenn wir uns ihm ausgesetzt sehen, und wir uns klein vorkommen und nichtig und hilflos und verloren und ohnmächtig dazu. Und um diese Ohnmacht nicht zu spüren, streben wir nach dem Mächtigen und nach dem Beherrschenden, und wollen das Waltende zwingen, in unser Verwalten einzugehen.

Und so ist es doch ein klägliches Unterfangen, denn das Waltende ist in uns und macht uns Walten und uns selber zu Verwaltern. Und so man dies im Sinne der alten Sprechweise nimmt, ist es kein Schlechtes an der Sache Gottes. Die 'Sache Gottes' ist ein anderer Ausdruck für das, was wir nicht verwalten können, und so ist der Mensch in seinen Kindertagen und in der Kinderstube seines Denkens ein klügeres Kind gewesen, als wir es heute sind. Denn wir leugnen heute das Walten Gottes und glauben, das Walten uns verfügbar machen zu können, und im Verfügen über das Walten tun wir ein Gutes und ein Schlechtes zugleich.

Denn nun machen wir das Schmerzliche uns 'zu Gefüge' und bauen es in unser Wirkungsgefüge ein und nehmen es in unser Verwalten auf, und verwalten das Schmerzliche. Und was dabei herauskommt, ist allenthalben zu sehen. Und so ist das Verwalten des Menschen zu einem Verwalten des Göttlichen in uns geworden, und als solches ist es gut und mag bestehen bleiben. Doch wo wir uns selbst täuschen und es 'Gott' absprechen und es zu uns selber nehmen, setzen wir uns 'an die Stelle Gottes', wo wir nichts verloren haben, und gehen verloren in dem, was wir denken, und werden unmäßig und unmaßstäblich und verlieren das Wertvolle aus den Augen. Denn das Wertvolle ergibt sich aus dem Verwaltenden als dem Verwalten dessen, was zu Verwalten ist, und dem Nicht-Verwalten dessen, was nicht zu verwalten ist.

Und dieses zu unterscheiden, ist die hauptsächliche Aufgabe, die uns in der heutigen Zeit gestellt ist. Und damit habe ich hervorragend erklärt, was ich für das Wesentliche halte und das man ein Problem unserer Zeit nennen könnte, und daraus entspringen die anderen Probleme, die uns augenfällig geworden sind.

Und so ist es uns zuwider geworden, dass es so viele Kriege gibt, dass es so viele Hungersnöte gibt, dass es so viele Katastrophen gibt, dass es so viele Leidende gibt und Kranke und Alte und Geschwächte und Krüppel und Behinderte, und dergleichen mehr.

So ist uns nun die Umwelt-Verschmutzung als eine Innenwelt-Verschmutzung aufgefallen und zum Problem gestellt, und so mag sich jeder damit herumplagen, bis er das Ökologische an diesem Problem erkennt.

Und im Ökologischen sehe ich das Problem ebenso, wie es andere sehen, doch ich sehe es nicht ausschließlich, sondern eingebaut in das, was ich das Gewaltige nenne. Und so mag sich der Mensch vom Gewaltigen trennen, und es sein lassen als das, was es ist und gewesen ist und wieder sein wird, wenn er es dem Walten Gottes überantwortet und überstellt, und nicht die Verantwortung für etwas übernehmen will, das er nicht verantworten kann, und so zu einem Verantwortungslosen wird.

Und das verantwortungslose Tun ist das, was uns am meisten auffällt und ins Auge springt, wenn wir uns nicht blind machen für das, was in der Welt geschieht, und uns die Zeitläufte ansehen und das Zeitgeläufte unter die Lupe nehmen, und das will ich tun in diesem Text.

Das Allgewaltige ist nun nicht ein Schreckendes noch ist es Panik verursachend, wenn wir es als das erkennen, was in unserem Erkennen liegt. Denn in unserem Erkennen ist es eingeschlossen und inbegriffen, sonst könnten wir es nicht erkennen und als solches wahrnehmen und den Schrecken empfinden, der uns überfällt, wenn wir uns dem Allgewaltigen ausgesetzt sehen.

Und so ist es das Allgewaltige in allen Teilen und allen Aspekten und allen Facetten und allen sonstigen Ausflüssen und Auswirkungen und wie immer man es ausdrücken will. Denn es ergießt sich in Strömen und strömt von selber und ist nur auszuhalten, wenn wir es erkennen als solches und in unser Bewusstsein nehmen und uns dessen bewusst werden, was wir sind.

Und das 'sind' bedeutet, dass wir gleichsam aus einem IST sind und einem SIND bestehen. Und das wiederum bedeutet, dass ich im IST bin (was so viel heißt wie 'in der Gegenwart von mir') und im SIND bin (was soviel heißt wie in der Gegenwart von allen).

Und so mag man daraus erkennen, dass ein Ich und ein Wir nicht zu trennen und nicht zu entkoppeln sind. Und dies ist einer der Hauptwidersprüche dieser Zeit, dass wir im Ich uns entfalten wollen und sollen, und im Wir uns entfalten wollen und sollen, und nicht so recht wissen, wie wir das auf die Reihe kriegen. Und 'auf die Reihe kriegen' meint, dass wir es in Einem belassen und doch auseinandernehmen und im Auseinandernehmen nicht vergessen, dass es zusammengehört.

So ist jedes Ich ein Wertvolles, und Wir sind ein Wertvolles, und voller Wert sind beide. Denn das Wertvolle ist das Eigentliche, was wir erstreben, und das Werterfüllen und das 'Vom Wert Erfüllt Sein' ist uns eingepflanzt und eingegeben, so wie die Nase in unserem Gesicht. Und so gehört es zu unserem Menschsein und zu unserer menschlichen Natur und ist daraus nicht herauszustreichen und heraus zu dividieren, sondern eingepflanzt, wie ich schon sagte.

Und das Eingepflanzte ist in uns erwachsen und in uns erstellt worden, und beides. Denn im Einpflanzen dessen, was in uns ist, hat sich das 'Wunder Gottes' vollzogen, wie man in der alten Sprache sagte, und ist es ein Ausfluss des Inneren Selbst, wie wir heute sagen, wenn wir uns meiner Sprechweise bedienen.

Im Inneren Selbst ist das Wunder der Natur einbegriffen und greifbar gemacht, einbezogen und beziehbar gemacht zu dem, was die Natur außerhalb von uns als Anschauung bietet. So ist das Pflanzliche in der Natur ein Pflanzliches in uns selbst, und man mag sich darüber Gedanken machen, ob man das Pflanzliche außerhalb von uns missachtet und das Pflanzliche in uns damit schätzt und wertvoll belässt - oder ob man es entwertet und seines Wertes beraubt.

Und so mag dieses als Beispiel dienen dafür, dass wir werten und entwerten in einem, und das ist schon immer so gewesen. Denn im 'Wert legen' geben wir unserem Leben Ziel und Richtung und stellen uns zur Aufgabe das, was uns wert ist, getan zu werden und entwickelt zu werden und wachsen zu lassen in Einem.

Denn wir können es nicht machen, dass es wächst, so wenig wie wir machen können, dass es außerhalb von uns wächst, denn das Wachsen in der Natur ist eine Anschauung dessen, was sich in uns vollzieht, und so wir uns einbilden und darüber täuschen, dass wir das Wachsen bedingen und uns zur Bedingung dafür machen, dass es ein Wachsen gibt, so mag man erleben und schließlich erkennen, was daraus wird. Denn das Wachsen lassen ist ein göttliches Walten, und ist es das Göttliche in uns, das waltet und verwaltet und das Wachsen in seiner Obhut trägt.

Und 'Obhut' meint Folgendes: Es ist nicht uns in die Obhut gegeben, weil wir es nicht obhüten können und nicht obhüten wollen, denn sonst hätten wir alle Hände voll damit zu tun, es wachsen zu lassen in uns und unseren Körper in Ordnung zu halten und unsere Seele zu pflegen und kämen nicht dazu, auch nur eine Hand zu regen.

So mag es (gemeint sind die Zellen) billionenfach in uns werden und gedeihen und absterben und sich erneuern. In dieser Weise ist die Erkenntnis der Biologie eine Wertvolle, dass sie uns über die Wunder der Natur informiert und uns kundtut, was sich in uns bewegt, und wie vielfältig es ist, und dass wir allenfalls im Staunen und Bewundern danebenstehen und es beobachten können.

Denn im Beobachten nähern wir uns dem Obhüten, und so uns das Obhüten nicht gegeben ist, haben wir im Beobachten und Obacht geben und Acht und Achtung haben einen Ersatz, der uns zur Erkenntnis dessen führt, was das Allgewaltige tut. Was es tut und in uns werden lässt und wachsen lässt und gedeihen lässt, damit wir sein können in dieser Welt.

Und dieses Sein können ist nicht ein SEIN im eigentlichen Sinn, sondern ein Abklatsch oder Abglanz davon. Denn dass wir im Sein sind, ist keine Frage, und dass wir dorthin zurückkehren, ebenso wenig.

Und so mag man daraus ersehen, dass es eine gewaltige Täuschung mit gewaltigen und gewalttätigen Folgen ist, wenn wir glauben, dass wir am Anfang der Natur und am Anfang des Werdens und am Anfang des Könnens und am Anfang des Lernens und am Anfang von allem stehen. Denn so wir dies tun, täuschen wir nicht nur uns und unsere Kinder, sondern wir täuschen uns in uns selbst und erkennen nicht, wes Wesens Natur wir sind, noch die Natur des Wesens, das wir sind - noch das Wesentliche in dieser Welt.

Und das ist das eigentliche Missgeschick unseres Lebens in dieser Zeit, die wir die Moderne nennen und so nennen können, wenn wir uns damit abfinden, dass es anfängt zu modern.

Und so mag dieses Wortspiel uns daran erinnern, dass wir in die Reife kommen, und es für die Menschen Zeit wird, sich aus der Pubertät der Kindheit zu lösen, und das Übersteigernde in unserem Wesen abzutun und abzulegen und nicht weiter zu entwickeln. Und statt dessen wieder das Maßstäbliche in unser Auge nehmen und in unser Blickfeld rücken - und das Maß des Menschen und das Maß Gottes voneinander unterscheiden. Und wer hier nicht 'Gott' sagen will, der mag Alles sagen oder Nichts oder was immer ihm gefällt.

Nun ist es nicht meine Sache, den Einen zum Glauben zu führen und den Anderen dem Glauben zu entreißen, so sein Glaube sich auf die falschen Götter richtet. Denn an die falschen Götter glauben wir alle und haben einen Götzendienst errichtet in unserer Wissenschaft. Und wir haben seit geraumer Zeit die wissenschaftliche Erkenntnis zum Goldenen Kalb erwählt, dass wir sie umtanzen und verehren und ihr das zubilligen, was Das Walten Gottes ist und was es in uns anlegt und in uns angelegt hat vor Urzeiten und immer noch anlegt. Denn es ist unser Erkennen in dieser Zeit und in diesem Raum und in dieser Gegenwart, um das es geht.

Und damit komme ich schließlich wieder zum PROFIT. Denn der Profit war es, über den ich in diesem Text sprach, und so es uns entfallen ist, mag man es noch einmal von vorne lesen. Denn im Profit ist der Nutzen und das Nützliche und das Allgewaltige, und so, wie ich über das Allgewaltige gesprochen habe, ist es richtig beim Namen genannt. Und richtig meint hier, dass wir damit Ziel und Richtung finden und uns weiter entwickeln können und heraustreten können aus dem, was ich die 'Verwirrung der Zeit' oder 'das Verwirrtsein in dieser Gegenwart' nennen möchte.

Denn im Profit ist der Nutzen und das Nutzlose ebenso, und so mag man über den Nutzen nachdenken, wie man will, es nützt uns nichts, wenn wir nur denken und im Denken erkennen, denn der Nutzen betätigt sich im Bewegen und ist im Handeln, und er ist ein Nutzen von allen und nicht nur von sich allein.

'Von sich allein' meint, dass wir uns allein wähnen, und ein jeder für sich, und ein jeder nach seinem Nutzen streben kann, ohne den Nutzen des Ganzen damit zu fördern und zu bewegen. Und so mag das Fördern und Bewegen ein Rechtes sein und ist uns gegeben als Auftrag, und es ist doch ein Unrechtes zugleich insofern, als es nicht das Rechte ist, was uns bewegt, sondern das Wertvolle, und das von Wert erfüllt sein oder die Werterfüllung, kurz gesagt.

Und das mag nun alles sein, was wir an dieser Stelle zum Nutzen zu sagen haben, denn der Nutzen ist jedem bekannt und der Nutzen ist ein Begleiter von uns allen, und jeder strebt nach dem Nutzen und fragt sich fortwährend, was es ihm nützt. Und so mag er dem nur noch hinzufügen „… und was es uns allen nützt!”

Denn nur so bekommen wir die rechte Anleitung im Handeln und die richtige Anleitung im Denken, wenn wir es uns zu eigen machen und zur Gewohnheit werden lassen, den Nutzen von Allem zu betreiben. Es mag einige Zeit dauern, bis wir uns daran gewöhnt haben, dass wir nicht nur den Nutzen von uns selber, sondern den Nutzen von Allem betreiben und betreiben sollen - und es andererseits ohnehin so ist und ganz gleich, was wir treiben.

Denn es treibt uns, den Nutzen von Allem zu tun, und so nützt es uns allen, ganz gleich, was wir tun und gleich, wie wir sind - und doch mag es doch im Gleichsein einen Unterschied geben. Denn ob einer ein Hallodri ist und ein Halunke und ein Halsabschneider und ein Ehrabschneider und ein Moralist und was es sonst noch geben mag in dieser Welt, ich will es kurz das Schelmische nennen und sie als die Schelme benennen, und es dabei belassen, damit ich nicht zum Kriminellen werde in dieser Welt.

Denn im Kriminellen liegt das Diskriminieren, und im Diskriminieren das Unterscheiden, und so wir das Böse diskriminieren und vom Guten trennen, haben wir den wesentlichen Unterschied begriffen, und brauchen ihn nicht noch zu vertiefen, indem wir das Böse noch weiter unterteilen und noch weiter unterscheiden und noch weiter zerkleinern und dadurch vermehren in dieser Welt.

Und so ähnlich ist es mit dem Kranken und dem Kranksein und den Krankheiten insbesondere, denn wenn wir sie erkennen, ist es genug, doch wir haben sie diskriminiert und abgesondert vom Gesunden und vom Gesundsein. Und wir wollen es noch weiter diskriminieren und unterscheiden, und nennen es Diagnose und Differenzialdiagnose und so weiter. Und so wir Diagnosen stellen, und noch mehr Diagnosen stellen und sie zerkleinern und verfeinern, vermehren wir die Krankheiten in dieser Welt.

Und so wir beim Molekularen und beim Atomaren angelangt sind in unserem Wahn der Zerkleinerung und noch nicht genug haben im Zerkleinern, bis wir die Welt durch ein Sieb schütten können, das man ein Molekularsieb nennt, so haben wir doch nichts gewonnen als das Zerkleinerte und das Verfeinerte. Und das mag uns etwas sagen, doch nicht dem Kranken, der gesund sein möchte.

Und so mag uns das Atomare schließlich darüber belehren, dass es nichts Böses gibt und nichts Böses aufzuspüren ist im Unterteilen, und dass es das Diskriminieren selbst ist, das uns antreibt zu solchem Tun. Und 'zu solchem Tun' will sagen, dass wir im Tun ein Solches und ein Anderes zur Wahl haben, und es uns zur Verfügung gestellt ist, damit wir wählen können, und im Wählen unterscheiden, und im Unterscheiden diskriminieren, und das Wertvolle vom Wertlosen absondern.

Und so ist das Werten und Diskriminieren und das Diskriminieren und Werten im Menschen selbst, und man mag sich überlegen, ob es ein Wertloses gibt.

Und so ist das Profitdenken nicht ein Denken in Profiten allein, sondern ein Profithandeln und ein Profitmachen und beides zusammen. Und im Handeln sind wir alle beteiligt, und im Machen bin ich allein, und daraus mag man wieder ersehen, wie es zusammenhängt.

Das Profitige ist nichts, was schlecht ist, noch ist es gut, noch ist es nützlich für sich allein, sondern es gibt unserem Denken Ziel und Richtung und lässt unser Handeln sich entwickeln in einer bestimmten Weise.

Und das ist es, was wir nun erkennen können, wenn wir auf die Jahre zurückblicken und auf das, was wir den Kapitalismus nennen. Denn der Kapitalismus ist uns zur Aufgabe gegeben und ist nicht ein Naturgesetz noch ein 'In Sich Bestimmendes', sondern eine selbst gewählte Problemstellung, die der Mensch an sich zu bewältigen hat (wie ich vermute).

Und so will ich es dabei belassen, den Kapitalismus und was damit zusammenhängt als ein gewaltiges Unterfangen zu bezeichnen, und ich will ihm die Stellung zubilligen, die er sich eingenommen hat. Denn daran ist nichts zu ändern, es hat sich entwickelt aus dem, was wir alle wollen, und mag daher seine Gültigkeit bewahren.

Und 'bewahren' meint, dass es seine Gültigkeit behält, auch wenn wir es ändern wollen, denn es geht nicht darum, dass wir den Kapitalismus durch den Sozialismus ersetzen, wie manche befürchten. Denn der Sozialismus ist für sich genommen eine gewaltige Idee und hat sich zum Ziel gesetzt, den Kapitalismus zu dämpfen, so er sich im Überschwänglichen des Individuellen ausgebreitet hat, und ist als solches schließlich selbst eine Spielart des Kapitalismus geworden - und das ist alles, was ich hier und zu diesem Thema sagen möchte.



     Günther Heim: "DAS WAS IST. Ein Versuch, das Fraktale in unserer Sprache zu finden", Books on Demand, Norderstedt, 2010.