Das Interesse als Motivation

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Gesunde Systeme

Beginnen wir mit einer Definition:

Das Interesse ist das, was uns lenkt und antreibt.

Das ist ein schöner Satz, doch er besagt nicht viel, wenn wir ihm nicht auf den Grund gehen. 'Auf den Grund gehen' will so viel heißen wie: 'Es ist in dieser Sache begründet', oder: 'Es gibt einen Grund dafür, dass sich Interesse so darstellt, wie wir es sehen und erleben'. So wir es sehen und erleben, hat sich uns ein Begriff gebildet für etwas, das unserer Wahrnehmung zugänglich ist, das wir also wahrnehmen können, und das in unserer Wahrnehmung eine Gestalt annimmt, die wir von anderen Gestalten und anderem sich Gestaltendem wohl zu unterscheiden vermögen. Und das, was das Interesse begründet, ist eine Gestalt im Es und eine Gestaltung von Es, und Es ist das Gestaltende selbst.

'Selbst' kann man hier in beiden Richtungen verstehen als ein 'Selbst', das vom Es ausgeht und 'Es Selbst' heißt oder benannt werden kann, und das ist nicht dasselbe wie das 'gestaltende Selbst' als das Selbst des Menschen und das Selbstlose des Menschen, denn das Selbst und das Selbstlose sind im Menschen vereint. Und so, wie unsere Sprache es ausdrückt, sind beide gesellschaftlich wirksam.

Das Selbstsüchtige ist eine Übersteigerung des suchenden Selbst, und das Selbstlose ist das Gegenstück dazu, nämlich ein Süchtigsein im Verleugnen des Selbst und Verleugnen des Selbstsüchtigen. So sind das Selbstsüchtige und das Selbstlose ein Geschwisterpaar, das sich gleicht wie ein Ei dem anderen, und man mag hin und wieder Schwierigkeiten haben zu wissen, mit welchem 'Zwilling' man es zu tun hat. Das mit dem Zwilling meine ich nicht wörtlich, denn es sind zwei Aspekte ein und derselben Sache, die wir das Selbst und das Selbst an sich nennen könnten, wenn wir nicht unterscheiden zwischen dem, was zeitlos, und dem, was zeitgebunden ist.

Und dabei ist das Zeitlose das Überragende und das über die Welt Hinausgehende und die Welt Begründende, und so es unser Interesse findet, mag es uns dahin ziehen und unsere Gedanken dahin lenken, sodass wir uns mit 'Dingen an sich' beschäftigen mögen, die ansonsten den Philosophen vorbehalten sind. Doch in diesen Texten ist es nötig (und das ist nicht das Gleiche wie 'notwendig'), dass wir uns mit solchen Dingen beschäftigen und unser Fragen auf sie richten und uns fragen, was die Dinge an sich sind.

Denn die Dinge an sich sind der Grund und die Ursache dafür, dass es unsere Welt gibt, und dass Dinge in unserer Welt als 'gegenständlich' erfahren werden können, und dass sie materielle Formen annehmen können in dem Sinne, wie wir Materie heute verstehen. Und ist Materie doch nicht das, was wir heute von ihr kennen und noch weiter kennenlernen werden, so wir auf dem Weg bleiben, den wir in der Wissenschaft eingeschlagen haben. Doch das will ich nicht tun, sondern einen anderen Weg einschlagen, der unser Erkennen bereichert und uns Weiteres erkennen lässt an dem, was wir schon erkannt und noch nicht verstanden haben.

Und so mag man sich fragen, ob das Erkennen und das Verstehen die eigentliche Ursache und das Begründen des Weltlichen sind, oder ob es sich hier nur um Fiktionen und fiktive Begriffe für etwas Eingebildetes handelt, das in unserer Fantasie besteht, und das so gar nicht wirklich ist.

An dem scheint es zu sein, wenn man der herkömmlichen Wissenschaft folgt, und so will ich ihr nicht folgen, denn ich beschäftige mich mit Fiktionen und mit Wahrnehmbarem und suche das Fiktive im Wahrnehmbaren vom Realen oder Faktischen zu unterscheiden. Denn das Faktische ist ein Fiktives in den Fakten, die uns als Fakten zugänglich sind, und als Fakten Informationen darstellen. Und dabei ist eine Information ein Faktum und ein Fiktives zugleich.

Und so wir das begriffen haben, sind wir ein ganzes Stück weiter, und wir können uns dem Interesse zuwenden, das wir an der Materie gefunden haben. Nun, in diesem Zusammenhang bedeutet 'Materie' Stoff, und ich meine den Stoff, von dem dieser Text handelt, und der Stoff, den ich noch schreiben werde und hier vorwegnehme und antizipiere. 'Antizipieren' soll heißen, dass ich in meiner Vorstellung etwas bewege und sich bilden lasse, und sich Gestalten daraus erheben mögen, die in die Realität eintreten insofern, als meine Vorstellung von einem Buch, das zu schreiben ich im Begriff bin, r e a l werden kann und sich vergegenständlichen kann in Form von Blättern und beschriebenen Seiten und gebundenen Blättern und einem gedeckelten Buch.

Und so mag man daraus ersehen, dass die Vorstellung von einem Buch durchaus eine Realität ist und mich bewegen kann, auf diesem Gebiet weiter zu arbeiten, oder auch zu dem Ergebnis führt, dass es sich für mich nicht lohnt, und mein Interesse nicht so weit geht, dass ich ein Buch darüber schreiben will.

Und so ich es als Kriterium für eine Entscheidung nehme, ist es mir ein Faktisches. Und ein Faktisches als Vorläufer eines Gedachten oder Fiktiven mag man durchaus als fiktiv bezeichnen. Oder möchte mir hier jemand widersprechen?


Faktisch oder Fiktiv?

So ist das Faktische im Fiktiven eine ebenso reale Sache wie das Fiktive im Faktischen, und wir mögen beide zusammen lassen als die beiden Seiten von einer Sache und sie als zwei Seiten einer Sache betrachten und die Sache selbst als Sachverhalt beschreiben insofern, als sich das Faktische zum Fiktiven in ein Verhältnis setzt, und das Fiktive zum Faktischen ein Verhältnis bildet, und beide Verhältnisse, und das sind nicht die Gleichen, sich im Faktisch-Fiktiven zum Ausdruck bringen.

Das ist das, was ich voranstellen will und sagen muss, damit das Folgende verständlich wird.

Das Faktische und das Fiktive sind im Kind beide angelegt und mögen sich entwickeln und entfalten, und tun dies auch 'zur vollsten Zufriedenheit', wie es so schön heißt. Denn ob die Zufriedenheit voll ist oder nicht, das mag derjenige entscheiden, der sie hat, und derjenige bezweifeln, der sie noch sucht. So bin ich in mir zufrieden insofern, als das Faktische und das Fiktive sich das Gleichgewicht halten, und ich mich in meinem Leben immer wieder einmal dem Faktischen zuwende, obwohl mir das Fiktive mehr liegt, und ich in meinen Gedanken Fiktionen ersinne und das Fiktive betreibe und mir Vorstellungen bilde über das, was sein könnte in der Welt.

Das ist nun nichts Faktisches insofern, als es die Zukunft betrifft, und ist ein Faktum in meinem Leben doch und insofern, als es meine Zukunft betrifft und mich zu Entscheidungen zwingt und mir Entscheidungen aufnötigt, die durchaus faktisch sind und faktisch Konsequenzen haben.

Das Faktische und das Praktische möchte ich dadurch unterscheiden, dass das Faktische sich als Faktum niedergelegt hat und bemüht ist, sich nicht zu verändern. Denn sich ändernde Fakten sind ein Widerwärtiges für die meisten Menschen und vor allem für Statistiker und für andere, die sich auf Fakten verlassen müssen.

So sind die Naturkonstanten, die wir in der Physik experimentell (und theoretisch) ermittelt haben, Fakten, auf denen wir aufbauen und ebenso die Formeln, die zu ihnen hinleiten. Und dass diese sich nicht ändern, dafür haben wir gesorgt und unser System von Theorien und Experimenten, das wir Physik nennen, so ausgerichtet, dass es diese Fakten unberührt lässt und an ihnen nicht rüttelt und sie nicht verändert und nicht zur Diskussion stellt und nicht darüber disputiert werden darf.

Nun gehöre ich nicht zu denen, die die Fakten als ein Ehrwürdiges anbeten und vergöttern und ihnen einen Absolutheitsanspruch zubilligen. Und so will ich mich durchaus befleißigen, auch an Faktischem zu rütteln, wenn es mir obliegt, an ihm zu zweifeln, wenn ich meiner Logik und meinem logischen Denken und der Logik an sich ein Gutes tun und mich bemühen will, sie intakt zu halten und als ein Faktisches in mir zu bewahren, an dem ich (vorläufig) nicht rütteln will.

Und so erscheint es mir unlogisch, die Naturkonstanten als ein Faktisches zu behandeln und ihnen ein Dauerhaftes zuzusprechen und einen Ewigkeitsanspruch zuzubilligen, denn nichts ist dauerhaft und ewig in dieser Welt. Und so mag man daraus ersehen, dass die Naturwissenschaftler sich keine oder nicht ausreichende Gedanken über die Naturkonstanten machen, denn obschon sie Natur-Konstanten heißen, sind sie der Natur 'ent-nommen' und von ihr weggenommen und dürfen sich nicht mit ihr verändern noch mit der Natur der Sache sich verändern, die sie beschreiben sollen.

Denn die Natur von heute ist nicht die Natur von gestern und nicht die Natur des letzten Jahrhunderts, als die ersten Naturkonstanten entdeckt und aufgestellt wurden. Und 'aufgestellt' ist ein richtiger Ausdruck, denn aufgestellt sind sie worden wie Säulen, die den Tempel der Wissenschaft tragen und als solche sollen sie stehen bleiben, bis der Zahn der Zeit sich an ihnen abgenagt hat, und selbst wenn er sich abgenagt hat und ihm neue Zähne gewachsen sind, sollen die Naturkonstanten unbeirrt und unverändert stehen bleiben.

Und so sind sie solider gebaut als die griechischen Tempel, die sich im Laufe der Zeit geneigt und ihre Säulen umgestoßen und sie dem Zahn der Zeit ausgesetzt und überlassen haben, und sind doch noch schön anzusehen für diejenigen, die sich nicht einbilden, sie müssten so sein und so geblieben sein wie zu der Zeit, als sie errichtet wurden.


Interesse und Wissen

Und so ist das Ganze auch eine Frage der Schönheit und der Zweckmäßigkeit, und nicht der Zweckmäßigkeit allein. Und das haben die Physiker versäumt hervorzuheben, wenn sie die Zweckmäßigkeit und die Nutzbarmachung einer Formel und einer Theorie zur Grundlage ihrer Entscheidung und zur Einzwängung ihrer Glaubensfreiheit machen.

Und dass sie es machen müssen, will ich begründen, indem ich sage, dass sie dazu gezwungen sind, wenn sie ein weltweit gültiges System von Glaubenssätzen aufstellen, das j e d e n (und damit meine ich alle Menschen) verpflichtet und verpflichten soll, daran zu glauben und an ihnen festzuhalten wie an einem ewigen Gott.

So mag es dem einen oder anderen schon aufgegangen sein, dass die Wissenschaft sich zu einer neuen und allgewaltigen Kirche erhoben und ihr Regiment aufgerichtet hat, und es überstülpt und wälzt auf die, die davon profitieren. Und der Profit der Wissenschaft ist unübersehbar, und das Wertfreie an ihr ist eine Fiktion, und so haben die Wissenschaftler es wohl aufgegeben, das Wertfreie noch weiter betreiben zu wollen.

Und so sie das wertfrei nennen, was sie noch tun, um ihre Ergebnisse als wertfrei zu verkaufen, so mögen sie sich daran erinnern, dass sie selbst sich bewertet haben in dem, was sie tun, und sich Titel und Namen verschafft haben durch das Betreiben der Wissenschaft, und ihnen der Titel eines Wissenschaftlers oder Professors oder Doktors durchaus wert ist, die Wissenschaft zu betreiben. So sie es nicht tun und nur um der Sache willen argumentieren, mögen sie als wertfrei gelten, doch ich bin sicher, dass es davon nicht einen Einzigen gibt.

Und so sie den Wert ihrer Sache steigern und die Wissenschaft betreiben und voranbringen um der Sache willen, mag es angehen und rechtens bleiben und ist nicht das, was ich hier besprechen will. Doch wo sich Wissenschaft verbindet mit dem Zweckgierigen und dem Profitheischenden, mag sich mancher fragen, warum sie das tun. Denn das Wissenschaftliche ist ein Allgemeines, und Wissenschaft im Besonderen betreiben ist ein Allgemeines, und das mag verstehen, wer da will.

Denn 'Wissen an sich' ist das Unwissen der Massen, und das ist schon immer so gewesen. Denn wäre es in jedem als Wissen angelegt, so bräuchte er sich nicht darum zu bemühen, sondern es würde ihm zuwachsen und in ihm aufwachsen mit dem Älterwerden, so wie ihm die Nase gewachsen und die Muttersprache erwachsen ist. Und so mag man daraus ersehen, dass das Wissen ein Nicht-Allgemeines und ein Nicht-Allgemeingültiges ist, und es sinnlos ist und unzweckmäßig obendrein, es den Massen überzustülpen als ein Allgemeines und Allgemeingültiges - und zu verkünden, dass es unabhängig von Raum und Zeit seine Gültigkeit besäße. Denn als solches wäre es ewiglich und würde sich im Unendlichen aufhalten und dort bleiben und sich nicht um uns scheren.

Und das 'Scheren' besorgen nun die, die die Wissenschaft betreiben insofern, als sie uns das Haupt scheren und uns zu ihren Jüngern machen oder machen wollen, denn ich wehre mich dagegen und bin ausgetreten und gehöre ihm nicht mehr an, diesem Klub der Unwissenden, der er ist.

Denn das Wissen selbst ist im Wissen enthalten, und es mag sich im Wissen äußern und im Wissen entblößen und entblößen lassen, ganz wie die Jungfrau mit dem Kind. Doch die Jungfrau ist blind, und das Kind ist alt geworden, und so mag man daraus ersehen, dass es auf der Waage liegt und geändert werden kann, und ich hoffe und tue mein Bestes, dass sich die Schale senkt, auf der die Wissenschaft nicht liegt.

Denn die Wissenschaft hat sich so sehr ins Zeug gelegt und sich mir ins Kreuz gelegt und meinen Verstand belegt mit ihren Behauptungen und unbewiesenen Annahmen, dass ich sie loswerden muss, damit ich wieder klar denken kann und mein eigener Herr bin und mir meine eigenen Gedanken machen kann über das, was sie Wissenschaft nennen.

Und so ist Wissenschaftstheorie eine Fiktion, und Wissen ist ein Faktum, und man mag sich Gedanken machen darüber, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen. Denn das Wissen ist ein Gewusstes und als ein Gewusstes ein Faktum und ein Faktisches obendrein, und ich will die beiden wohl unterscheiden. Denn ein Faktum ist das Nebensächliche und ein Faktisches ist das Hauptsächliche, und so mag das Faktum im Faktischen enthalten sein.

Und so mag derjenige, der sich auf ein Faktum beruft, das Faktische vergessen, das sich im Gewussten verbirgt, und das sich ihm erschließt, wenn er das Faktum loslässt und sich im Faktischen bewegt und das Gewusste herbeizieht, das sich als ein Gewusstes ihm anbietet und im Suchen und Finden ein Erhebliches ist. 'Erheblich' soll heißen, dass wir alle zum Forschen geboren sind und das Forschende in uns ist, und wir das Suchen mitgebracht haben auf die Erde insofern, als wir das Glück oder die Wahrheit oder das Vermehren unseres Besitzes oder das Vermehren des Wissens oder das Vermehren des Glaubens oder was auch immer suchen.

Und so ist das Suchende ein Allgewaltiges insofern, als es Gewalttätigkeiten hervorbringt und zu Gewalttätigkeiten neigt. Das mag man daraus ersehen, dass die Forscher unserer Zeit vor nichts haltmachen und vor nichts zurückschrecken und gewalttätig in die Natur eingreifen, und selbst die Biologie - als die Lehre vom Leben - nicht davor verschonen. Und so mag die Biologie eine Biologie des Molekularen oder eine Biologie des Lebendigen oder beides sein, ich halte nichts davon, denn sie geht von falschen Voraussetzungen aus und hat sich falsche Voraussetzungen geschaffen insofern, als sie ein Wertesystem übernommen hat, das dem Darwinismus entlehnt und der Physik entborgt ist, und hat daraus ein Eigenes gestrickt, das man nicht wiedererkennt als solches oder solches.

Und so mögen sie damit glücklich werden und die Natur ruinieren, oder umgekehrt, sich selbst ruinieren und die Natur glücklich machen, ich halte mich davon fern.

So mag mir die Biologie als ein Beispiel dafür dienen, dass die Naturwissenschaft nicht mehr die Wissenschaft von der Natur betreibt noch die Natur der Wissenschaft begriffen hat, sondern das Wissenschaftliche aus eigenem Interesse und nach eigenen Interessen und aus eigener Notlage sich zum Ziel genommen hat. Und so ist dies ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Interesse bildet, und wie sich Interessenverbände bilden, und wie der Verbund der Wissenschaft ein Verband von Interessierten ist, die sich ihres Interesses nicht mehr bewusst sind und ihrer Ethik schon gar nicht, und die das Ethische zum Fenster hinauswerfen und das Logische hinterher.

Und so mag es Wissenschaftler geben, die dem nicht folgen und sich eine Wissenschaftsethik bewahrt haben und ihre Logik im Denken bewahrt haben und im stillen Kämmerlein vor sich hin forschen und sich nicht äußern und sich nicht zu Wort melden, und nicht hinein finden in das Getriebe der Welt. So, wie ich es tue, wenn mich die Kühnheit übermannt, und ich vor der Kühnheit meiner eigenen Gedanken erschrecke, und sie nicht preisgeben und aussetzen will dem Getriebe der Welt.

Und so ist andererseits der Wissenschaftler, so er ein Wissenschaftler von Berufs wegen ist, ein Eingebautes in das Getriebe der Welt, und das Getriebe der Welt zermahlt ihn und zermahlt seine Grundsätze und zermahlt seine Ethik und sein Interesse schließlich dazu. Denn das Interesse des Wissenschaftlers ergibt sich aus dem Forschen, und so er die Freiheit des Forschens nicht mehr vorfindet, mag er sich die Freiheit des Denkens bewahren, und so er diese nicht mehr in sich findet, mag er nicht mehr als Wissenschaftler gelten und sich selber nicht mehr vormachen, dass er ein Wissenschaftler sei.


Interesse und Profitgier

Soviel zu Interesse und Wissenschaft und Wissenschaftsverbänden und Interessenverbänden, und damit habe ich gesagt und an den Anfang gestellt, dass ich von der Wissenschaft, die sich mit gesunden Systemen beschäftigt, sei es in der Biologie oder der Soziologie oder der Ökonomie oder sonst einer Wissenschaft, nichts halte und nichts halten will, bevor sich nicht diejenigen, die sich dazu bekennen, ein Gleiches tun und sich loslösen von und austreten aus ihren Interessenverbänden, und nicht das Interesse derjenigen betreiben, die den Profit an die oberste Stelle stellen.

Und so will ich mich dazu bekennen, dass ich zu denen nicht gehöre, die den Profit verherrlichen und den Profit zum alleinigen Maßregler machen, und ich will mich darum bemühen, das Profitgierige als das zu entschleiern, das es ist in dieser Welt: ein Gieriges und ein Hungriges und ein Unbefriedigtes - und ein Sattmachendes zugleich.

Doch obwohl es diejenigen satt macht, die die Gier im Übermaß betreiben, macht es die anderen hungrig, die davon nichts haben. Und so mag man sich Gedanken machen über die Zusammenhänge von Profitgier auf der einen Seite und Hungersnot auf der anderen Seite, und man mag sich fragen, was wohl diese Welt in zwei Teile spaltet.

Und weiter mag man sich fragen, was die Profitgier auf der einen Seite anrichtet und welche (andersartigen) Hungersnöte sie dort verbreitet und wüten lässt, und man mag sich auf der anderen Seite fragen, wie der Hunger in die Welt gekommen ist. Und dies ist mehr mein Metier, als sich politische Maßnahmen zu überlegen, die den Hunger gleichmäßiger verteilen, und so will ich fortfahren und mich im nächsten Kapitel mit dem Hungrigen und dem Süchtigen befassen. Auch wenn die Überschrift dies nicht vermuten lässt.