Das Interesse

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Gesunde Systeme

Das Interesse ist nicht das, was man gemeinhin darunter versteht als ein Sich Interessieren für, ein Gefallen finden an, ein Seine Aufmerksamkeit richten auf, ein Seine Aufmerksamkeit finden in und so fort. Ich bleibe dennoch bei der Bestimmung, dass das Interesse darin besteht, seine Aufmerksamkeit auf etwas zu richten, ganz allgemein gesprochen.

Denn das, was unsere Aufmerksamkeit erregt, ist das erwachende Interesse. Das erwachende Interesse wiederum ist dasjenige am Interesse, was in die Welt eintaucht und in Raum und Zeit Gestalt annimmt.

Damit nun schlagen wir eine Brücke zur Information:

  • Information als das Eingeprägte oder Aufgeprägte.

Wobei wir offen lassen, wem oder was etwas aufgeprägt wird: einem Medium, einem Geist, einem Bewusstsein oder was auch immer, und wie auch immer wir es benennen mögen. Und legen nicht fest, wer oder was als das prägende Element zu gelten hat. Denn, wie die Informatiker wissen, braucht eine Information braucht einen Sender und einen Empfänger, damit sie wirksam werden kann in dieser Welt.

So sind Wirkung und Wirksamkeit wiederum die entscheidenden Begriffe, wenn man entscheidend in dem Sinne versteht, dass es uns zu Entscheidungen drängt, unsere Handlungen lenkt, unser Tun bestimmt oder zumindest beeinflusst, und Handeln und Machen in einen Zusammenhang bringt.

Handeln und Machen stellen eine Einheit dar und eine Einheit her insofern, als sie das Allgemeine und das Besondere in sich vereinigen. Das Allgemeine meint die Gemeinschaft der Handelnden und der im Handeln Begriffenen. Das ist nun ein geheimnisvoller Begriff, denn 'in Begriff sein' etwas zu tun, ist eine Tautologie, wenn man die Begriffe richtig versteht. Im Begriff sein meint, einen Begriff bilden und das Begriffliche sich bilden lassen und das Begriffene erinnern und Begreifendes neu zu erwerben, sodass es zum Begriffenen wird.

'In den Griff kriegen' ist eine Abwandlung davon und meint nicht wörtlich, einen Handgriff anbringen, obwohl das Wort Begriff aus dem Greifen der Hände zu kommen scheint, was es nicht tut, denn es war ein Begreifen des Verstandes und dessen, was Begriffe bildet (was immer es auch ist) und von vornherein gegeben. Das Begreifen ist also ein Begreifen des Verstandes, und ein Begreifen des Verstandes spielt sich ab im Tun.

'Im Tun' ist ein stehender Ausdruck insofern, als er das Tun des Menschen einschließt und das Gemeinschaftliche hervorhebt und, anders als beim Handeln, das Tun ein Umfassendes ist, das Handeln und Machen und Sprechen und Denken und Sonstiges einschließt, wobei man das Dynamische, wie es heute verstanden wird, als Bestimmendes betrachten kann.

Das ist nun nicht das Eigentliche, das uns interessiert, wenn wir das Interesse verstehen wollen, und doch ist es voraussetzend für ein Verständnis, wenn es nicht im Flachen und Oberflächlichen verseichten soll. Verseichten meint, dass es alle Bezüge abschneidet, die zu seinem Verständnis wesentlich sind und im Seichten den Tiefgang entbehrt, der ihm zu eigen ist. Denn Interesse ist nur mit Tiefgang verständlich und verstehbar und kann sich nicht aus einer oberflächlichen Betrachtungsweise herleiten lassen.

Das 'Herleiten lassen' ist ein philosophischer Begriff, und ich mag ihn an anderer Stelle erklären. Kurz gesagt, bedeutet er so viel wie 'auf etwas beziehen oder zurückführen', das wesentlich ist zum Verständnis dessen, was ich betrachte und in Augenschein nehme. Und so mag man das Herleiten einer Formel in der Mathematik als Beispiel dafür verwenden, und erkennen, dass die Axiomatik des Faches und die Axiomatik des Denkens und beide dabei eine wesentliche Rolle spielen. Denn ändert man die Axiomatik, so ändert sich die Herleitung und das Wesentliche verschiebt sich auf eine andere Grundlage, wie wir alle wissen.

Und so ist die Axiomatik das Eigentliche, das es zu betrachten gilt, denn die Axiomatik trägt nicht nur, sondern umschließt und lenkt das Interesse auf das, was innerhalb ist. Und so sich das Interesse erkühnt, nach außen zu treten, wird es am Zügel genommen und zurückgehalten und auf das Beschränkte zurückgelenkt. Das mag man bedauern oder begrüßen. Es ist jedenfalls in unserer Gepflogenheit und üblich geworden, und hat dazu beigetragen, dass sich Fachrichtungen und Fachbereiche und Fächer gebildet haben, wie die Lamellen eines Fächers, sodass das Auffächern der Wissensgebiete gleichsam ein fraktales Muster ergibt.