Was ich glaube

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Machen wir also einen Anfang und sprechen über das, was wir glauben, oder was wir ‚im Grunde glauben’ – und das ist nicht dasselbe. Ein Beispiel: Fragst Du jemand, ob er oder sie an ein Leben nach dem Tod glaubt, dann wird er Dir antworten: Ja, das tue ich – oder: Nein, das tue ich nicht. Klar. Im Grunde glaubt aber jeder an ein Leben nach dem Tod, weil ein Jeder weiß, wo er herkommt und wo er hingeht. Wir können also durchaus von einem ‚bewussten Glauben’ und von einem ‚unbewussten Glauben’ sprechen. Den ‚bewussten Glauben’ kann ich in Glaubenssätzen formulieren von der Art: „ich glaube, dass ...“, den ‚unbewussten Glauben’ nicht – aber dieser fließt in meine Handlungen ein und er gibt meinen Gedanken immer wieder neue Impulse.

Wenn man den bewussten Glauben verallgemeinert, gelangt man zu verbindlichen Dogmen – also zu Grundannahmen, die man Anderen als verpflichtend auferlegen kann. Siehe Kirche, siehe Wissenschaft. Wenn ich meinem ‚Inneren Glauben’ folge – muss ich beweglich und flexibel bleiben und kann mich nicht (oder nicht allzu sehr) an Dogmen binden. Das erscheint mir logisch. Folglich werde ich nur bedingt einem religiösen Glauben (sei er kirchlich oder wissenschaftlich formuliert) anschließen können. Anders gesagt, ich möchte ‚meinen Glauben’ nicht ein für alle Mal festlegen und schon gar nicht Anderen aufdrücken. Damit würde ich mir nur selber schaden, weil ich mich auf einen Glauben festlege, der mir zwar heute passen mag, der mich aber möglicherweise an meiner weiteren Entwicklung hindert.

Es ist wohl eines der Grundprobleme der Zeit, dies zu erkennen – das betrifft die Kirchen ebenso wie die Wissenschaften, und vor allem die Naturwissenschaft. Da ich selber eine naturwissenschaftliche Ausbildung ‚genossen’ habe, ist es mir immer wieder ein Anliegen, die ‚Festhalter’ aus dieser Lernphase meines Lebens aufzuspüren und mich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Mein Weltbild ist also, wie Du siehst, in erster Linie die Beschäftigung mit dem, was meinen Gedanken zugrunde liegt. Das heißt, auf welche Grundannahmen will ich mich stützen – sie in Frage stellen und dennoch nicht verwerfen. Oder: auf welche Fixpunkte will ich mich beziehen.

Anders gesagt, ich muss erst einmal festlegen, in welchem Bezugssystem ich mich bewegen will, wenn ich mir Gedanken über irgendetwas mache. Deshalb wird mein nächster Punkt sein, mich über die verschiedenen Bezugssysteme auszulassen, deren wir uns heute bedienen, und ein wenig über deren Bedeutung zu reflektieren.