Das Bild der Welt im Entstehen

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Wir sind nun zwar einen Schritt weiter als bisher, doch wir haben noch immer nicht verstanden, warum wir diesen Schritt tun müssen. Es könnte noch immer so aussehen, als käme es nicht so genau darauf an, wie wir die Welt entstehen lassen, zumindest unserer Vorstellung nach. Warum soll sie sich nicht aus einer Art ‚Urmaterie’ heraus entwickelt haben, getrieben von jenem unbekannten Impuls, den wir heute ‚Zufall’ nennen. Das impliziert doch auch, dass sie irgendwie ihren eigenen Impulsen folgte und es ihrem Geschick (oder Schicksal) überlassen hat, welche Konstellation sich daraus ergibt. Oder ergeben hat, denn wir leben heute in der Konstellation, die wir rückblickend als eine ‚zufällig entstandene’ zu erkennen vermeinen.

Mit ‚wir’ meine ich sehr viele Menschen, solche, die sich Experten nennen und hauptberuflich mit Evolutionstheorien befassen – und die große Masse jener Menschen, die noch nie richtig darüber nachgedacht haben und sich dem allgemeinen Dafürhalten anschlossen. Natürlich schließe ich mich selbst dabei aus, denn ich glaube nicht, was man mir als Evolutionstheorie auftischen will. Ich ahne dahinter noch jenen alten Geist, der die Wissenschaft in die Neuzeit getrieben hat, und dabei seinen Weg durch die Dickichte der religiösen Überzeugungen ihrer Zeit freikämpfen musste.

Auch die Wissenschaften hatten ihre Märtyrer, und sie möchten sie wohl nicht dadurch entehren, dass sie ihnen posthum das antun – einen zielbewussten Geist oder gar göttlichen Willen hinter jenem Antrieb zu vermuten, der die Evolution in Gang gebracht hat und noch in Gang hält. Denn sie, die Evolution, geht weiter, und wir stecken mitten drin.

Nun sind seit jenen unseligen Zeiten, als man die Wissenschaftler in die Knie zwingen und zum rechten Glauben bekehren wollte, längst verflossen und gehören der Geschichte an. Und diese Geschichte, die unser aller Geschicke enthält oder umfasst, geht weiter ihren Gang. Und auf ihrem Weg möchte sie uns neue Einsichten vermitteln in das, was ‚die Welt im Innersten zusammenhält’.

Genau dieser Satz hat mich vor vielen Jahren dazu gebracht, Physik zu studieren, weil ich erwartete, dass die Physiker es am ehesten wissen könnten. Diese Erwartungen sind bis heute unerfüllt geblieben, und ich habe längst verstanden, dass ich mir einen eigenen Weg suchen muss, wenn mich solche fundamentalen Fragen bewegen. Diesen eigenen Weg bin ich gegangen und gehe in weiter, und ich bin immer wieder und aufs Neue gespannt, wohin er mich führen wird.

Das ist nun das Eine. Und das Andere ist neu hinzugekommen. Ich bin nicht mehr so sehr daran interessiert, was ich in den Tiefen meiner selbst – oder meines Selbst – entdecken könnte, denn das habe ich getan und tue es auch jetzt. Vielmehr möchte ich aus den unzähligen Wahrheiten, die sich dort einfinden, jene heraussuchen, die nicht nur mir das Leben spannender machen, sondern auch noch anderen Menschen dabei helfen können, mit ihrem Leben anders umzugehen. Zu dieser Auffassung hat mich wahrscheinlich die Beschäftigung mit dem Krebsproblem gebracht. Und dabei haben mir die vielen Gespräche geholfen, die ich mit solcherart Kranker führen durfte. Das war vielleicht die schwierigste, aber auch die schönste Zeit meines bisherigen Lebens.

Es ist meine tiefe Überzeugung, dass wir das Heilen und Heilwerden nicht mehr den Ärzten allein überlassen dürfen. Es ist weiterhin meine ebenso tiefe und feste Überzeugung, dass wir die Heilung nur in uns selbst finden – wenn wir danach suchen. Doch andererseits weiß ich, dass die meisten Menschen noch nicht dafür bereit sind, diese Überzeugung zu teilen. Und so werden sie sich in einer Frage, die ihre tiefsten Ängste und Befürchtungen anspricht, weiterhin an die Experten wenden, die ihnen von Rechts wegen als ‚Therapeuten’ zugewiesen werden.

Daher ist es mir ein Anliegen, jenen Menschen zu helfen, die an Leib und Seele erkrankt sind. Denn das eine kann ohne das andere nicht sein. So halte ich an dem Satz fest, dass ‚der Körper das Spiegelbild’ der Seele ist. Und daraus folgt, dass wir alle unsere körperliche Gebrechen nur in den Tiefen der Seele heilen können. Und das möge Gott für uns tun, denn wir können es nicht.

Wenn ich hier so ungeniert ‚Gott’ sage, so tue ich es in der Auffassung, dass jeder einen ‚göttlichen Kern’ in sich trägt – und ich lasse offen, worin dieser besteht, wie er angebetet sein will oder was er mit dem Einzelnen beabsichtigen mag. Diese Aufzählung der ‚unbekannten Eigenschaften’ könnte ich noch fortsetzen, doch auch dann trügen sie nichts weiter aus als das, was in dem uralten Satz enthalten ist: „Mache Dir kein Bild von MIR.“ Punkt.

So ist also gesagt, was ich als den Herkunftsort unserer ‚lebendigen Formen’ ansehe. Und damit ist auch gesagt, dass wir ihn weder ansehen noch verstehen können. Nun mag ich es nicht einfach in den Nebel eines religiösen ‚Das verstehst Du nicht, mein Kind!’ abschieben, denn auch das Suchen und Forschen, das wir in uns spüren, stammt als eine der Formgebenden Kräfte aus jener Quelle, die im Dunkeln (oder dem ‚Allerheiligsten’) zu suchen ist.

Wir stehen hier also wieder vor einem Dilemma, das hinreichend bekannt ist – und dennoch will ich es der Vollständigkeit halber aufführen. Wir suchen nach den letzten Wahrheiten auch dann, wenn sie uns verborgen bleiben müssen. Und in diesem Suchen machen wir nicht Halt vor dem, was unseren Vätern heilig war.

So war einstens der Leib des Menschen ein Heiliges und Heiligtum vor Gott, wie es damals wohl hieß, oder ein ‚Tempel des Herrn’ – und er durfte nicht verletzt noch betreten werden. Oder anders gesagt, dem Menschen wurde geraten, ihn nicht zu verletzen und nicht zu betreten, um seiner selbst willen. Das hat er, der Mensch, nicht eingesehen, und so hat er ihn verletzt und er hat ihn betreten, und davon legt die Medizin der Neuzeit Zeugnis ab, bis in unsere Tage. Und nicht genug damit, wir haben es uns angetan, auch den letzten Schleier jenes Geheimnisses lüften zu wollen, der bisher auf dem ‚Erbe der Menschen’ gelegen hat. Sie wissen was ich meine. Wir grübeln mit modernsten Geräten und ausgefeilten Programmen in unseren Labors darüber nach, wie den wohl die molekulare Struktur der Gene mit unserem spezifisch menschlichen Eigenschaften zusammenhängen könnte.

Nun, ich stehe nicht an, die Antwort auf diese Frage zu geben: Wir werden genau das materialisiert finden, was wir zu finden hoffen. Den Beweis bleibe ich schuldig, weil er mir nicht geglaubt würde, ganz gleich, wie stringent er sich anhört. Weil wir nur das glauben, was wir glauben wollen. Und so dreht sich das Rad der Geschichte weiter, und im Augenblick haben die Materialisten das Sagen.

Doch das Fragen bleibt mir unbenommen, und so bemühe ich mich weiterhin, die richtigen Fragen zu stellen. Und eine dieser Fragen war, wie die lebendigen Formen aus dem innersten Kern, der mir verborgen ist (und bleibt) wohl aufsteigen in unsere Welt, so dass wir sie sehen, hören, riechen, schmecken und ertasten können.

Anders gefragt: „Wie materialisieren sich die lebendigen Formen, nachdem sie in unsere Welt gelangt sind?“ und „Wie gelangen sie überhaupt in unsere Welt?“ und „Was bringt sie dazu, sich in unsere Welt zu begeben?“ und … das soll einstweilen an Fragen genügen.

Es ist mir und wohl jedem Anderen klar, dass wir solche Fragen nur spekulativ beantworten können. Anders gesagt, wir bewegen uns in einem Bereich, den wir irgendwo zwischen Religion, Philosophie und Esoterik vermuten dürfen. Oder sehen Sie das anders?

Ich werde mich also entscheiden müssen, auf welchem Gebiet, oder auf welchem Weg ich meine Antworten suchen will. Ich entscheide mich (vorläufig) für den ‚esoterischen’ Weg. Was nichts anderes bedeutet als dies: ich suche in mir nach meinen eigenen Antworten.