Über das Weltall

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Wissen und Glauben

Das Weltall, wie wir es kennen, ist eine Zusammenziehung aus ‚Welt’ (Zeit) und ‚All’ (Alles). Letzteres erklärt sich von selbst, denn wir verstehen darunter noch immer (welch ein Wunder!) das All-Eine. Also das, was alles ist, war und sein wird, zusammenfasst.

Damit sind wir bereits beim Thema, denn wir wissen, dass wir nicht alles in der Gegenwart erfassen können. Denn zu Alles gehört doch wohl das, was gestern und vorgestern war, also die Vergangenheit und die Vorvergangenheit. Und es gehört das, was morgen und übermorgen sein wird, auch dazu. Also unsere ganze Geschichte auch. Und Geschichte verstehen wir als etwas, was in einem Zeitbogen Alles zu umfassen scheint. Zumindest theoretisch.

Das ist nun eine etwas naive Fiktion, denn wir können schon die Gegenwart nicht allumfassend erkennen. So beschränken wir uns zumeist auf das, was in der Gegenwart als ‚faktisch’ bekannt wird. Das ist ein gehöriges Filter, denn wir erfahren individuell weit mehr, als die Allgemeinheit erfährt. Und auch das, was in der Allgemeinheit bekannt wird – denken wir nur an die vielen Nachrichten, die uns täglich erreichen – verschwindet alsbald in den ‚Aktenordnern der Geschichte’.

Doch selbst wenn wir alles Faktische in einem gigantischen Datenspeicher aufzeichnen könnten, wären damit nicht die zahllosen Gedanken erfasst, die sich die einzelnen Individuen dieser Gesellschaft bzw. aller Gesellschaften in allen Ländern gegenwärtig erlauben. Und selbst wenn wir diese wüssten und aufzeichnen könnten, dann wären damit noch nicht die Gefühle und Empfindungen erfasst, die in zahllosen empfindenden Wesen einhergehen. Und selbst wenn wir dieses alle wüssten und aufzeichnen könnten, so hätten wir keine Angaben über die zahllosen Bewegungen von Materie und Materiebruchstücken, die gerade zu Gange sind – wir hätten also von unserer Gegenwart nichts weiter als das aufgezeichnet, was im Menschlichen, allenfalls noch im Tierreich, an Informationen (modern ausgedrückt) erschaffen wurde. Nichts über das Flüstern der Blätter an den Bäumen im Wind, nichts über das Seufzen der Wolken im Sturm, nichts über die ‚Gedanken’, die sich in den Wellen des Meeres auszudrücken versuchen. Und selbst wenn wir dieses alles wüssten und aufzeichnen könnten, wie stünde es dann um die Gegenwart von gestern oder von morgen?

Wir reden von Allem in einem umfassenden Sinn, und haben doch so wenig Kenntnis über das, was Alles ist eigentlich umfasst. Und das ist gut so und ich habe nichts daran auszusetzen als die menschliche Unbescheidenheit, wenn wir von Allem so daher reden, als hätten wir eine Ahnung, wovon wir sprechen.

Und wenn wir gar daran gehen, unsere Träume zu untersuchen und die Welten entdecken, die sich darin auftun, dann wäre uns das ‚Alles verstehen können’ endgültig verleitet. Möge es jemand versuchen, ich bin längst davon abgekommen und mit dem zufrieden, was mir ‚ins Auge springt’ oder im Ohr klingt – oder was mich, wie jetzt, in den Fingern juckt, es aufzuschreiben.