Günther's Didgeridoo Geschichte

Geschrieben von Gü. Veröffentlicht in Selbst Musizieren

 

Umschalten von Lungen- auf Wangenspiel

Bleibt trotz allem noch eine weitere Schwierigkeit übrig - das schnelle Umschalten vom Lungen- auf das Wangenspiel, von der Nasen(ein)atmung zum Blasen durch den Mund. Man kann es drehen und wenden, wie man will. Einatmen und Ausatmen sind von der Natur als Wechselspiel angelegt. Ich sehe keinen Weg, der daran vorbeiführt. Andererseits ist richtig, was oft erwähnt wird: dieser Wechsel ist bei der Bauchatmung (mittels Zwerchfell) erheblich schneller zu bewerkstelligen als bei der Brustatmung. Also hilft es, seine Bauchdecke beim Üben bewußt (und überbetont) mitzubewegen. Wenn man die Hand auf die Bauchdecke legt, spürt man selbst die kleinsten - ruckartigen - Bewegungen des Zwerchfells beim Wechsel von Ein- und Ausatmen. Das übe ich immer wieder mal, denn das braucht man ohnehin, wenn man einen schnellen Rhythmus ins 'Drönen' (eine neue Wortschöpfung mancher Didgeridoo-Spieler: von engl. 'drone' = Brummen) bringen will.

Schließlich fällt mir noch etwas anderes ein. Vor Jahren habe ich über das Intuitive Atmen bei Karl Scherer gelesen - und über das Kreisatmen. Sicher, da geht es um etwas anderes. Um das Hinführen zum 'Großen Atem'. Über das 'persönliche Atmen' hinaus führt ein Weg, der dich erleben läßt, wie du, eingebunden in den Großen Atem der Welt, geatmet wirst ... schwer zu beschreiben, und so genau weiß ich es auch nicht. Jeder erlebt es auf seine Weise, und später erinnert man sich nur spärlich daran, was genau da geschah, wenn dieser besondere Bewußtseinszustand vorbei ist.

Mag sein, dass es mit der Zirkularatmung ähnlich läuft. Wenn es geschieht, geschieht es mit dir ... bewußtes oder gar zwanghaftes Anstrengen verhindert den Zustand, anstatt ihn zu befördern. Also ist es, wie David Linder und andere immer wieder betonen, auch ein gut Teil Geschehen lassen ...

Summa Summarum, möchte ich sagen: es kommt wohl darauf an, die Wangenspieltechnik zu erlernen. Und das ist schließlich eine Kunst, und kein Trick. Und wie bei jeder Kunst kommt es auf's Können an. Und auf die Anlage oder Begabung. Und über allem steht das, was alle Könner sagen: üben, Üben, ÜBEN, ... alles andere geschieht von selbst.

 robin jules   Dazu passt ein hübsches Bild, das ich eines Abends machte, als mir unsere Hunde Robin (links) und Jules das Spiel mit dem Rohr nachmachten. Glaubt ihr nicht? Dann seht doch selbst.
 
Mein erstes Bambus-Didgeridoo
Ein echtes Ahorn-Didgeridoo
Acht Wochen später
Nach drei Monaten
Nach acht Monaten
Wie gesund ist das Didgeridoo - Spielen?