Günther's Didgeridoo Geschichte

Geschrieben von Gü. Veröffentlicht in Selbst Musizieren

 

Zirkular gedacht

Um es gleich vorweg zu sagen, ich bin noch am Üben. Bei mir zirkuliert alles mögliche, aber nicht die Atmung. Die geht noch immer wie der Blasebalg - raus durch das Rohr, rein durch die Nase. Schön im Wechsel, wie das bei normalen Menschen so üblich ist.

Immerhin, ich habe mich umgesehen und die meisten der empfohlenen Übungen probiert.

  1. Die Wasserspülung. Das ist noch immer eine gute Übung für denjenigen, der den Trick erlernen will. Man lernt dabei jene gegenläufige Bewegung, die so ganz 'unphysiologisch' ist: Einatmen (durch die Nase) und gleichzeitig das Wasser aus den Wangen pressen (ohne sich zu verschlucken!). Aber nach ein paar Versuchen gibt diese Übung nichts mehr her. Man lernt sehr schnell, dass Wasser schwerer als Luft ist. Da ist die nächste Übung schon schwieriger - das ist
  2. Die Strohhalmübung. Dabei stellt man einen Strohhalm in ein Glas Wasser und sprudelt. Eins - zwo - drei - ... jetzt kommt der Trick. Bei 'drei' Luft in den Backen sammeln und bei 'vier' diese durch den Strohhalm drücken, während man einatmet. Es hört sich einfacher an, als es ist. Ich habe es bis heute noch nicht geschafft, und ich weiß auch warum. Die Luft ist viel schneller weg, als ich Zeit brauche, um durch die Nase einzuatmen.
  3. Also habe ich zuerst geübt, kurz und schnell Luft zu holen. Schnieeef! Trotzdem ist mein Luftvorrat, selbst bei aufgeblähten Wangen, zu klein. Wenn ich dabei in den Spiegel schaue, sehe ich, warum. Ich habe keine barocken Pausbäckchen. Und ich habe offenbar noch nicht die geschulten Wangenmuskeln, um die Luft langsam und kontrolliert herauszudrücken. Pffft... weg ist sie! Ok, sage ich mir, das will sich also erst noch entwickeln. Bei anderen mag es schneller gehen, aber wer weiß, was die für Backen haben. Dann lese ich über

  4. Die Luftballonübung. Gerald Kaufmann erwähnt sie kurz, sagt aber nicht, wie sie geht. Ich kann also nur vermuten, dass man die Wangenmuskulatur damit trainiert, rhythmisch Luft aus den Wangen in einen Luftballon zu pressen, während man einatmet. Im Unterschied zur Strohhalmübung ist der Gegendruck groß - je mehr man den Ballon aufbläst, um so größer. Soviel Gegendruck gibt ein Didgeridoo nicht her (soviel ich weiß!). Aber es ist ein gutes Training für jede Backe, ob klein oder groß.

Wahrscheinlich gibt es noch viele andere Übungen, die irgendwo zwischen diesen Extremen liegen: wenig Gegendruck (wie beim Strohhalm), und die Luft ist schnell weg. Viel Gegendruck (wie beim Luftballon) - aber die Wirklichkeit des Didgeridoo ist eben anders.

Analog zum Strohhalm kann man auch Mundharmonika oder Flöte spielen - auch hier ist wenig Gegendruck. Der Vorteil: es entfällt das ständige Geblubber im Wasserglas. Das nervt (mich jedenfalls) auf die Dauer.