Günther's Didgeridoo Geschichte

Geschrieben von Gü. Veröffentlicht in Selbst Musizieren

 

So nebenbei

Übrigens fällt mir hier eine Übung ein, die wohl die meisten aus ihrer Kinderzeit kennen: das Kammblasen. Klar? Man hält ein Stück Pergamentpapier (früher hieß es Butterbrot-Papier) über einen Kamm und drückt ihn leicht an die Lippen, während man einen Ton summt. Dabei spürt man das leichte Vibrieren, wenn das Papier in Resonanz gerät. Und wie das kitzelt! Jedenfalls kann man sich dabei ein wenig an Lippenvibrationen gewöhnen - beim Didgeridoo sind sie wesentlich langsamer und nicht so unangenehm.

"Je weniger Luft man verbraucht, um so besser!", habe ich gelesen. (Entschuldigt, ich habe mir nicht gemerkt, wer wo was gesagt bzw. geschrieben hat.) Aber das ist ein guter Hinweis gewesen. Sparsam mit der Luft umgehen, die am Anfang ohnehin schnell knapp wird. Seither übe ich, den Ton möglichst lange zu halten. Bisher habe ich es auf 35 Sekunden gebracht, und ich werde fast täglich besser. Ein Zeichen dafür, das die Lunge wächst und die Atem-Ökonomie besser wird. Auch ohne Zirkulationsatmung kann man in einer halben Minute eine ganze Menge Ton-Varianten produzieren.

Trotzdem will ich die Zirkulationsatmung lernen. Egal, ob es dazu gehört oder nicht. Dieser lang anhaltende Sound hat es mir früher schon angetan, er macht schließlich die Eigenart des Digeridoo-Spieles aus, für mich jedenfalls. Wie beim Dudelsack oder der Drehleiher - und beides wollte ich früher schon lernen (und beim Wollen ist es geblieben!). Also, das lasse ich mir nicht nehmen, und daher übe ich noch immer am 'Kreiselatmen', pardon: an der Zirkulationsatmung (oder 'circular breathing'), wie es richtig heißt.