Indian Love Flute

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Die indianische Flöte

 Die erste Justierung

Wir sind nun an einer heiklen Stelle angelangt. Der Luftspalt ist zu hoch - nämlich Rohrstärke, und das sind 2 mm. Damit lässt sich kein Ton erzeugen (selber probieren). Wir müssen das Rohr an der Stelle, wo der Luftspalt sitzt, abflachen. Das geht mit einer Feile ganz gut. Aber Vorsicht! Nicht mehr als 1 mm wegnehmen. Was zuviel ist, kann nur schwer korrigiert werden (es geht, ist aber nicht einfach!). Also:

  • Stopper nach vorn schieben, Abstand zum Luftspalt-Ende ca. 5 - 6 mm. Nun den Deckel aufsetzen und prüfen, ob er 'luftdicht' sitzt. Das heißt, seitlich darf keine Luft herauspfeifen (spürt man, wenn man bläst). Mit der Vorderkante schließt der Deckel auf Höhe des Stopper-Endes ab. Nicht genau, es hängt davon ab, wie wir die Flöte gebaut haben - kleine Unwägbarkeiten gibt es immer, wenn man keine Präzisionsmaschine hat (haben wir nicht, OK?)

Nun sachte anblasen - wir haben eine tief klingende Flöte und keine Pfeife! Es muß ein weicher Ton kommen, der etwas tiefer als das D liegt, das wir anpeilen. Wir probieren immer mal wieder am Stopper - und justieren den Deckel danach. Nach meiner Erfahrung klappt es immer - mehr oder weniger gut.

Wenn noch kein Ton kommt oder der Ton zu windig ist, müssen wir die Spalthöhe verringern. Also das Rohr noch ein wenig mit der Feile flach feilen, auch die Luftkante, an der sich der Luftstrom beim Spielen brechen soll. Darauf achten, dass wir ein ebenes Bett für den Deckel erhalten, damit die Luft nicht seitlich (oder hinten) entweichen kann.

Nun prüfen wir noch die erste Oktave zum Grundton - also das 'hohe D'. Einfach kräftiger anblasen, eventuell stoßweise. Die Justierung ist erst dann befriedigend, wenn auch das hohe D einigermaßen sauber kommt. Kommt es allerdings dauernd, das heißt, schnappt der Grundton beim Anblasen rasch in die nächste Oktave, dann ist unser Luftspalt an der Schneide zu klein und wir müssen a) den Deckel b) den Stopper nach hinten schieben. Bruchteile eines Millimeters können entscheidend sein, also mit etwas Geduld ans Werk gehen - die Qualität unserer Flöte steht auf dem Spiel.

Nehmen wir an, soweit hat alles geklappt. Dann können wir einstweilen den Stopper arretieren (einfach das Rohr außen mit einem Föhn anblasen, bis das Wachs weich (aber nicht flüssig) ist. Dann von hinten durch das Rohr schauen - es darf keine Luft am Stopper seitlich entweichen (daher der Name Stopper!). Ich mußte ein wenig Wachs zum Abdichten von außen nachfüttern. Das geht - oder man macht es durch den Luftspalt von oben.

Wer den Stopper einkleben will, sollte erst warten, bis die Löcher gebohrt sind - es könnte ja sein, dass wir noch einmal nachjustieren müssen.

Den Deckel können wir einstweilen mit Klebeband befestigen. Das ist sicherer, damit er uns beim Stimmen der Flöte nicht verrutscht! Später können wir ihn mit einer hübschen Kordel festbinden - oder stilecht einen Fetisch darauf setzen (wird später beschrieben).