An Alle die töten

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Religion und Mystik

An Alle, die töten

oder glauben, töten zu dürfen

                        !

Es gibt keinen GOTT außer GOTT.

Er hat dir das Leben gegeben.

                        !

Darfst du das Leben nehmen?

Dein Leben? Mein Leben?

Willst Du sein w i e  GOTT?

Nachfolge Christi

Geschrieben von Gü. Veröffentlicht in Religion und Mystik

Nach allem, was wir bisher gesagt haben, ist die ‚Nachfolge Christi’ eine zweifelhafte Angelegenheit. Welchen Christus meinen wir, wenn wir uns in seine ‚Nachfolge’ stellen? Und welchen Weg wollen wir gehen, wenn nicht klar ist, ob er nicht direkt in den Untergang mündet, früher oder später, wie es angeblich Jesus von Nazareth bestimmt war? Was aber, wenn es gar nicht um die Kreuzigung ging, sondern um eine andere Lebensweise, um eine Auffassung von Miteinander und Menschlichkeit, in der Nächstenliebe eine neue Bedeutung hat? Dann wäre die Nachfolge Christi ganz einfach, scheint es. Doch das ist sie nicht.

Dein Reich - wessen Reich

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Religion und Mystik

'Dein Reich komme' ist eine Zeile aus dem Vaterunser, also dem Gebet, das (nach den Evangelisten Matthäus und Lukas) Jesus selbst den Jüngern empfohlen hat: “Dein Reich komme. Dein Wille geschehe ...(Mt 6, 9-13)

Darüber habe ich in einem anderen Text Ausführliches gesagt, möchte aber hier noch Einiges anfügen zu jener Zeile, die nur bei Matthäus, nicht aber bei Lukas aufgezeichnet ist:

... Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.“

Ausgehend von dieser Anrufung, gewinnt die zuvor geäußerte Bitte „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe ...“ eine etwas andere Bedeutung. Wenn man sich vergegenwärtigt, in welcher Lage die Menschen jener Zeit in dieser römischen Kolonie waren, wird diese flehentliche Bitte noch bedeutsamer - ob aber klarer, ist eine andere Frage. Gerade das unbeugsame Volk der Israeliten zeichnet sich durch eine besondere Widerstandskraft aus, wie ihre Geschichte beweist; nachzulesen im Alten Testament. Zwar konnte man die Eroberung Palästinas durch die Weltmacht der Römer nicht verhindern, aber einfach hingenommen hat man sie auch nicht. In den dreihundert Jahren römischer Besatzung bis zur schlussendlichen Unterwerfung und Aussiedlung im Jüdischen Krieg (66 – 70 n. Chr. ) haben die jüdischen Stämme mehr als 60 Aufstände gegen die römische Besatzung begonnen, und alle verloren, wie wir heute wissen. Und fast immer kamen die Aufrührer aus Galiläa, ganz so, wie der Nazarener Jesus - oder Jeshua, wie er im Aramäischen eigentlich heißt.

Folgt man Pincas Lapide („Ist die Bibel richtig übersetzt“), so waren die römischen Besatzer ständig präsent. Und nicht selten begegnete man den Kreuzen, an den die Leichen jener Aufrührer hingen, die das Pech hatten, ihren römischen Herren in die Hände zu fallen. Die Kreuzigung war, selbst nach römischen Begriffen, ein schändlicher Tod, er sollte es auch sein: Und nur Räuber oder Rebellen wurden in dieser grausigen Weise bestraft. So tolerant die Römer in Glaubensfragen waren, so unerbittlich erwiesen sie sich, wenn es um Steuern und Strafen ging. Rom hatte die Macht, das musste unmissverständlich klar sein, Rom prägte und kontrollierte das Geld, und es hatte die oberste Polizeigewalt. Abgesehen davon gab es eine gewisse Autonomie, die aber den aufrechten Juden nicht reichte, bei Weitem nicht.

So gesehen, kann man die brennende Frage der redlichen Juden verstehen, wenn sie von Jesus wissen wollte, welche Autorität er denn verkörpere. War er mächtig genug, den Juden die Selbständigkeit wiederzugeben, die sie nach der Unterwerfung durch Rom verloren hatten? Darauf verweist auch die andere Passage in der Bibel, in der Jesus aufgefordert wird zu klären, ob man eher Gott oder den Römern zu gehorchen habe. So liest man in Matthäus 22:

17. Darum sage uns, was dünkt dich: Ist's recht, dass man dem Kaiser den Zins gebe, oder nicht?

Jesus merkte, dass er hereingelegt werden sollte, denn die Pharisäer hatten die Polizisten des Jüdischen Königs Herodes mitgebracht, und er antwortete, nachdem er sich eine Münze geben lies und auf deren Prägung verwies, mit dem berühmten Satz:

So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“
(Mt 22,22)

Wer hat denn nun die weltliche Macht: Gott, der Allmächtige, oder der Kaiser, der sie mit militärischen Mitteln durchdrückt? Anders gefragt: Kann es einen Gottesstaat geben, in dem Gott und seine Gebote die letzte Autorität sind?

Ein Gottesstaat ist ein Fiktion

Nun, die Geschichte lehrt uns, dass noch kein 'Gottesstaat' überdauert hat. Und wo es für einige Zeit so schien, war es letztlich die Kirche, die sich als Staatsmacht etabliert hatte, wie dies heute noch im Vatikanstaat demonstriert wird. Tun wir also gut daran, die Trennung von Kirche und Staat zu fordern, wie dies in allen westliche Demokratien als Grundlage einer modernen Verfassung eingerichtet ist?

Nun, das Problem ist doch offensichtlich, dass wir nicht sicher sein können, was Gott von uns will. Oder welche Gebote, die uns in religiösen Texten überliefert sind, nun wirklich 'von Gott sind' – falls es so etwas wie göttliche Gebote überhaupt gibt.

Nun, es scheint doch so, dass es Gottes Gebote gibt, und wir sie kennen, und glauben, jeder auf seine Weise, die Juden, die Christen und die Moslems, kurz gesagt. Denn sie alle haben ein 'göttliches Buch', in dem die Worte Gottes aufgezeichnet sind. Und indem sie an die Kraft und die Wahrheit dieser Worte glauben, schaffen sie ein Dilemma, das sich hier bereits ausdrückt: Welcher Glaube, welches Buch, welche Gebote sind nun die wahrhaft Göttlichen? Und was machen wir dann mit den Menschen, die nicht an Gott glauben und dessen Gebote leugnen? Sollen wir sie von Staats wegen zum Glauben verpflichten? Oder ausweisen? Anders gefragt: Kann und darf es in einem Staat nur einen Glauben geben, der sich nur in einer gültigen Religion organisiert? Und dürfen die Führer dieser religiösen Organisation zugleich die Führer des Staates sein? Dürfen sie, die Führer, die Gesetze erlassen und deren Umsetzen erzwingen? Dürfen sie also alles sein, was wir in einer Demokratie westlicher Art als 'Gewalten' im Staat definieren: Parlament, Regierung und Rechtsprechung?

Wer also einen Gottesstaat fordert und in dieser Welt errichten will, der muss eine Menge Fragen beantworten, und anders beantworten, als wir Menschen westlicher Prägung dies durch Jahrhunderte tiefgreifender Erfahrungen gelernt haben zu tun. Gerade wir Europäer haben der Welt vor Augen geführt, wohin es führt, wenn wir uns in Fragen der Religion auf staatliche Macht stützen, also gleichsam den Soldaten übertragen zu beweisen, auf 'welcher Seite Gott steht'. Wie zuletzt im Ersten Weltkrieg geschehen, als die Kirchen auf allen Seiten 'die Waffen gesegnet' haben. Und wie wir neuerdings vor Augen geführt bekommen, wenn Irregeleitete versuchen, im Irak und in Syrien einen Gottesstaat 'alt-moslemischer' Prägung zu errichten.

So jedenfalls scheint der Anspruch der als Terrormiliz apostrophierten militanten Gruppe ISIS – die sich inzwischen selbst nur noch IS, Islamischer Staat, nennt – zu sein: Wir tun nur, was Mohammed selbst getan hat. Also nicht nur moderne Religion, sondern ursprünglicher Glaube, Rückkehr zu den Wurzeln, ist der Anspruch jener Moslems, denen eine westliche Demokratie ein Gräuel ist. Und dabei ist ihnen kein Recht oder Völkerrecht heilig, denn es gibt nur einen Gott, und Mohammed ist sein Prophet, und dessen Wort ist ihnen heilig.

Die christliche Botschaft

So scheint sich zu bewahrheiten, was man im Westen immer wieder vermutet hat: Es steckt ein Körnchen Gewalt in dieser Religion, die wir heute pauschal 'den Islam' nennen. Dabei gerät uns häufig aus dem Blick, dass auch die Kirchengeschichte der Christenheit, mal pauschal gesagt, nicht arm ist an gewalttätigen Auseinandersetzungen, beginnend mit der Zeit, als im 4. Jahrhundert das Christentum römischer Prägung im Weströmischen Reich von Kaiser Konstantin zur Staatsreligion erhoben wurde. Seit dieser Zeit galt häufig genug für die Christen nicht mehr der Satz, den Jesus an seine Anhänger gerichtet hat:

... der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ Mt 16,24

Sondern eher das Gegenteil, wie die historischen Kreuzzüge belegen.

Und so haben seit mehr als tausend Jahren die 'christlichen Staaten' der Welt vor Augen geführt, was Gewalttätigkeit in großem Stil vermag: Kriege mit den jeweils modernsten Waffen zu führen – ob unter dem Vorwand des religiösen Glaubens oder einfach nur so um der Macht willen. Man erinnere sich, dass es nicht die Islamisten waren, die den Ersten Weltkrieg und den Zweiten Weltkrieg begonnen und unter den Menschen ein Massensterben gigantischen Ausmaßes angerichtet haben.

Das Religiöse im Ganzen

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Religion und Mystik

Der Versuch, eine Neubesinnung auf unseren christlichen Glauben 
zu beginnen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Ich mache mir meine eigenen Gedanken, gewiss, und versuche  doch, den dogmatischen Vorgaben unserer christlichen Kirchen zu entrinnen, ohne mich aber verletzend oder beleidigend, ja noch nicht einmal kritisch ihren Mitgliedern gegenüber auszudrücken. Sollte es mir an der einen oder anderen Stelle nicht gelingen, so geschieht es nicht mit Absicht.
Beginnen wir – wir, meine Leser und ich – mit dem Versuch, über Gott, Christus und die Welt nachzudenken. Nachdenken mit dem Ziel, über das Ziel ein wenig hinauszuschießen und Gedanken zu erfassen, die nicht alltäglich und jedem geläufig sind. Ob das nun unser Thema im Ganzen erfasst, ist wohl eher zu bezweifeln, aber die Absicht steckt dahinter. Und mit dieser Absicht rechtfertige ich den Titel dieser Textreihe, den um eine solche handelt es sich hier. Daher erscheinen hier und da Angaben über den Tag und das Jahr, als ich mich mit der religiösen Frage konkret befasst und einen Text dazu verfasst habe.


Inhaltsverzeichnis

Das Gott-Konzept als Gestalt menschlicher Entwicklung

Ist Religion zeitgemäß?

  1. Auf der Suche nach dem Urchristentum
  2. Die Quelle der Botschaft
  3. Menschenrechte oder Gottesstaat?
  4. Kein Kulturkampf?
  5. Das Fundament unseres Glaubens

Das Vaterunser

  1. Unser Vater im Himmel
  2. Geheiligt werde Dein Name
  3. Dein Reich komme
  4. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
  5. Unser täglich Brot gib uns heute
  6. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir vergeben unsern Schuldigern
  7. Und führe uns nicht in Versuchung
  8. … Sondern erlöse uns von dem Bösen
  9. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.    
  10. Amen    

Das Gebot der Liebe

Die Nachfolge Christi

  1. Persönlicher Glaube    
  2. Neue Soziallehren entstehen    
  3. Allmachtsphantasien

Die Wiederkunft Christi - oder die künftige Hoffnung der Menschheit

  1. Ein anderes Bewusstsein    
  2. Mehr als Demokratie?    
  3. Mehr direkte Demokratie    
  4. Eine neue Gesellschaftsordnung?    
  5. Nicht wieder ein Führer!     
  6. Das Ende der organisierten Religionen

Am Kreuz gestorben

  1. Viele waren berufen    
  2. Zweifel an der Kreuzigung    
  3. Erlösung oder Erlöser
  4. Er hat den Tod überwunden    
  5. Leben nach dem Tod?    
  6. Unsterbliches Bewusstsein?    
  7. Fassen wir zusammen:

Dein Reich - wessen Reich?

Masseneffekte in christlichen Zeiten

Der Erfolg der Christlichen Botschaft

Schrifttum   


 Das Gottkonzept als Gestalt menschlicher Entwicklung

In der Linie der menschlichen Entwicklung, besser gesagt: in den vielen Linien möglicher menschlicher Entwicklung, spielt das Gott-Konzept einer jeweiligen Epoche eine wesentliche Rolle. In ihm spiegelt sich gleichsam die kollektive Seele wider, als eine Idealgestalt, die sich zum Ausgangspunkt einer angestrebten Entwicklung macht: für den Einzelnen ebenso wie für die Gemeinschaft.
Dabei sind die wechselseitige Einwirkung von individuellem Streben in seiner Gesamtheit – also oberflächlich erscheinend wie von der Tiefe her motiviert – und dem kollektiven Streben stets zu beachten. Da ist nicht das Eine oder Andere im Vordergrund, nein, das Ganze formt sich zu einer Gestalt, die wir nur im Betrachten in der einen oder anderen Hinsicht auflösen können.
Das Gott-Konzept selbst ist nicht so einfach zu beschreiben, da es sich in vielerlei Vorstellungen und Glaubensinhalte derjenigen auflöst, die zu einer Zeit ihm anhängen – oder auch es ablehnen. Das erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich, ist es aber nicht, wenn man die Gründe für die Ablehnung betrachtet. Zumeist sind es negative Erfahrungen, die Menschen entweder zu Hause, mehr noch aber während der Schulzeit mit Religion oder religiösen Inhalten gemacht haben. Dahinter verbirgt sich aber im allgemeinen eine fast schicksalhafte Abneigung  gegen eine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Glaubensgemeinschaft, die sich allerdings durch eigene Wahl und Entscheidung ändern kann.
Geht man also dem Gott-Konzept nach, so bleibt Einem nur übrig, die allgemeinen Glaubensregeln der Kirchen und die veröffentlichen Werke der Gegenwart zu betrachten, also ein wahrhaft gigantisches Unterfangen. Oder man tut das, was ich hier vorhabe, und bezieht sich  auf einige Gedankengänge, die im Zusammenhang mit den Thema intuitiv 'einleuchten'.     weiterlesen

Am Kreuz gestorben

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Religion und Mystik

 Montag, 3. November 2014

Als 'Kreuzigung Christi' versteht man jenen angeblich historischen Vorgang, den die damalige Besatzungsmacht der Römer in Israel nicht selten zur Abschreckung gegen jedwede Versuche einer Auflehnung verhängte. Wie eine Kreuzigung von statten ging, ist in der Bibel bis ins Einzelne aufgeführt. Der Vorgang des Kreuzigens als solcher ist also nichts Besonderes. Erst die Interpretation der späteren 'Christen', also der Anhänger der Lehre des Jesu von Nazareth, die ihn nicht nur als ihren Meister, sondern als DEN Messias ansahen – und vom 'ansehen' zum 'anbeten' ist ein Weg, den wir historisch heute kaum mehr nachvollziehen können.

Die Zeit war reif dafür, eine Vision zu leben, die im Alten Testament immer wieder auftaucht, und vor allem dann Bedeutung erhält, wenn die Not Israels groß ist. Und dass sie zur Zeit der römischen Besatzung so groß war wie schon lange nicht mehr seit der Babylonischen Gefangenschaft, das bezeugen nicht nur jüdische Dokumente, sondern auch römische wie die des Geschichtsschreibers Josephus.

Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass zur Zeit Jesu von Nazareth etwas geschah, das man die Ankunft des Christusgeistes nennen könnte. Es gibt Hinweise, dass dadurch viele Angehörige des Jüdischen Volkes 'erweckt' wurden und sich berufen fühlten, selbst als Prophet oder gar Messias aufzutreten. Kein Wunder, denn das jüdische Volk wartete sehnlichst auf die Erlösung vom drückenden Joch der römischen Besatzung.

Unter den Römern wiederum galt die Bevölkerung Palästinas als besonders aufsässig, und so suchten sich die jeweils entsandten Statthalter Roms dadurch hervorzutun, dass sie versuchten, dieses rebellische Volk mit allen Mitteln in die Knie zu zwingen. Die Kreuzigung war eines ihrer häufig angewandten Verfahren, Aufrührer nicht nur zu bestrafen, sondern sie zur Abschreckung weithin sichtbar am Kreuz zur Schau zu stellen. Dass Rom dennoch seine Kolonie in Palästina nicht dauerhaft befrieden konnte, zeigte sich wenige Jahrzehnte später: Der letzte Aufstand der Juden wurde blutig niedergeschlagen, das jüdische Volk deportiert und Jerusalem zerstört. Die Geschichtsschreibung gibt dafür das Jahr 79 unserer Zeitrechnung an, und das scheint unzweifelhaft zu sein.


Viele waren berufen

Nicht ganz so unzweifelhaft ist das, was in Palästina zur Zeit von Jesus geschah. In der Apostelgeschichte wird erwähnt, dass viele Propheten in Jerusalem aufgetreten waren, und jeder seine eigene Botschaft verkündete, eine Botschaft vom Reich Gottes und der Erlösung.

Hier begegneten sich also die Erwartungen der gläubigen jüdischen Bevölkerung und die Ankunft des Christusgeistes und schufen eine Vielzahl von religiösen Dramen, die schließlich zum Entstehen einer neuen Weltreligion geführt haben. Offenbar gab es dabei viele mögliche Varianten einer christlichen Religionsgeschichte, und ich finde die Frage spannend, warum sich gerade diejenige durchgesetzt hat, die wir heute als 'Christentum' kennen – wenngleich sich eine einheitliche Glaubenslehre nicht auf Dauer halten konnte.

Schon im Konzil von Nicäa 325 n. Chr., als das Christentum von Kaiser Konstantin I. zur Staatsreligion erhoben wurde, und in den darauf folgenden Konzilen kam es zur ersten großen Spaltung in der Christenheit. Die weströmische Variante der christlichen Lehre wurde im Konzil zur offiziellen und verpflichtenden Theologie erklärt, und die oströmische Variante, die wir noch heute als die christlich-orthodoxe kennen, davon unterschieden und abgewiesen. Abgewiesen wurden auch alle jene Texte, die noch im Umlauf waren, und die einen gnostischen Inhalt hatten. So wurde schließlich in der Vulgata eine kanonische Textsammlung geschaffen, die wir in der lateinischen Übersetzung als älteste christliche Bibel kennen - und anerkennen. In dieser christlichen Bibel wurde die Kreuzigung Jesu als historische Tatsache dargestellt.


Zweifel an der Kreuzigung

Inzwischen sind aber immer wieder Dokumente aufgetaucht, die uns eine andere Sicht auf die damaligen Geschehnisse nahelegen. Die vielleicht älteste (relativ) gesicherte Darstellung findet sich im KORAN, der Heiligen Schrift des Islam, die um 550 n. Chr entstanden ist. An zahlreichen Stellen wird hier auf Jesus als den 'vorletzten Propheten einer göttlichen Offenbarung' verwiesen und seine Bedeutung für die Gläubigen anerkannt. Nicht anerkannt wird aber die heute noch gültige christliche Auffassung, dass Jesus von Nazareth darüber hinaus Gottes Sohn sei. Und nicht anerkannt wird, dass er am Kreuz gestorben sei – 'zu einer Erlösung von Vielen', wie es in der Bibel heißt: „... er ist gekommen, „dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele. (Mt. 20, 28)

So hat der Islam eine Botschaft, in der die jüdischen Propheten des Alten Testaments als Vorläufer des Propheten Mohammed anerkannt werden. Diese Kette von Propheten teilen sich also Judentum, Christentum und Islam. Und es wird ein jüdischer Prediger, nämlich Jesus von Nazareth, als weiterer Prophet hinzugefügt – was die jüdische Theologie wiederum leugnet. Und die christliche Theologie ebenfalls, wenn auch aus anderen Gründen: Denn sie möchte Jesus als Messias, als Christus (was dasselbe bedeutet) sehen, der eine Inkarnation des biblischen Schöpfergottes selbst darstelle.

Nun, nach dem Selbstverständnis des Islam ist Mohammed der letzte Prophet gewesen, der mit einer neuen Botschaft – eben dem Koran - die Tradition der biblischen Offenbarungen fortgesetzt und zum vorläufigen Abschluss gebracht hat. Vorläufig deshalb, weil auch im Islam von einem letzten Erlöser die Rede ist, der kommen wird, um die Menschheit vor dem Untergang zu retten.


Erlösung oder Erlöser

Es geht mir nun darum herauszufinden, warum die Kreuzigung für die Anhänger Jesu von solch eminenter Bedeutung geworden ist, dass sie als der bestimmende Mythos – und mythisch ist Religion immer, das ist ihr Wesen – bis heute für das Christentum gültig geblieben ist. Und zwar unabhängig davon, was die historische Wahrheit gewesen sein mag. Denn nur dann ist verständlich, warum aus einer Vielzahl von Ereignissen, die zur selben Zeit stattgefunden haben, eine fiktive Ereigniskette konstruiert werden konnte, an deren 'Ende' die Kreuzigung und nachfolgende Auferstehung stand, und die bis heute das Glaubensbild der Christenheit prägt.

Bevor ich darauf eingehe, möchte ich aus einem Buch zitieren, auf das ich in diesem Zusammenhang immer wieder zurückkomme. Mangels einer gültigen zeitgenössischen Beschreibung der Kreuzigung abseits der Bibel greife ich zurück auf eine mediale Durchgabe, nämlich jene von Jane Roberts, die man natürlich genau so mystisch bezeichnen kann wie die Lehre der Kirche. In einem ihrer Seth-Bücher („Seth speaks“) beschreibt Jane Roberts – im Stil einer Durchgabe oder eines Channeling – warum die Kreuzigung Christi, obwohl nicht historisch, dennoch zur tragenden Säule des enstehenden Christentums wurde. Kurz zusammengefasst, geschah angeblich Folgendes (Zitate aus Jane Roberts: „Seth speaks“):

Zitat 1: The events as they are recorded, however, did not occur in history. The crucifixion of Christ was a psychic, but not a physical event. Ideas of almost unimaginable magnitude were played out.“

Zitat 2: The Crucifixion and attendant drama made sense within your reality at the time. It arose into the world of physical actuality out of the inner reality from which your deepest intuitions and insights also spring.

Zitat 3: The exterior religious dramas are of course imperfect representations of the ever- unfolding interior spiritual realities.

Zitat 4: The primary spiritual existence alone gives meaning to the physical one. In the most real terms, religion should include all of the pursuits of man in his search for the nature of meaning and truth.

Zitat 5: Whether or not the Crucifixion occurred physically, it was a psychic event, and exists as do all the other events connected with the drama.

Im Licht dieser Darstellung wird deutlich, warum es zu einer Kreuzigung kommen musste: Ein Messiah war erwartet worden, und als Messiah sollte er, als Lamm Gottes, die Sünden der Welt auf sich nehmen, den Kampf gegen das Böse antreten und schlussendlich siegen, und in der Auferstehung den Tod überwinden und damit die Unsterblichkeit der Seele bestätigen. Das war, kurz gefasst, das 'innere Drama', das sich schließlich als faktische Realität durchsetzte, weil es am meisten den spirituellen Bedürfnissen der Menschen jener Zeit entsprach.

Nach Jane Roberts' Durchsagen als 'Seth' kam es auch in der physischen Realität zu einer Kreuzigung – allerdings war nicht Jesus das Opfer, sondern ein Anderer an seiner Stelle, der sich selbst als 'Messiah' wahrnahm und jene tragende Rolle im Christusdrama auf sich nahm, die wir noch heute Jesus zuschreiben.

In einem anderen Buch („The God of Jane“) bestätigt Jane Roberts diese Ansicht noch einmal ausdrücklich. Nicht Jesus wurde gekreuzigt, sondern ein Anderer an seiner Stelle, was aber die Anhänger dermaßen verwirrte, dass Jesus es schließlich aufgab, sie von seiner normalen physischen Existenz zu überzeugen und … verschwand.

Auch im Koran wird das 'selige Ende' des Jesus von Nazareth ausdrücklich hervorgehoben:

O Jesus, Ich [Gott] werde dich abberufen und zu Mir erheben“ (Sure 3,55).

Eine erstaunliche Parallele, allerdings ohne Beweiskraft. Aber um Beweise geht es mir nicht. Daher noch einmal die Frage, warum im Christentum der Erlösungscharakter in der Person von Jesus – und nicht in seiner Botschaft – hervorgehoben und festgeschrieben wurde.


Er hat den Tod überwunden

Noch heute lesen wir in der christlichen Botschaft, dass der Tod des Menschen die Folge seines Abfallens von Gott sei, dargestellt im Sündenfall des ersten Menschenpaares, also laut Bibel von Adam und Eva: Die Geschichte ist zu bekannt, als das ich sie hier ausführen müsste. Von dieser häufig als Ursünde apostrophierten 'Verfehlung' ist der Mensch niemals befreit worden, es sei denn, er stirbt im Glauben an die Erlösung, die Jesus (der) Christus für ihn bewirkt hat. Bewirkt hat dadurch, dass er 'der Schlange den Kopf zertrat', das heißt durch sein Sterben und seine Auferstehung 'den Tod überwunden' hat. Dazu ein paar Zitate aus der Bibel:

1.Korinther 15:57
Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern HERRN Jesus Christus!

Hebraeer 2:14,15
Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel,…

1.Johannes 5:5
Wer ist aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist?


Leben nach dem Tod?

Nun lehrt uns aber die Wissenschaft, dass der Mensch wie jedes andere Lebewesen im Tod Bewusstsein wie Leben verliert und der Körper verwest. Das ist das Offensichtliche, das Jedermann beobachten kann. Daher ist der Tod das Ende einer Lebensspanne des Menschen auf der Erde, die mit der Befruchtung der Eizelle begann – oder ein wenig später, darüber lässt sich streiten. Alles, was darüber hinausgeht, verweist der Wissenschaftler in den Bereich der Phantasie, der Mystik oder des Religiösen.

Wenn ich sage 'der Wissenschaftler', ist dies nicht ganz korrekt, denn hier scheiden sich nun die Geister.

  • Der Ungläubige sagt sinngemäß: „Das war's, mehr gibt es nicht.“

  • Der Skeptiker sagt: „Das ist das, was wir wissen. Alles Andere ist ungewiss.“

  • Der Gläubige unter den Wissenschaftlern sagt: „Als Wissenschaftler kann ich über das, was im Tod und danach geschieht, keine weitere Aussage machen. Aber als Mensch darf ich im Glauben weitergehen und ...“

Nun, was er glaubt, hängt von seiner Religion ab. Nach einer Studie der Bertelsmann-Stifung (mit 21 000 Befragten aller Religionen, siehe religionsmonitor.de) glauben rund Zweidrittel der Deutschen an ein Leben nach dem Tod. Eine solche Vorstellung lehnt also nur Eindrittel ab. Wie aber dieses Weiterleben nach dem Tod geschieht, darüber gibt es im Christentum nur vage Vorstellungen.

In der Eschatologie, der 'Lehre von den letzten Dingen', beschreibt der Mensch seine Hoffnungen auf - oder Erwartungen an eine 'jenseitige Welt'. (Siehe beispielsweise bei Wikipedia). Aus wissenschaftlicher Sicht ist jede solche Darstellung reine Spekulation. Allerdings eine 'Spekulation', die für den Menschen um so wichtiger zu werden scheint, je älter er wird, je näher der Tod rückt.

Daher wird nur der Zyniker darüber spotten, dass Menschen zu allen Zeiten, und die Religionen besonders, sich über die 'letzten Dinge' – die möglicherweise dann, wenn der Gestorbene sein Weiterleben erfährt, die ersten Dinge sind – Gedanken zu machen. Davon zeugen auch die diversen Totenbücher (Totenbuch der Ägypter, Totenbuch der Maya usw.), von denen wir noch Kenntnis haben.

Ein solches modernes 'Totenbuch' (das ist ein Scherz!) bietet uns Jane Roberts in ihrem Seth-Buch „Seth speaks“ in einer Sprache, die auch den Skeptiker nicht von vornherein abstößt. Darin beschreibt Seth sich selbst und seine Umgebung als eine selbstgewählte Schöpfung jenseits materieller Bauteile.

Wie mächtig der Mensch, und jeder Mensch, in dieser Hinsicht ist, kann man aus seinen Träumen ersehen, in denen diese immense Schöpferkraft erfahren wird. Besonders deutlich in jenen Träumen, die wir 'lucide' nennen (oder 'außerkörperliche Erfahrung', englisch: out of body experience). Da ist das Lösen aus dem Körper,wie wir ihn kennen, völlig unproblematisch und das Bewusstsein des Träumenden kann sich frei durch die Materie hindurch bewegen.

Besonders drastische Schilderungen dieser Art finden sich in den Büchern von Robert A. Monroe (Robert A. Monroe: „Der Mann mit den zwei Leben: Reisen außerhalb des Körpers“). Besonders im letzten Teil beschreibt R. Monroe, ganz ähnlich wie Seth, welche Hilfestellung ein Gestorbener erfährt, wenn er nach dem (physischen) Tod jenes Zwischenreich betritt, von dem er Zeit seines Lebens nichts Genaues erfahren hat und das ihn nun verwirrt und ängstigt – besonders dann, wenn er mit schlimmen Erwartungen bezüglich dieses Jenseits aufgewachsen ist, die ihm grausame Qualen in einer Hölle oder einem Fegefeuer in Aussicht gestellt haben.

Eine dramatische Verfilmung solcher 'jenseitiger' Vorstellungen ist dem Regisseur Vincent Ward mit dem Film 'Hinter dem Horizont' (engl.: What dreams may come) gelungen. (s. Wikipedia)

Überhaupt sind in den letzten Jahrzehnten eine Fülle von Büchern und Filmen erschienen, in denen ein Weiterleben nach dem Tod und seine besonderen Auswirkungen für den Einzelnen beschrieben werden.


Unsterbliches Bewusstsein?

Nehmen wir also an, dass ein Weiterleben nach dem Tod im Zustand eines freischwebenden, schöpferischen Bewusstseins möglich ist. Das wäre nach den bisher erwähnten Schilderungen an sich nichts Besonderes, wenn uns nicht die Religion auf dieses Weiterleben in solch trauriger Weise 'vorrüsten' würde. Vor allem die christlichen Bekenntnisse tun sich hier in negativer Weise hervor, indem sie den Menschen von vornherein als sündig definieren, der nach dem Tod die schlimmsten Martern ('Hölle') zu erwarten hat, wenn er nicht zuvor ein gottesfürchtiges Leben geführt hat. Was ihm aber, nach manch gültiger Ansicht christlicher Glaubensbekenntnisse, gar nicht gelingen kann, ohne den Glauben an die letztendliche Erlösung durch Jesus Christus. Noch schlimmer ist die weit verbreitete Ansicht, dass erst die Auferstehung am Ende der Zeiten – als 'Auferstehung im Fleische' für das Jüngste Gericht - den Toten für das ewige Leben rüstet - so oder so, je nachdem, wie das Urteil ausfällt, das dann über ihn gesprochen wird.

Eine so dramatische und düstere Aussicht auf ein Leben nach dem Tod kann meiner Ansicht nach eine vernünftige Religion nicht ernst meinen. Vor allem nicht nach allem, was wir heute über diesen Zustand danach wissen. Und wenn ich hier bewusst von Wissen spreche, dann nicht im Sinn einer skeptischen und einseitigen Naturwissenschaft, die vorgibt, auch über das Nichtmaterielle Aussagen machen zu können, ganz gegen ihre eigenen Voraussetzungen oder Paradigmen. Denn diese beschränken alles Theoretisieren auf das, was im Materiellen experimentell überprüft werden kann – also logischerweise auf das Leben vor dem Tod. Anders gesagt, kann der ernsthafte Naturwissenschaftler zu solchen Fragen, die sich auf ein mögliches Leben nach dem Tod beziehen, nur antworten: „Tut mir leid, da bin ich nicht zuständig.“

Man lasse sich also nicht von solchen Skeptikern verwirren, die mit Hinweis auf die Wissenschaft ihre anders gearteten Überzeugungen vertreten möchten. Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise – weder für oder gegen ein Weiterleben nach dem Tod. Das ist wohl so eingerichtet, dass wir hier auf Treu und Glauben angewiesen sind. Und insbesondere in unserer Zeit ist es so leicht wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit, sich einen eigenen Glauben zu bilden, der uns passt – und uns gegen tradierte Glaubensvorstellungen zu wenden, die uns nicht passen.

Und unpassend ist meiner Ansicht nach jede Vorstellung von einem Leben in Sünde und einem Weiterleben in Aussicht auf eine letztendliche Bestrafung hin.

Wenn aber keine Sünde, dann auch keine Erlösung.

Oder ausführlicher: Wenn ich als Mensch nicht von vornherein der Sünde verfallen bin und auch nicht vorhabe, meine menschlichen Verfehlungen als 'sündig' anzuerkennen, dann bin ich nicht auf eine Erlösung von solcher Sünde - oder einen Erlöser angewiesen.

Was bedeutet dann aber die Kreuzigung?

Nun, allenfalls jene Symbolik, die wir in der Psychologie anerkennen. Was uns im Leben schicksalhaft (oder auch zufällig, wie Manche glauben) begegnet, mögen wir zu uns nehmen und tragen. Nicht aber anderen Menschen 'aufs Kreuz packen' oder sie gar 'aufs Kreuz legen'. Das ist also nichts Anderes als die christliche Botschaft, die wir kennen, und die uns im Neuen Testament durchgängig begegnet: Die Botschaft der Nächstenliebe, bis ins Einzelne ausgeführt in der Bergpredigt (Mt 5-7).

Mit dieser Botschaft hat die Bibel uns eine durchaus weittragende Ethik hinterlassen, deren Bedeutung auch heute noch für jeden Menschen eine Herausforderung ist. Oder sie hat, die Bibel nämlich, einen Zustand der Menschlichkeit beschrieben, der sich dann einstellt, wenn sich Menschen im christlichen Geist der Liebe befinden, diesen leben und widerspiegeln als die gottgegebene Verfassung, mit der wir 'von Innen heraus' ausgestattet sind.

So gesehen, und ich neige dieser Auffassung zu, besteht Sünde, falls wir an diesem Begriff festhalten wollen, an dem menschlichen Dilemma, in Gottes Liebe zwar geborgen zu sein für 'immer und ewiglich' – und doch die Freiheit zu haben, diese Liebe zu leugnen und uns im Hassen an unseren Mitmenschen zu vergehen. Und nicht nur an diesen, sondern an der Natur und ihren Lebewesen insgesamt.

Wiederum so gesehen, wäre die 'menschliche Tragödie' – im Unterschied zu Dantes 'Göttlicher Kommödie' – ein schicksalhafter Weg, der uns 'in den Himmel hebt'. Was nichts anderes heißt, als dass wir eine Entwicklung nehmen, die uns notwendigerweise zu einem 'edlen Menschen' macht. Ob und inwieweit dabei das Ewig-Weibliche jene Rolle spielt, die Johann Wolfgang Goethe im zugeschrieben hat, lassen wir einstweilen offen.


Fassen wir zusammen:

So mancher Mensch hat im Leben 'sein Kreuz zu tragen', das ihn in der Regel zwar nicht umbringt, aber dennoch an den Rand der Verzweiflung bringen kann. Da mag ihm die christliche Botschaft nur dann ein Trost sein, wenn sie ihn der allgegenwärtigen Liebe des Höchsten versichert, in der er sich gehalten fühlen darf. Alles, was darüber hinaus geht und ihn noch zusätzlich bedroht und ängstigt, ist nicht christlich – es entbehrt des Christusgeistes, der uns Menschen vor zweitausend Jahren berührt hat.

Das ist meiner Meinung nach das christliche Religionsdrama, wie es sich damals glaubhaft abgespielt haben könnte. Ob wir nun den Höchsten als 'Gott' oder als 'höchstes Ideal' anerkennen, bleibt uns überlassen und muss nicht dogmatisch festgelegt werden.

Schließlich sind unsere menschlichen Perspektiven auf das, was am 'Höchsten' ist, höchst mangelhaft.